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Mademoiselle Chambon
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Regie
Stéphane Brizé
Drehbuch
Stéphane Brizé
Produzenten
Milena Poylo, lles Sacuto
Genre Drama FSK 0 Filmlänge 101 min Land Frankreich Kinostart 12.08.2010 DVD-Start 25.02.2011 Verleih Arsenal Filmverleih |
Story
Jean ist Maurer. Ein einfacher und herzensguter Mensch, der mit seiner Frau Anne-Marie eine gute Ehe führt. Sein Leben verläuft in ruhigen Bahnen zwischen Arbeit, Familienleben und der Pflege seines alten Vaters. Eines Tages lernt Jean zufällig die neue Vertretungslehrerin seines Sohnes, Mademoiselle Chambon, kennen. Sie scheint aus einer anderen Welt zu kommen, die voll ist von Büchern und wunderschöner Musik. Der sonst so einsilbige Jean entdeckt längst verschüttete Gefühle in sich und den Wunsch auf einen Neuanfang mit ihr. Dennoch bleibt ein Rest Unsicherheit. Ist er dabei, den größten Fehler seines Lebens zu machen?
Schauspieler
Vincent Lindon, Sandrine Kiberlain, Aure Atika, Arthur Le Houérou, Jean-Marc Thibault
Filmkritik von Melanie Frommholz
„Mademoiselle Chambon“ passt wunderbar in die Rubrik „Wie das Leben manchmal spielt“. Die bittersüße Liebesgeschichte ist geprägt von Stille und den Dingen, die nicht ausgesprochen werden. Regisseur Stéphane Brizé inszeniert sein Drehbuch als leise Geschichte des Alltags, die sich aus einer zufälligen Begegnung heraus entwickelt und uns allen widerfahren kann und gerade daher so authentisch ist. Brizé arbeitet wenig mit symboltragenden Bildern, sondern setzt auf die Ausdruckstärke seiner Hauptdarsteller. Nur wenn Jean an seinem Lieblingsplatz in äußerer Ruhe vor sturmgepeitschten Bäumen steht, gewinnt man den Eindruck, die Umgebung übernimmt den Ausdruck seiner inneren Aufgewühltheit.
Wo wenige Dialoge zu sprechen sind, sind es Mimik, Gestik und Blicke, die mehr sagen müssen als tausend Worte. Vincent Lindon als Jean und Sandrine Kiberlain als Véronique Chambon beherrschen dieses Spiel perfekt und tragen die feinfühlig erzählte Romanze mit unendlich viel Gefühl. In der Nebenrolle von Jeans Ehefrau Anne-Marie steht Aure Atika den beiden in nichts nach.
Trotz einer getragenen und melancholischen Grundstimmung bewahrt Stéphane Brizés „Mademoiselle Chambon“ eine gewisse Leichtigkeit und schafft damit die perfekte sehnsuchtsvolle Stimmung, die wie die wunderschöne Musik durch die Szenerie schwebt. Seine Taktik der kleinen Gesten geht auf und macht den Film zu einer sehr berührenden Geschichte über eine unmögliche Liebe.
Stéphane Brizé gewann für das Drehbuch zu "Mademoiselle Chambon" 2010 einen César.
