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Mein großer Freund Shane
Shane
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Regie
George Stevens
Drehbuch
A.B. Guthrie jr.
Produzent
George Stevens
Genre Western FSK 6 Filmlänge 113 min Land USA Kinostart 24.10.1953 DVD-Start 01.04.2004 Verleih Paramount |
Story
Joe Starrett kämpft mit Frau und Kind für den Erhalt seiner kleinen Farm. Doch er und die angrenzenden Siedler werden von Rinderbaron Ryker eingeschüchtert, der seine Vormachtstellung mit allen Mitteln verteidigen will. Starrett kommt der Fremde, der sich Shane nennt, gerade recht. Er schnallt die Revolver ab, packt beim Aufbau der Farm an und wird von Starretts Sohn bald heroisch verehrt. Als Ryker einen Revolverhelden engagiert, um Starrett und die anderen Farmer endgültig aus dem Weg zu räumen, greift Shane wieder zu den Waffen. Im unvermeidlichen Showdown steht nicht nur Shanes Leben, sondern auch die Existenz der Siedler auf dem Spiel...
Schauspieler
Alan Ladd, Van Heflin, Jean Arthur, Brandon De Wilde, Jack Palance, Ben Johnson, Edgar Buchanan, Emile Meyer, Elisha Cook jr., Douglas Spencer, John Dierkes
Filmkritik von Achim Lay
Die herrlichen Panoramabilder stehen in starkem Kontrast zu den beengten Häusern der Farmer, dem kleinen Ort mit den matschigen Wegen, den winzigen Ländereien derer, die Großrancher Ryker ein Dorn im Auge sind. Die Aussage, das eine handvoll Männer sich für ein paar Morgen Land gegenseitig umbringen, wo doch scheinbar die unendliche Weite der Prärie Platz für alle bieten müsste, ist George Stevens gut gelungen. Stevens' Film hat wenig Platz für Helden. Nicht die kernigen, heroischen Westernikonen Gary Cooper oder John Wayne tummeln sich hier. Ausgerechnet Alan Ladd, ein eher kleiner und schmalbrüstiger Darsteller, der in den vierziger Jahren vor allem in einigen Filmen der "Schwarzen Serie" auf sich aufmerksam machte, fällt die Rolle des Draufgängers zu. Auch Van Heflin als Familienvater und aufrechter Kämpfer für seine Freiheit, und die übrigen, zwischen Hilflosigkeit und trotzigem Zorn pendelnden Farmer taugen nicht als Identifikationsfiguren.
Stevens ist nicht nur daran gelegen, den Mythos des Wilden Westens mit seinen Revolverhelden in die Schranken zu weisen. Auch ist es nicht der Konflikt, den Großrancher Ryker mit den kleinen Siedlern austrägt, der Stevens vorrangig interessiert. Es sind vielmehr genreuntypische zwischenmenschliche Beziehungen, denen hier große Bedeutung beigemessen wird. Die Bewunderung des Jungen für den Helden, der aber letztlich nicht zum Familienleben taugt. Die unterschwellige Zuneigung zwischen Starretts Gattin und Shane, die beide aus Respekt vor dem integren Joe nicht eingestehen können. Oder auch der mächtige Ryker, der seine egoistischen Handlungen Starrett gegenüber händeringend zu rechtfertigen versucht, was in einem Western nicht an der Tagesordnung ist. Diese Menschlichkeit der Figuren ist es, die den Streifen von anderen Vertretern des Genres abhebt.
Wer einen farbenprächtigen Western mit Herz und einer realistischen Figurenzeichnung mag, ist hier genau richtig. Es läßt sich aber nicht leugnen, dass sich in Bildgestaltung und Dramaturgie eine verträumte Naivität eingeschlichen hat, die dem Film einen Mangel an Biß und Klasse einhandelt.
