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Sleeper Cell (TV-Serie) - Staffel 1
Sleeper Cell - Season 1
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Regie
Clark Johnson, Guy Ferland, Leon Ichaso, Nick Gomez, Leslie Libman, Ziad Doueiri, Rick Wallace
Drehbuch
Cyrus Voris, Ethan Reiff, Kamran Pasha, Michael C. Martin, Alexander Woo
Produzenten
Ann Kindberg, Janet Tamaro
Genre TV-Serie FSK 16 Filmlänge 560 min Land USA, 2005 DVD-Start 02.04.2009 Verleih Paramount Pictures |
Story
Darwyn al-Sayeed ist FBI-Agent und hat den Auftrag, eine islamistische Schläferzelle zu infiltrieren, die Terroranschläge in Los Angeles plant. Schnell lernt Darwyn Farik den Kopf der Zelle kennen und kann dessen Vertrauen gewinnen. Darwyn beteiligt sich voll an dem Projekt und erfährt auf diesem Weg wichtige Details über den geplanten Anschlag und die Intentionen der Terroristen. Unverhofft lernt er dabei Gayle Bishop kennen, in die er sich verliebt, die seinen verdeckten Ermittlungen aber eher im Weg steht…
Schauspieler
Michael Ealy, Oded Fehr, Henri Lubatti, Blake Shields, Melissa Sagemiller, Alex Nesic, Sonya Walger, James LeGros, Grant Heslov, Lala Khanian, Megan Ward, Carlos Gómez, Jake Soldera, Ally Walker, Mike Batayeh
Kritik von Sascha Koch
Da sich selbst studierte Theologen oftmals nicht einig sind, wenn es um Religion und ihre Facetten geht, hat es der Durchschnittszuschauer umso schwerer zu beurteilen, wie gut oder wie schlecht eine Religion in den Medien dargestellt wird. Meistens muss hier das Halbwissen des Zuschauers genügen, um Fernsehsendungen mit religiöser Thematik kritisch zu bewerten. In diesem Fall handelt es sich um „Sleeper Cell“, eine amerikanische Serie, die von einer terroristischen Schläferzelle handelt und die es sich zum Ziel gesetzt hat, einen differenzierten Blick auf den Islam zu werfen, ohne dabei Mainstream-Kost anzubieten.
Tatsächlich hatten die Macher von „Sleeper Cell“ große Ambitionen, den Islam detailliert und aufgefächert darzustellen. Das multiethnische Produktionsteam umfasst, neben technischen Beratern, auch FBI-Veteranen auf dem Gebiet der verdeckten Ermittlung sowie Kultur- und Islamexperten.
In Anbetracht dessen, dass 1,2 Milliarden Menschen der Erdbevölkerung Muslime sind und davon immerhin 6 Millionen in Amerika leben, behandelt „Sleeper Cell“ also kein Thema, das man klein halten kann und sollte. Gerade im Hinblick auf die Auswirkungen des 11. Septembers und die teilweise vorherrschende Islamophobie in den USA, scheint „Sleeper Cell“ thematisch umso brisanter. Vor allem die Islamophobie zieht weite Kreise und wird durch Äußerungen von Generälen wie William G. Boykin oder James Mattis weiter geschürt. Oftmals resultiert sie auch aus reiner Unwissenheit, wie George W. Bush einst deutlich machte, als diesem in einem Interview anscheinend nicht bekannt war, dass im Irak zwei unterschiedliche Gruppen von Muslimen leben: Sunniten und Schiiten.
So sieht „Sleeper Cell“ - auch laut ihrer Macher - seine oberste Maxime darin, Missverständnisse aufzuklären und den Islam so darzustellen, wie er in der Öffentlichkeit oft nicht wahrgenommen wird – und zwar differenziert.
FBI-Agent Darwyn, der die Schläferzelle infiltriert hat, ist ein gläubiger Muslime, der gegen Terroristen kämpft, die nach seiner Auffassung nicht mehr viel mit dem Koran und seiner Lehren gemein haben. Auf diese Weise wird versucht deutlich zu machen, dass der Koran eben nicht Hass und Terror predigt, sondern, ganz im Gegenteil, Frieden und Toleranz. Das Problem, welches auf beiden Seiten besteht - auf christlicher ebenso wie auf muslimischer - ist die Manipulation dieser heiligen Schrift und ihr Missbrauch. Denn: Fundamentalistische Islamisten repräsentieren nicht den Islam. Diese Botschaft weiß „Sleeper Cell“ hervorragend an seinen Zuschauer zu transportieren.
Die fragwürdige Charakterisierung der einzelnen Figuren, wie zum Beispiel Tommy oder Christian, lässt Raum für Diskussionen. Letztendlich ist „Sleeper Cell“ aber sehr bemüht, den Islam von zwei Seiten zu betrachten. Dieses Vorhaben gelingt der Serie größten Teils auch, weil hier eben kein CTU-Agent namens Jack Bauer Quoten-bringend Jagt auf 'böse Muslime' macht. Neben der penetranten theologischen Auseinandersetzung, ist „Sleeper Cell“ wohl gerade deshalb eine ruhige Serie. Der Erzählstil ist recht langsam; die einzelnen Ereignisse bauen sukzessive aufeinander auf. Die Macher legten viel Wert auf eine besonne Entwicklung der Handlung. Dies mindert zwar die Spannung, lässt der Serie aber eben den Raum für ihre religiöse Ader.
Die Schauspieler sind stellenweise nicht ganz so überzeugend, wie man es sich gewünscht hat. Doch immerhin kann Hauptdarsteller Michael Ealy mit guten Leistungen glänzen.
„Sleeper Cell“: Insgesamt bleibt eine Serie, über die man debattieren kann. Und genau dies wollte sie wohl auch bewirken. Hier versuchte man sich an einer objektiven und realistischen Darstellung des Islams, welche die in den USA aktuellen Diskussionen über diese Thematik aufgreift und differenziert bespricht. Dies ist streckenweise auch sehr gut gelungen, wodurch aus „Sleeper Cell“ ein überraschend intelligentes Stück Fernsehen geworden ist. Trotzdem muss man bei der Spannungskurve, bei manchen Charakterausarbeitungen und bei den Schauspielerleistungen kleine Abstriche machen.
Unterm Strich ist „Sleeper Cell“ aber überraschend gut, auch wenn die Serie nur einen kleinen Beitrag leisten kann. Denn zum Schluss bringt es die Serie selbst auf den Punkt, als sich die Gefängnistüren hinter Farik schließen und er einen einfachen wie prägnanten Satz von sich gibt: „Denkt ihr wirklich, das ändert etwas?“
Wissenswertes
Die Serie wurde von US-Sender Showtime produziert und gesendet und erhielt trotz des abgeschlossenen Handlungsbogens eine zweite Staffel.
Episodenguide:
• Haus der Märtyrer
• Zielobjekt
• Schmutziges Geld
• Fatwa
• Kampfausbildung
• Giftgas
• Ohne jede Chance
• Geheimnisträger
• Der Plan
• Tag der Abrechnung
Auszeichnungen
Emmy Nominierungen: Beste Mini-Serie, Beste Musik („Haus der Märtyrer“), Beste Kamera („Haus der Märtyrer“), Bester Ton-Schnitt („Tag der Abrechnung“), Bester Ton-Mix („Tag der Abrechnung“)
Golden Globes Nominierungen:
Beste Mini-Serie
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