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Betty Anne Waters
Conviction
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Regie
Tony Goldwyn
Drehbuch
Pamela Gray
Produzenten
Tony Goldwyn, Andrew S. Karsch, Andrew Sugerman
Genre Biopic Filmlänge 107 min Land USA Kinostart 17.03.2011 DVD-Start 18.08.2011 Verleih Tobis Film |
Story
Betty Anne und ihr großer Bruder Kenny durchleiden eine zerrüttete Kindheit, die das Geschwisterpaar jedoch auf eine Weise zusammenschweißt, wie man es nur selten erlebt. Auch Jahre später sind die beiden noch immer ein unzertrennliches Paar. Kenny ist mittlerweile Vater einer kleinen Tochter und auch Betty Anne schmiedet Familienpläne. Als Kenny jedoch wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt wird, ändert sich das Leben der Geschwister radikal. Während Kenny machtlos und unschuldig hinter Gittern sitzt, fasst Betty Anne einen festen und weitreichenden Entschluss: Sie muss die Unschuld ihres Bruders beweisen. Da keiner von beiden genug Geld hat, um sich einen Anwalt zu leisten, beginnt Betty Anne ein Jurastudium. Jahrelang meistert sie Familie, Studium und Nebenjob parallel. Schon bald wendet sich ihr Ehemann von ihr ab und auch ihre Kinder fühlen sich übergangen, doch Betty Anne kämpft verbissen weiter. Als sie ihr Studium abschließt und endlich offiziell als Rechtsanwältin tätig werden darf, fangen die Probleme jedoch erst richtig an. Immer wieder muss sie neue Hürden überwinden, neue Wege finden um ihren Bruder endlich zu befreien…
Schauspieler
Hilary Swank, Sam Rockwell, Minnie Driver, Juliette Lewis, Peter Gallagher, Clea DuVall, Ari Graynor, Melissa Leo, Thomas D. Mahard, Owen Campbell, Conor Donovan, John Pyper-Ferguson
Filmkritik von Kathrin Lang
Regisseur Tony Goldwyn erzählt uns mit seinem Justiz-Drama die wahre Geschichte von Betty Anne Waters und ihrem Bruder Kenny, dem ein Schicksal widerfahren ist, das er mit vielen Amerikanern in den 1980ern teilte: Zu einer Zeit, in der DNA-Analysen noch keine absolute Sicherheit bei der Überführung eines Täters bringen konnten, wurden vor Gericht zahlreiche falsche Urteile gefällt. Im Fokus des Films steht daher das amerikanische Rechtssystem, das Unrecht brachte und damit das Leben von nicht nur einem Menschen zerstörte. Schon ein alleine wegen der enormen und erschütternden Ungerechtigkeit, die vielen Menschen widerfahren ist, ist es diese Geschichte wert, erzählt zu werden. Leider baut Goldwyn seine eigentlich emotional nahegehende Storyline jedoch zu eindimensional auf. Er fokussiert sie sich stark auf seine heldenhafte Titelfigur, übersieht jedoch, dass die Erzählung dadurch an Tiefe verliert. Während man Betty Anne Waters durch drei entscheidende Phasen ihres Lebens begleitet, ihre verbissene Suche nach der Wahrheit hautnah miterlebt, erscheinen alle anderen Figuren, in diesem eigentlich weitreichenden Geflecht, nur als Randnotiz. Der Gemütszustand des eigentlich Leidtragenden, Kenny Waters, der jahrelang unschuldig hinter Gittern saß, wird nur bruchstückhaft aus der Sicht von Betty Anne widergespiegelt. Auch Beweg- oder Hintergründe von Familienangehörigen, Freunden, Tätern oder anderen Opfern des Rechtssystems werden nur oberflächlich angeschnitten. Tony Goldwyn geht in seinem Erzählfluss zu geradlinig vor und verlässt sich zu sehr auf die starke Frau an der Front – Hilary Swank. In dem Glauben, alleine sie könne den ganzen Film im Alleingang tragen, muss er jedoch erschüttert werden. Auch wenn Swank viel Feingefühl für menschliche Dramen in ihre Rolle mit einbringt und in einigen Szenen sicherlich mit einer starken Performance aufwartet, gelingt es ihr nicht, die nur wenig facettenreiche Geschichte wesentlich spannender zu gestalten.
Obwohl „Betty Anne Waters“ durch seinen Bezug zu wahren Begebenheiten eine immer wieder erschütternde Wirkung hat, springt der emotionale Funke nicht über. „Betty Anne Waters“ hätte ein großes Drama und der nächste nachhaltige Auftritt von Hilary Swank werden können. So jedoch fehlt es der Geschichte an abwechslungsreichen Tönen und den großen emotionalen Höhepunkten.
Wissenswertes
"Betty Anne Waters" erzählt die auf einem wahren Fall basierende Geschichte der couragierten Betty, die mehr als 18 Jahre für die Rehabilitierung ihres Bruders kämpfte.
Der Film wurde im englischen Original mit deutschen Untertiteln gesehen und bewertet.
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