Nichts als die Wahrheit - Im Fadenkreuz der Staatsmacht

Nothing But the Truth

Filmplakat Nichts als die Wahrheit - Im Fadenkreuz der Staatsmacht
Regie Rod Lurie  Drehbuch Rod Lurie  Produzent Marc Frydman 
Genre Polit-Thriller  FSK 12  Filmlänge 102 min
Land USA, 2008  DVD-Start 18.01.2010  Blu-ray-Start 18.02.2010  Verleih Ascot Elite

Story

Als der amerikanische Präsident bei einem Anschlag schwer getroffen wird, antwortet das Militär mit einem Bombenangriff auf Venezuela. CIA-Berichten zufolge kamen von dort die Attentäter. Doch nicht alle CIA-Berichte sind sich in dieser Schlussfolgerung einig. Als die Journalistin Rachel Armstrong wenig später in einem Artikel die Identität der CIA-Agentin Erica van Doren lüftet, die zu einem anderen Ergebnis bei ihren Ermittlungen kam, droht der Regierung ein Skandal. Armstrong wird massiv unter Druck gesetzt, ihre Quelle preiszugeben, die für die Enttarnung verantwortlich war. Doch die Journalistin schweigt. Auch als man ihr Beugehaft androht und diese dann auch vollzieht, ist sie nicht bereit zu verraten, von wem sie die Informationen hat. Noch glaubt Rachel an bloße Drohgebärden, doch der Richter sieht die Identität der Quelle als maßgebliches Indiz bei der Gefährdung der nationalen Sicherheit. Aus einer kurzen Untersuchungshaft werden Monate…

Schauspieler

Nichts als die Wahrheit - Im Fadenkreuz der Staatsmacht Kate Beckinsale, Vera Farmiga, Matt Dillon, Edie Falco, Alan Alda, David Schwimmer, Angela Bassett, Noah Wyle

Filmkritik von Melanie Frommholz

Melli vergibt 4 von 5 Ms Nichts als die Wahrheit - Im Fadenkreuz der Staatsmacht Der Thriller „Nichts als die Wahrheit“ stellt einen Konflikt in seinen Mittelpunkt, der brisanter nicht sein könnte. Was ist einem Staat die Pressefreiheit wert? Und schließt diese auch die Anonymität eventuell fragwürdiger Zeugen mit ein, die durch das Schweigen von Journalisten gedeckt werden? Muss die nationale Sicherheit in Zeiten des Terrors nicht vor allem anderen gehen? Darf ein Staat mittels Beugehaft Informationen erpressen? Ein interessantes Spannungsfeld mit allen Aspekten, die es für ein packendes Drama braucht. Regisseur und Drehbuchautor Rod Lurie stellt in seinem Film die Allmacht der Regierung dar und beleuchtet, dass sie letztlich doch am längeren Hebel sitzt. Gut herausgearbeitet wurde auch, dass sich selbst die Medien, die ja direkt von dem Thema betroffen sind, nur solange für selbiges interessieren, wie es für eine Schlagzeile taugt. Der Filmemacher macht aus seinem Drehbuch keinen Politthriller mit wilden Verfolgungsjagden und einer übergeordneten Verschwörungstheorie, sondern stellt ein Einzelschicksal in den Mittelpunkt. Eine Frau, die für ihre Überzeugung Kind und Ehe aufs Spiel setzt. Kate Backinsale ist in dieser Rolle der Journalistin Rachel Armstrong sehr überzeugend und glaubwürdig. Leider kann jedoch auch sie mit ihrem starken Spiel nicht auffangen, dass die Inszenierung insgesamt nicht so eindringlich und nachdrücklich gelungen ist, wie man es sich wünschen würde. Neben Backinsale liefert Alan Alda als Anwalt ebenfalls eine gute Leistung ab und auch Vera Farmiga ist als geoutete Agentin nicht schlecht besetzt. Die übrigen Figuren bleiben jedoch sowohl in der Zeichnung als auch in der Umsetzung konturlos. Angela Bassett kann in ihrer Minirolle nicht wirklich Ausdruck zeigen und David Schwimmer ist als Ehemann zu blass.

Auch wenn die Spannung in manchen Passagen schwächelt und nicht alle Darsteller ihr Potential ausschöpfen, bleibt „Nichts als die Wahrheit“ insgesamt ein sehenswerter Politthiller mit einer packenden Thematik.



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