Habermann

Filmplakat Habermann
Regie Juraj Herz  Drehbuch Wolfgang Limmer  Produzent Karel Dirka 
Genre Kriegs-Drama  FSK 12  Filmlänge 104 min
Land Deutschland  Kinostart 25.11.2010  DVD-Start 24.06.2011  Blu-ray-Start 24.06.2011  Verleih Farbfilm

Story

Der deutsche Unternehmer August Habermann hat sich zu Zeiten des Zweiten Weltkrieges in einem kleinen Dorf im Sudetenland niedergelassen. Dort leitet er als angesehener Bürger ein großes Sägewerk. Zusammen mit seiner bildhübschen Frau Jana, die unwissentlich Halbjüdin ist, und seiner noch jungen Tochter verbringt er in dem kleinen Dorf ein gutes Leben. Am 10. Oktober im Jahre 1938 wird das Sudetenland im Zuge des Münchner Abkommens in das Deutsche Reich eingegliedert. Was auf die Bewohner des Sudetenlandes zunächst keinen sonderlich großen Eindruck macht, verändert jedoch schon bald ihr ganzes Leben. Als Sturmbannführer Koslowski mit seiner Truppe in das kleine Dorf einrückt, verursacht dies einen Wandel des alltäglichen Lebens. Während sich die einen sogleich vom Nationalsozialismus infizieren lassen und für das Deutsche Reich an die Front ziehen, wehren sich andere gegen die willkürliche und häufig auch gewaltsame Herrschaft von Sturmbannführer Koslowski. Ungewollt gerät auch schon bald Habermann und seine Familie in das Visier von Koslowski...

Schauspieler

Habermann Mark Waschke, Hannah Herzsprung, Ben Becker, Karel Roden, Wilson Gonzalez Ochsenknecht, Franziska Weisz

Filmkritik von Kathrin Lang

Kathrin vergibt 3 von 5 Ms Habermann Es ist ein weiteres schwarzes Kapitel, das der Zweite Weltkrieg geschrieben hat: Die Vertreibung der Sudeten, die nach 1945 für über drei Millionen Menschen den Verlust ihrer Heimat bedeutete. Obwohl Geschichten über das deutsche Reich und den Nationalsozialismus immer wieder aufs Neue schockieren und angesichts der tragischen Schicksale das Herz berühren, so haftet eben jenen Filmen seit nun mehreren Dekaden auch immer wieder die gleiche Problematik an: Selbst wenn der Handlungsort variiert und verschiedene Lebensschicksale in das Zentrum gerückt werden, so wird doch immer wieder die gleiche Geschichte erzählt. Moralisch anständige Familien, die durch die Judenverfolgung entzweigerissen werden, Heimatverlust und der unerbittliche Kampf ums Überleben. Nur selten gelingt es einem Zweiten-Weltkriegs-Film aus diesem Schema auszubrechen und sich durch neuartige Erzählstrukturen zu etablieren. Auch Juraj Herz´ „Habermann“ gelingt es nicht, alte Gepflogenheiten des Subgenres hinter sich zu lassen. Dennoch weist die auf wahren Begebenheiten beruhende Geschichte, rund um den in Tschechien ansässigen deutschen Unternehmer August Habermann und seine jüdische Frau Jana, einzelne prägnante Szenen auf, die dem Zuschauer noch lange im Gedächtnis bleiben. Wenn Habermann (Mark Waschke) mit Sturmbannführer Koslowsk (Ben Becker) um das Leben von 20 tschechischen Landsmännern feilscht und durch die Abgabe des Familienschmucks zehn der Männer retten kann, sind das Momente, die „Habermann“ einen speziellen Esprit verleihen. Solche Momente sind jedoch rar gesät und stellen in dem ansonsten weitgehend unfokussierten Kriegsdrama eher eine Seltenheit dar.

Der nicht unbedingt originellen Geschichte kommt zweifelsfrei die durchweg überzeugende Besetzung zugute. Mit Mark Waschke, Hannah Herzsprung und Ben Becker hat „Habermann“ drei nicht nur namhafte, sondern auch exzellent agierende Darsteller vorzuweisen. Vor allem Mark Waschke, der bislang vermutlich unbekannteste Namen in diesem Trio, sticht hervor. Nicht grundlos wurde der deutsche Mime für seine Darstellung der Titelfigur im Januar 2010 bereits mit dem Bayerischen Filmpreis als Bester Darsteller geehrt. Sein Spiel ist stark, manchmal abgebrüht und kaltherzig, um schließlich in genau dem richtigen Moment emotional zu werden. Mit ihm hat „Habermann“ eine neue deutsche Schauspielhoffnung hervorgebracht, die wir in den kommenden Jahren sicherlich noch häufiger auf der Leinwand zu Gesicht bekommen werden.

Wissenswertes

Habermann "Habermann" wurde im Januar 2010 mit zwei Bayerischen Filmpreisen ausgezeichnet: Juraj Herz erhielt die Auszeichnung für die Beste Regie, Mark Waschke wurde als Bester Darsteller geehrt.



Besucherbewertung
4.0 / 5  (4 votes)

Kommentare

+ Kommentar schreiben
Deine Daten
(wird nicht veröffentlicht)
Dein Kommentar*

*Pflichtfeld
Der Kommentar wird von uns vor dem Freischalten geprüft.