Rabia - Stille Wut

Rabia

Filmplakat Rabia - Stille Wut
Regie Sebastián Cordero  Drehbuch Sebastián Cordero  Produzenten Álvaro Augustín, Rodrigo Guerrero, Eneko Lizarraga, Bertha Navarro, Guillermo del Toro 
Genre Thriller  FSK 16  Filmlänge 91 min
Land Mexiko, Spanien  DVD-Start 24.06.2011  Verleih Universum Film

Story

Das kolumbianische Hausmädchen Rosa hat in Spanien bei der begüterten Familie Torres eine gute Anstellung. Ihr Glück scheint perfekt, als sie sich in den illegal eingewanderten Bauarbeiter José María verliebt. Beide kennen sich erst kurz, aber es schient die wahre große Liebe zu sein. Doch dann bringt José María auf dem Bau in Wut seinen Vorarbeiter um und verschwindet spurlos. Was Rosa nicht ahnt, ihr Geliebter versteckt sich im Haus ihrer Herrschaft auf dem Dachboden. Während sie auf ein Lebenszeichen von ihm wartet, wird José María zum stillen Beobachter ihres Leben und ihrer Pein. Denn auch der Sohn der Torres hat ein Auge auf das hübsche Hausmädchen geworfen und fackelt nicht lange seine Ambitionen durchzusetzen…

Schauspieler

Rabia - Stille Wut Gustavo Sánchez Parra, Icíar Bollaín, Martina García, Yon González, Fernando Tielve, Concha Velasco, Àlex Brendemühl, Xabier Elorriaga, Javier Tolosa, Karlos Aurrekoetxea

Filmkritik von Melanie Frommholz

Melli vergibt 4 von 5 Ms Rabia - Stille Wut „Rabia – Stille Wut“ erzählt die ungewöhnliche Geschichte einer Liebe, die zur Obsession wird und dabei merkwürdige Züge annimmt. Regisseur und Drehbuchautor Sebastián Cordero hat aus der gleichnamigen Romanvorlage von Sergio Bizzio eine Mischung aus Thriller, Romanze und Drama kreiert, die durchgängig eine dichte Atmosphäre hat. Denkt man zunächst noch an eine sozialkritische Love-Story vor dem Hintergrund illegaler Einwanderer und schlechter Arbeitsbedingungen entwickelt sich „Rabia – Stille Wut“ bald zu einem Thriller mit Kammerspielcharakter, der auf abgegrenztem Raum eine psychopathische Wendung nimmt. Ein Bruch, der zunächst erstaunt, im weiteren Verlauf aber gut funktioniert. Zwischen Beklemmung und Faszination folgt man Hauptfigur José María in seinem Dasein als stillen Beobachter der Personen und Vorgänge im Haus. Ein spannendes Szenario, das interessante und packende Wendungen bereithält, aber mit der Logik teilweise auch großzügig umgeht. Dank Corderos packender Inszenierung fällt einem das jedoch nur am Rande auf. Viel zu sehr ist man damit beschäftigt gespannt der Handlung zu folgen und sich zu fragen wohin diese abstruse Geschichte denn noch hinsteuern mag. Sebastián Corderos Thriller überzeugt ohne große Effekte, auch wenn er die geschaffene Bedrohlichkeit seines Szenarios nicht in letzter Konsequenz ausschöpft. Rosa als begehrenswerte Frau im Spannungsfeld mehrerer Männer wäre sicherlich für eine noch zwingendere Zuspitzung gut gewesen. Auch bei der Figurenzeichnung wäre die eine oder andere weiterführende Beleuchtung schön gewesen. Gerade, weil Sebastián Cordero hier zu Beginn Erwartungen schürt, ist man etwas enttäuscht über Rosa und José María nicht noch mehr zu erfahren. Insbesondere für José Marías Wut liefert das Drehbuch nur einen grob umrissenen Hintergrund, der für seine angestauten Aggressionen nur Andeutungen parat hat. Seiner Entwicklung zum obsessiven Liebenden folgt man so immer mit einem Rest Unverständnis. Trotz der Kritikpunkte ist „Rabia – Stille Wut“ ein packender Thriller geworden, was nicht zuletzt auch an dem sehr gut agierenden Cast liegt. Die Besetzung bietet keine großen Namen, dafür ausgezeichnete Darstellerleistungen. Insbesondere Gustavo Sánchez Parra trägt die Entwicklung seiner Figur mit großer Intensität. Er zieht einen mit seinem Spiel immer tiefer in diese absonderliche Geschichte, deren Sog man sich immer weniger entziehen kann.

Wissenswertes

Rabia - Stille Wut Das Drehbuch basiert auf dem Roman "Rabia" von Sergio Bizzio.



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