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Früchte des Zorns
The Grapes of Wrath
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Regie
John Ford
Drehbuch
Nunnally Johnson
Produzent
Darryl F. Zanuck
Genre Drama FSK 12 Filmlänge 123 min Land USA Kinostart 28.03.1953 DVD-Start 04.04.2005 Verleih 20th Century Fox |
Story
Wie ein Jahrhundert zuvor die Siedlertrecks in Richtung Westen aufbrachen, suchen zur Zeit der Großen Depression, im Amerika der 20er und 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts, viele ihrer Heimat beraubte Menschen ihr Heil in der Flucht nach Kalifornien. Auch die Familie Joad gehört zu den Farmern, die von ihrem Grund und Boden in Oklahoma vertrieben wurden. Voller Hoffnung machen sie sich in einem alten, klapprigen Laster auf den langen, beschwerlichen Weg nach Westen. Unter ihnen ist auch Tom Joad, der vier Jahre im Gefängnis verbracht hat, weil er in Notwehr einen Mann getötet hatte. Doch die Euphorie hält nicht lange an. Bald nähren sich Zweifel an der Vision vom "gelobten Land" am Pazifik. Nach dem Tod der Großeltern, die den Verlust der Heimat und die großen Reisestrapazen nicht ertragen konnten, müssen sie bei ihrer Ankunft erkennen, dass sich ihre Träume nicht realisieren werden. Die Flüchtlinge werden keineswegs mit offenen Armen empfangen. Ständigen Anfeindungen der Einheimischen ausgesetzt, landen sie in Auffanglagern, wo sie unmenschliche Bedingungen vorfinden und für einen Hungerlohn zum Obstpflücken angehalten werden. Als Tom, der Willkür und Unterdrückung durch die Ordnungskräfte überdrüssig, erneut im Zorn einen Mann tötet, muss er vor dem Zugriff der Polizei flüchten. Mutter Joad versucht verzweifelt, ein auseinanderbrechen der Familie zu verhindern...
Schauspieler
Henry Fonda, Jane Darwell, John Carradine, Charley Grapewin, John Qualen, Dorris Bowdon, Russell Simpson, O.Z. Whitehead, Eddie Quillan, Zeffie Tilbury, Frank Sully, Frank Darien, Darryl Hickman, Shirley Mills, Roger Imhof
Filmkritik von Achim Lay
Nach dem erfolgreichen Roman von John Steinbeck drehte John Ford ein sozialkritisches Drama über ein trauriges Kapitel amerikanischer Geschichte. Die Massenflucht aus dem fruchtlosen Mittleren Westen der Vereinigten Staaten zur Zeit der Großen Depression, als es unzählige Menschen mit ihrem Hab und Gut nach Kalifornien verschlug, in der trügerischen Hoffnung, dort Arbeit und bessere Lebensbedingungen vorzufinden.
Fords Film ist von Realismus geprägt. Er betreibt keine Schönfärberei und schildert ohne Effekthascherei die Strapazen der abenteuerlichen Reise der Siedler und die verzweifelte Lage, in die sie am vermeintlichen Ziel ihrer Träume geraten. Die Ausbeutung dieser Menschen ist regelrecht organisiert. Ford zeigt ungeschminkt die Kehrseite des "American Way of Life". Der Film stimmt nachdenklich. Bisweilen löst er Betroffenheit aus und ganz sicher enthält er bewegende Momente. Doch fehlt es an persönlicher Identifikation mit den einzelnen Charakteren. Zu deutlich steht die Gruppe im Vordergrund. Auch wenn Henry Fonda und John Carradine durchaus überzeugende Leistungen abliefern, bleibt ihnen nicht genug Raum, sich zu entfalten, weil die Familie als Ganzes, stellvertretend für alle Siedler, im Mittelpunkt des Geschehens steht. Dies ist durchaus gewollt, doch erschwert es die emotionale Identifikation mit den erniedrigten Menschen. Es ist das Leid aller Flüchtlinge, die in der neuen Heimat nicht erwünscht sind, den Stellenwert eines Landstreichers haben und ihrer menschlichen Würde beraubt werden, was John Ford interessiert. Immer wieder zeigt die Kamera ihre verzweifelten Blicke, die ungläubiges Staunen zum Ausdruck bringen. Man sieht ihnen an, unter welchen Qualen, welche Entbehrungen sie ihr Leben lang gelitten haben. Die Hoffnung auf ein besseres, erfüllteres Leben in Frieden und Freiheit indes sucht man in ihrer Mimik zusehends vergeblich.
In gewohnt ruhigen, teilweise finsteren Bildern, fängt Gregg Toland, einer der besten Kameramänner der Filmgeschichte, die unendliche Weite der dünn besiedelten Landstriche im Westen der USA ein. In starken Kontrast dazu wird der Wohnraum der Menschen gestellt. Ob es der altersschwache Kleinlaster ist, mit dem die Großfamilie unterwegs ist oder die beengten Baracken in den engen Auffanglagern. So wird der Eindruck der unterdrückten, besitzlosen Menschen verstärkt.
Inszenatorisch mag der Film ein wenig Staub angesetzt haben. Die moralische Botschaft wird, vor allen im abschließenden Monolog von "Ma Joad" zu dick aufgetragen und dem Zuschauer regelrecht aufgezwungen. Dies war vor siebzig Jahren vielleicht notwendig, wirkt heutzutage aber zu schwulstig. Die Aussage ist dennoch von zeitloser Brisanz und wird durch die beinahe poetische Sicht des Regisseurs durchaus glaubhaft vermittelt!
