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Polizeiruf 110 - Keiner schreit (TV)
Polizeiruf 110 - Keiner schreit (TV)
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Regie
Jürgen Brauer
Drehbuch
Alexander Pfeuffer, Annette Hess
Produzent
Oliver Vogel
Genre Krimi Filmlänge 90 min Land Deutschland, 2008 Verleih MDR |
Story
Zunächst scheint es ein furchtbarer Unglücksfall zu sein: Der fünfzehnjährige Jonas verunglückt beim Motocross-Training mit dem Motorrad seines Trainers schwer. Doch dann stellt sich heraus, dass an der Maschine von Trainer Raake herummanipuliert worden war. Die Gabel der Motocross-Maschine war angesägt. Galt der Anschlag nun Jonas oder Raake? Jugendtrainer Raake war vor einigen Jahren wegen Betrugs verurteilt worden, doch es gelang ihm, die Schuld auf seinen Chef abzuwälzen, der ins Gefängnis musste – Raake kam davon. Als die beiden Hauptkommissare Schneider und Schmücke zu ermitteln beginnen, stellen sie bald fest, dass sich kurz vor dem Anschlag jener ehemalige Chef, mittlerweile aus der Haft entlassen, wieder bei Raake gemeldet hatte. Der jedoch hat ein lupenreines Alibi.
Je länger die Hauptkommissare aus Halle ermitteln, desto verzwickter erscheint der Fall. Denn es stellt sich heraus, dass der ziemlich verhaltensauffällige Tim alles auf dem Motocross-Gelände gefilmt hat – nichts und niemand konnte ihm entkommen. Eine ganz bestimmte Videoaufzeichnung auf seinem Laptop ist allerdings leer. Die Rekonstruktion dieser Aufzeichnung zeigt eine Geldübergabe, die auf Erpressung hindeutet. Als dann allerdings Tim auf der Toilette seiner Schule eine obszöne Zeichnung hinterlässt, erscheint der Fall nochmals in einem ganz neuen Licht…
Schauspieler
Jaecki Schwarz, Wolfgang Winkler, Katerina Jacob, Ole Puppe, Caroline Scholze, Hans Heller, Leonhard Carow, Thomas Dehler, Antje Schmidt, Timon Wloka, Karin Düwel, Ruth Reinecke, Anja Schneider, Robin Becker, Amina Gusner
Filmkritik von Stefanie Rufle
Das Drehbuch zu diesem „Polizeiruf“ aus Halle stammt aus der Feder von Annette Hess und Alexander Pfeuffer und hat dem Zuschauer einiges an überraschenden Erkenntnissen und Wendungen zu bieten. Der Motorradunfall, mit dem der Film beginnt, ist dabei nur der Einstieg in eine Art Spirale, in der sich nach jeder Umdrehung eine neue Facette präsentiert. Nach und nach kommen dabei gut unter Verschluss gehaltenen Familiendramen ans Tageslicht, die einen schaudern lassen. Das Thema, um das es dann schlussendlich primär geht, wird äußerst sorgsam und sensibel angepackt und zu einem stimmigen Ende geführt.
Die etwas behäbige und verhaltene Inszenierung von Jürgen Brauer hingegen lässt durchaus den einen oder anderen Wunsch offen. Selbst die routinierten Ermittler Schneider und Schmücke, dargestellt von Wolfgang Winkler und Jaecki Schwarz, wirken stellenweise etwas hölzern und unbeholfen. Was bei ihnen nicht so ins Gewicht fällt, zeigt sich aber bei der Riege der Nebendarsteller nur zu deutlich: Nicht jede Figur in „Keiner schreit“ weiß vollends zu überzeugen, wodurch dieser Krimi trotz eines guten Drehbuchs manchmal auf der Strecke bleibt.
