Trapez

Trapeze

Filmplakat Trapez
Regie Carol Reed  Drehbuch James R. Webb  Produzenten James Hill, Harold Hecht, Burt Lancaster 
Genre Action-Drama  FSK 12  Filmlänge 105 min
Land USA  Kinostart 20.12.1956  DVD-Start 02.05.2005  Verleih United Artists

Story

Einst war Mike Ribble der "König der Lüfte" unter den Zirkusartisten. Nur sechs Männer beherrschten den dreifachen Salto unter dem Manegendach und keiner brachte es am Trapez zu jener Perfektion, die Ribble erreichte. Doch ein schwerer Unfall bei jenem berühmten Sprung brachte ihn um sein Engagement. Zurück blieb ein steifes Bein und eine verletzte Seele. Jahre später fungiert er als Helfer für die Artisten in einem mittelmäßigen Pariser Zirkus. Abends ertränkt er seinen Kummer im Alkohol. Er bemerkt nicht einmal, dass sich die leidenschaftliche Akrobatin Lola in ihn verliebt. Als der junge Draufgänger Tino Orsini in sein Leben tritt, dauert es nicht lange, bis sein alter Enthusiasmus zu neuem Leben erweckt wird. Ribble treibt Orsini an, lehrt ihm den dreifachen Salto und tritt mit ihm als neues Traumduo am Trapez auf. Doch die raffinierte Lola schmeißt sich nun Orsini an den Hals. Durch gerissene Schachzüge gelingt es ihr, gemeinsam mit den beiden Helden am Trapez aufzutreten. Die Menage à trois bringt nichts als Ärger und birgt bei der Ausübung der lebensgefährlichen Darbietungen neue Gefahren. Eines Tages muß Orsini sich entscheiden, ob er Ribble beim dreifachen Salto noch sein Leben anvertrauen kann...

Schauspieler

Trapez Burt Lancaster, Tony Curtis, Gina Lollobrigida, Katy Jurado, Thomas Gomez, Johnny Puleo, Minor Watson, Gérard Landry, Jean-Pierre Kérien, Sid James

Filmkritik von Achim Lay

Achim vergibt 3 von 5 Ms Trapez Carol Reed drehte seine opulente und farbenprächtige Sicht des Artistenlebens mit den Superstars Burt Lancaster, Tony Curtis und Gina Lollobrigida sieben Jahre nach seinem Meisterwerk "Der dritte Mann". Wenngleich seine Liebesgeschichte eine herkömmliche "Menage à trois" mit allzu melodramatischen Zügen ist und dem rasanten Geschehen in der Manege manchmal im Weg steht, weiß der Film doch gut zu unterhalten. Wer Reeds in düsteres schwarz/weiß getauchten Nachkriegsthriller mit Joseph Cotton und Orson Welles gesehen hat, erkennt den Regisseur in dieser kitschig-bunten, bonbonfarbenen, in Cinemascope gedrehten Zirkusvorstellung kaum wieder. Eine Gemeinsamkeit aber hat der Film mit "Der dritte Mann"! Hier wie dort ist der eigentliche Superstar nicht auf der Besetzungsliste zu finden. Es ist Kameramann Robert Krasker, dessen virtuose Bilder auch heute noch von atemberaubender Faszination sind. Rasant und spektakulär sind seine Aufnahmen in Schwindel erregender Höhe das Herzstück des Films und stellen die Liebesgeschichte eindeutig in den Schatten. Die berauschende, mitschwingende Kamera erinnert an eine Fahrt mit der Achterbahn und macht die Gefahr für die Artisten für das Publikum spürbar.
Die Superstars Lancaster, Curtis und Lollobrigida überzeugen mit spektakulären Einlagen. Sie sind mit Freude bei der Sache und können zum Nutzen des Films auf eine reichhaltige Erfahrung in der Manege zurückgreifen. Vor allem Lancaster war schon ein Star unter dem Zirkuszelt, bevor er in Hollywood Karriere machte.
Gegen Ende kriegt auch Carol Reed wieder die Kurve, verläßt die ausgetretenen Pfade Hollywoods und verzichtet auf ein Happy End im traditionellen Sinn, was seinen Film dramaturgisch vor dem Abdriften ins Kitschige rettet.



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