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Manhunter - Roter Drache
Manhunter
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Regie
Michael Mann
Drehbuch
Michael Mann
Produzenten
Dino De Laurentiis, Richard Roth
Genre Psycho-Thriller FSK 16 Filmlänge 117 min Land USA Kinostart 29.01.1987 DVD-Start 14.08.2001 Verleih Kinowelt |
Story
Ein Serienkiller löscht bei Vollmond mit äußerster Brutalität ganze Familien aus. Der mächtige Polizeiapparat um den Ermittler Jack Crawford vermag kein Licht in die Angelegenheit zu bringen. Crawford kontaktiert Will Graham, der die Fähigkeit besitzt, sich in die Psyche von Serienmördern zu versetzen. Graham, der vor einigen Jahren den gefährlichen Killer "Dr. Lecktor" dingfest machen konnte, hatte sich ausgebrannt und traumatisiert aus dem Polizeidienst zurückgezogen. Doch die Verlockung ist zu groß. Graham lässt sich gegen den Willen seiner Frau erneut auf ein Kräftemessen mit einem Psychopathen ein. Als die Ermittlungen in Ansätzen stecken bleiben, erhofft sich Graham Hinweise auf die Psyche der "Zahnfee", wie die Cops den Killer intern getauft haben, ausgerechnet von Dr. Lecktor. Doch Lecktor spielt ein falsches Spiel. Er kommuniziert nicht nur mit den Ermittlern, sondern schickt der "Zahnfee" in einer verschlüsselten Botschaft die Privatadresse von Graham. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt...
Schauspieler
William Petersen, Kim Greist, Joan Allen, Brian Cox, Dennis Farina, Tom Noonan, Stephen Lang, David Seaman, Benjamin Hendrickson, Michael Talbott
Filmkritik von Achim Lay
Etwa fünf Jahre vor Jonathan Demme's "Das Schweigen der Lämmer" verfilmte Michael Mann erstmals den Roman "Roter Drache" von Thomas Harris. Die Story des Serienkillers Hannibal Lecktor (tatsächlich mit anderer Schreibweise!), der aufgrund seiner Vorgeschichte zu den polizeilichen Ermittlungen eines aktuellen Falls hinzugezogen wird, weist bei genauer Betrachtung nur wenige Übereinstimmungen mit der späteren Version auf. Weniger bombastisch, nicht so blutrünstig und dennoch von Nerven zerreißender Spannung, muss sich Mann's Version keineswegs hinter dem OSCAR-prämierten "Schweigen der Lämmer" verstecken. Brian Cox, dem weitaus weniger Leindwandpräsenz zugestanden wird als später Sir Anthony Hopkins, spielt seine Rolle mit kühler Intelligenz. William Petersen, heute vor allem als Gil Grissom aus der TV-Serie „C.S.I.“ bekannt, agiert zunächst mit sachlicher Professionalität. Doch lange kann er nicht verbergen, dass er Dinge gesehen hat, die seinen Glauben an die Menschheit erschüttert haben. Zunehmend emotional involviert, verliert er seine anfängliche Souveränität, was zu einer höheren Identifikation des Zuschauers mit der Figur des Will Graham führt.
Der atmosphärisch unglaublich dichte Thriller erzeugt durch eine kalte, beängstigend stilisierte Optik und ruft durch psychedelische Songs auch akustisch eine Aura der Angst hervor. In visuell beeindruckenden, an Alpträume und Visionen erinnernde Bilder von hoher Intensität wird die Bedrohung geradezu spürbar. Vor allem bei der Bedrohung des blinden Opfers durch den Killer, begleitet durch den 70er Jahre Kultsong "In-a-gadda-da-vida" von Iron Butterfly, wächst die Spannung ins Unerträgliche. Dabei trägt der von Tom Noonan eindrucksvoll gespielte Serienmörder bei aller Gestörtheit durchaus menschliche Züge, was seine Taten noch unbegreiflicher macht.
Michael Mann bittet zum Rendezvous mit dem Tod. Seine eigenwillige Optik mag gewöhnungsbedürftig sein, doch sein subtiler Schrecken ergreift unweigerlich Besitz von der Psyche des Zuschauers, der von der Story regelrecht absorbiert wird. Dieser Film steht zu Unrecht im Schatten von "Das Schweigen der Lämmer" und hinterlässt eine nachhaltigere Wirkung als das Remake "Roter Drache" aus dem Jahr 2002!
Gesehen und bewertet wurde der 119 Minuten lange Director's Cut im englischen Original. In Deutschland, wo der Film auch unter dem alternativen Titel "Blutmond" lief, ist eine 117 Minuten lange Fassung bei "Kinowelt" erschienen.
