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Hochzeitspolka
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Regie
Lars Jessen, Przemyslaw Nowakowski
Drehbuch
Ingo Haeb, Lars Jessen, Przemyslaw Nowakowski
Produzenten
Christoph Friedel, Claudia Steffen
Genre Komödie FSK 6 Filmlänge 98 min Land Deutschland, Polen Kinostart 30.09.2010 DVD-Start 21.04.2011 Verleih X -Verleih |
Story
Einst war für Frieder Schulz und seine Kumpels von der Cover-Band „Heide Hurricane“ Roch ’n’ Roll das Leben. Die Jungs rockten jeden noch so kleinen Saal. Nun, drei Jahre später, ist Frieder Geschäftsführer einer deutschen Firmenniederlassung in Polen und mit Haus und Verlobter im bürgerlichen Leben angekommen. Der coole Rocker ist auf dem Weg in ein vermeintliches Spießerdasein. Als am Tag vor seiner Hochzeit seine alten Kumpels überraschend vor der Tür stehen und die alten Zeiten wieder aufleben lassen wollen, holt Frieder seine Vergangenheit ein. Jonas, Paul, Manni und Knack scheinen sich kein Stück weiterentwickelt zu haben und passen erst recht nicht in das kleine polnische Dorf, das nun Frieders zu Hause ist. Während Frieders Ex-Kumpel die Braut nicht sonderlich begeistern, versucht dieser zu retten was zu retten ist. Firma inklusive. Die soll nämlich aus Kostengründen in die Ukraine verlagert werden.
Schauspieler
Christian Ulmen, Katarzyna Maciag, Fabian Hinrichs, Waldemar Kobus, Lucas Gregorowicz, Jens Münchow, Alexandra Schalaudek, Klaudiusz Kaufmann, Waldemar Obloza
Filmkritik von Melanie Frommholz
Christian Ulmen heiratet – schon wieder. Nach „Maria, ihm schmeckt's nicht!“ darf der Schauspieler nach Italien nun Polen näher kennen lernen und sich durch allerhand kulturellen Schlamassel zum Happy End kämpfen. Natürlich ist die Figur des Frieder Schulz in „Hochzeitspolka“ der des Jan aus „Maria, ihm schmeckt's nicht!“ ähnlich, was aber nichts daran ändert, das Christian Ulmen in diese Rolle perfekt passt. Durch Mimik und Gestik transportiert er gekonnt, die Gefühlslage seiner Figur zu jeder Zeit. Ihm wie auch den übrigen Schauspielern, allen voran Fabian Hinrichs als Jonas und Katarzyna Maciag als Gosia, scheint der Film großen Spaß gemacht zu haben, was dieses turbulente und chaotische Aufeinaderprallen der Kulturen auch zum Zuschauer transportiert. Polen wie Deutsche bekommen hier gehörig ihr Fett weg. Lars Jessen und sein Co-Regisseur Przemyslaw Nowakowski haben kein Klischee unbehandelt und kein Vorurteil ausgelassen und in den peinlichen Supergau einer Hochzeit verpackt. Wodka und Bommerlunder fließen in Strömen.
Hinter allen den witzigen Turbulenzen rund um Mentalitätsunterschiede sind es die Fragen nach Heimat und Identität, die Lars Jessen mit „Hochzeitspolka“ stellt. Was macht mich aus? Wo gehöre ich hin? Was ist Heimat für mich? Jessen rückt den Antworten mit Situationskomik und Satire zu Leibe, was über weite Strecken des Films gut funktioniert, ab und an aber auch albern wird. Eine Gradwanderung, die ihre Grenzen in den dann doch facettenarmen Figuren hat. Trotz seiner Schwächen gelingt dem Film jedoch das Entscheidende: er unterhält.
