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Young Victoria
The Young Victoria
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Regie
Jean-Marc Vallée
Drehbuch
Julian Fellowes
Produzenten
Sarah Ferguson, Tim Headington, Graham King, Martin Scorsese
Genre Historien-Drama FSK 6 Filmlänge 105 min Land Großbritannien Kinostart 22.04.2010 DVD-Start 24.09.2010 Verleih Capelight |
Story
Victoria wächst als einzige Thronnachfolgerin Englands in Isolation auf. Von ihrer Mutter streng behütet, kann Victoria erst nach ihrer Krönung ein freies Leben führen. Als sie mit gerade mal 18 Jahren den Thron Englands besteigt, ist sie jedoch vollkommen unvorbereitet und hat mit einigen Problemen zu kämpfen. In dieser schweren Zeit steht ihr Prinz Albert von Sachsen-Coburg zur Seite. Er gibt Victoria Kraft und bestärkt sie in ihrem Handeln. Schnell verlieben sich die beiden ineinander. Es dauert jedoch eine Weile, bis die Hochzeitsglocken für die beiden läuten können…
Schauspieler
Emily Blunt, Rupert Friend, Paul Bettany, Miranda Richardson, Jim Broadbent, Thomas Kretschmann, Mark Strong, Jesper Christensen, Harriet Walter, Jeanette Hain, Julian Glover, Michael Maloney, Michiel Huisman, Genevieve O'Reilly, Rachael Stirling
Filmkritik von Kathrin Lang
Das englische Königshaus hat in den vergangenen Jahrzehnten schon zahlreiche Stoffe für große Historienverfilmungen geliefert. Immer wieder wurde mit zumeist pompöser Ausstattung von den Intrigen, Ränkespielen und Kabalen der britischen Monarchen erzählt. Im Frühjahr 2010 ist es nun die junge Königin Victoria (*1819, †1901), die als zentrale Figur für einen prachtvollen Kostümfilm herhalten darf. Dabei ist es nicht das erste Mal, dass die Lebensgeschichte von Victoria über unsere Leinwände flimmert. Das nicht ganz schwerelose Leben der Monarchin hat schon mehrere Interpretationen erfahren. Unter anderem schlüpfte bereits die junge Romy Schneider in die Rolle der britischen Königin („Mädchenjahre einer Königin“) und einige Jahre später war es Judi Dench, die die späten Regierungsjahre Victorias filmisch umsetzten durfte („Ihre Majestät Mrs. Brown“). Nun ist es die britische Mimin Emily Blunt, die in „Young Victoria“ diese nicht ganz einfache Rolle übernehmen darf. Bislang zumeist im komödiantischen Genre auf unseren Leinwänden vertretenen, hinterlässt Blunt einen mehr als positiven Eindruck von ihrer Darstellung als „Young Victoria“. Grazil, elegant und dabei überaus liebenswert, wurde sie für ihr pompöses Schauspiel nicht grundlos für den Golden Globe nominiert. Mit einer durchweg überzeugenden Interpretation der Rolle stellt die gebürtige Engländerin ihre Wandlungsfähigkeit eindrucksvoll zur Schau und dürfte sich damit wärmstens für weitere Historien-Darstellungen empfohlen haben.
Schade ist, dass sich die Geschichte beinahe ausnahmslos auf die romantische Liebesgeschichte zwischen Königin Victoria und ihrem Cousin Prinz Albert von Sachsen-Coburg fokussiert. Als einzige Thronnachfolgerin Englands war Victorias Heranwachsen von einer enormen Einsamkeit geprägt. Von ihrer Mutter und deren Ehemann mit Argusaugen behütet, verbringt Victoria isolierte Kindheits- und Jugendjahre. Erst der Tod des Königs bringt ihr die langersehnte Erlösung: Am 20. Juni 1837 besteigt sie im Alter von zarten 18 Jahren den Thron Englands. Wenn fortan auch frei in ihrem Handeln, kommt diese große Aufgabe vollkommen unvorbereitet auf sie zu und beschert ihr neben Missgunst noch viele weitere Probleme. Dieser historisch brisante und sehr interessante Stoff wird in „Young Victoria“ größtenteils jedoch zur Randnotiz degradiert. Immer wieder rückt die Love-Story ins Zentrum des Geschehens, während von historischen Ereignissen oftmals nur in Nebensträngen erzählt wird. Zudem schade ist, dass Regisseur Jean-Marc Vallée nicht unbedingt mutig von der aufblühenden Liebe erzählt. Zumeist wird die Gefühlslage in Briefform und mittels Stimmen aus dem Off mitgeteilt, während die beiden Protagonisten in versonnenen Posen gezeigt werden. Als sonderlich subtil erweist sich dieser Erzählstil nur in seltenen Fällen. Sprechen ansonsten romantische Bilder und ausdrucksstarke Darsteller mehr als tausend Worte, werden die Gefühle in „Young Victoria“ einfallslos und fast schon holzhammerartig kommentiert, wodurch den Schauspielern in diesen Passagen nur wenig Spielraum gelassen wird.
„Young Victoria“ – ein eindrucksvoll ausgestatteter Kostümfilm, der politische Themen weitgehend meidet und stattdessen auf den schwachen romantischen Part der Geschichte setzt. Dass der Historienfilm weite Strecken über dennoch gut unterhält, hat er seiner großartigen Hauptdarstellerin Emily Blunt zu verdanken, die mit ihrer überzeugenden Darstellung wahrlich Eindruck hinterlässt.
Wissenswertes
1938: Victoria the Great
1954: Mädchenjahre einer Königin
1998: Ihre Majestät Mrs. Brown
2002: Victoria & Albert