Cyrus

Cyrus

Filmplakat Cyrus
Regie Jay Duplass, Mark Duplass  Drehbuch Jay Duplass, Mark Duplass  Produzent Michael Costigan 
Genre Tragik-Komödie  FSK Filmlänge 93 min
Land USA  Kinostart 25.11.2010  DVD-Start 15.04.2011  Verleih 20th Century Fox Germany

Story

Sieben Jahre ist die Scheidung von seiner Frau Jamie nun her. Sieben Jahre, in den sich der Filmcutter John verkrochen und selbst bemitleidet hat. Nun will Jamie wieder heiraten, und da ihr Ex-Mann ihr immer noch am Herzen liegt, will sie ihn verkuppeln. Auf ihrer Party lernt John Molly kennen und es funkt gleich zwischen den beiden. Alles entwickelt sich in kürzester Zeit wunderbar, doch dann lernt John Mollys 21jährgen Sohn Cyrus kennen. Cyrus wohnt noch zu Hause und beanspruchte bislang die volle Aufmerksamkeit seiner Mutter. Zunächst heißt er John in der Kleinfamilie herzlich Willkommen, doch John merkt schnell, dass Cyrus nur vordergründig den guten Sohn mimt, der seiner Mutter das neue Liebesglück gönnt. Zwischen den beiden Männern entbrennt ein Kampf um Mollys Liebe, der mit allen Mitteln ausgetragen wird. Denn es kann nur einen geben…

Schauspieler

Cyrus Marisa Tomei, John C. Reilly, Jonah Hill, Catherine Keener, Matt Walsh, Tim Guinee, Kellan Rhude, Katie Aselton, Jamie Donnelly, Zosia Mamet, Steve Zissis

Filmkritik von Melanie Frommholz

Melli vergibt 4 von 5 Ms Cyrus Wenn im Cast eines Filmes die Namen John C. Reilly und Jonah Hill auftauchen, dann stehen die Zeichen nicht selten auf Klamauk. Auch im Fall von „Cyrus“ können beide Schauspieler ihr komödiantisches Talent nutzen, die Tragikkomödie schlägt jedoch auch überraschend ernste Töne an. Glaubt man zu Beginn noch an ein deftig inszeniertes Battle zwischen „neuem Mann“ und „Muttersöhnchen“ mit viel Potential zum Fremdschämen, entpuppt sich „Cyrus“ Stück für Stück als eine fein beobachtete Betrachtung einer für alle Beteiligten schwierigen emotionalen Situation. Erwachsen oder nicht, für Cyrus ist die Tatsache, dass seine Mutter sich verliebt hat und er zum ersten Mal in seinem Leben echte Konkurrenz bekommt, ein absolute Ausnahmesituation. Die Regie-Brüder Jay und Mark Duplass, die für den Film auch das Drehbuch schrieben, verbinden seinen Abnabelungsprozess mit der glaubwürdigen Liebesgeschichte, die sich zwischen John C. Reilly und Marisa Tomei entspinnt. Wie sich diese beiden ineinander verlieben ist berührend und warmherzig erzählt. Beide Darsteller agieren mit dem richtigen Timing für die Zwischentöne und verstehen es in kürzester Zeit ihre Figuren griffig zu gestalten. Der Part zwischen John C. Reilly und Jonah Hill alias Cyrus ist den Filmemachern dagegen nicht so konsequent gelungen. John C. Reilly dominiert die Szenen klar, auch wenn Hill nach besten Kräften versucht ebenbürtig zu sein. Er ist der schwächste Part in diesem Dreiergespann der Hauptfiguren. Seine Wandlung innerhalb der Geschichte verkörpert er nicht durchgehend konsequent. Man glaubt ihm den intriganten Sohn sofort, seine Entwicklung zum geläuterten dagegen nicht.

„Cyrus“ ist letztlich die Betrachtung einer Alltagsgeschichte, die durch ihre Herangehensweise versucht den Blickwinkeln aller Figuren gerecht zu werden. Jay und Mark Duplass setzen dabei nicht auf brachialen Humor oder eine gnadenlose Überzeichnung der Situation, und bewahren ihrer Geschichte damit die Authentizität. Man merkt „Cyrus“ jedoch den Kampf um die Balance zwischen den Genres an, was dem Film letztlich die absolute Leichtigkeit nimmt.

Wissenswertes

Cyrus „Cyrus“ ist die dritte Langfilmarbeit der Brüder Jay und Mark Duplass.



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