Die Fremde

Filmplakat Die Fremde
Regie Feo Aladag  Drehbuch Feo Aladag  Produzenten Feo Aladag, Züli Aladag 
Genre Drama  FSK 12  Filmlänge 114 min
Land Deutschland  Kinostart 11.03.2010  DVD-Start 27.08.2010  Verleih Majestic Film

Story

Umay hält es nicht mehr länger aus: Zusammen mit ihrem noch sehr jungen Sohn Cem leidet sie in Istanbul unter dem strengen Regiment ihres Ehemanns. Eines Tages wagt sie den Schritt und flieht vor ihrem Leben in Unterdrückung, um in Berlin ein selbstbestimmtes Leben beginnen zu können. Kaum bei ihren Eltern in Deutschland angekommen, muss Umay jedoch feststellen, dass ihre Familie nur wenig Verständnis für ihr Handeln übrig hat. Schnell entscheidet ihr Vater, dass seine Tochter wieder nach Istanbul zurückkehren muss, um keine Schande über die Familie zu bringen. Die Erkenntnis, dass sich ihre Familie nicht von den gesellschaftlichen Zwängen befreien kann, trifft Umay unerwartet stark. Erneut ist sie zur Flucht gezwungen und damit nun gänzlich auf sich alleine gestellt. Die ersten Wochen ihres neuen Lebens meistert sie jedoch souverän: Schnell findet sie eine Bleibe für sich und ihren Sohn und verdient als Küchenaushilfe sogar ein bisschen Geld. Dennoch fehlt ihr ihre Familie, die sie über alles liebt. Als sie sich mit ihren Eltern und Geschwistern versöhnen will, muss sie feststellen, dass man ihr noch immer nicht verzeihen kann – auch wenn der Wunsch durchaus auf beiden Seiten da ist..

Schauspieler

Die Fremde Sibel Kekilli, Settar Taniögen, Derya Alabora, Florian Lukas, Tamer Yigit, Serhad Can, Almila Bagriacik, Alwara Höfels, Nursel Köse, Nizam Schiller, Ufuk Bayraktar, Marlon Pulat

Filmkritik von Kathrin Lang

Kathrin vergibt 6 von 5 Ms Die Fremde “Wir sprechen in Deutschland ständig über „Migranten der zweiten oder dritten Generation“, - wie lange braucht es denn bei uns, bis Einwanderer von der Mehrheitsgesellschaft als Bürger dieses Landes anerkannt werden?“ (Feo Aladag)
Mit ihrem Debütfilm „Die Fremde“ bringt uns Feo Aladag ein Drama auf die Leinwand, das am Beispiel einer deutsch-türkischen Frau, die sich aus ihren gesellschaftlichen Zwängen zu befreien versucht und dadurch Opfer eines Ehrverbrechens wird, eine intensive Geschichte erzählt. Letztlich präsentiert sich „Die Fremde“ aber nur oberflächlich als ein Film, der von dem Leben in einer Parallelgesellschaft handelt. Je weiter die Geschichte voranschreitet und je klarer die gesamten Auswirkungen des Geschehens werden, desto mehr wird „Die Fremde“ zu einem Film, der eine Geschichte über eine Gesellschaft erzählt, zu der wir alle gehören. Bald schon gibt man seine neutrale Position auf, um mitfühlendes Teil der Ereignisse zu werden. Besonders wichtig erscheint dabei, „Die Fremde“ nicht als repräsentatives Porträt einer gesellschaftlichen Gruppe in Deutschland zu begreifen. Vielmehr handelt es sich um ein spezifisches und zudem sehr extremes Exempel – um eine sehr bedingungslose Darstellung eines traurigen Einzelschicksals, das nahegeht, stark berührt und dadurch vielleicht sogar etwas bewirkt.

“Geliebt werden und lieben braucht Mut“(Feo Aladag)
Bei der Inszenierung ihrer Geschichte arbeitet Aladag mit sehr vielen universellen Botschaften. Immer wieder liefert sie Folien, die sich mühelos auch auf andere gesellschaftliche Bereiche übertragen lassen. Auch wenn „Die Fremde“ im deutsch-türkischen Milieu angesiedelt ist, so reicht die essentielle Botschaft des Filmes letztlich weiter über alle kulturellen oder nationalen Grenzen hinaus. Im Kern geht es um den Stellenwert von Familie, um Liebe und um den Kampf für Gerechtigkeit.

“Die Intention ist, Empathie zu schaffen. Jenseits von medialen Vorurteilen und rassastischen Verurteilungen.“(Feo Aladag)
Seine besondere Wirkung erzielt „Die Fremde“ vor allem durch einen breiten und häufig auch wertungsfreien Blick auf alle Figuren der Handlung. Feo Aladag fokussiert sich nicht nur auf das offensichtliche Opfer, die Tochter, die Schande über die Familie gebracht hat, sondern auch auf den Vater, der als Familienoberhaupt selbst unter seinem strengen Regiment leidet, und auf den Bruder, der sich beugen muss, um nicht das gleiche Schicksal wie seine Schwester zu erleiden. Letztlich sind sie alle Gefangene ihrer eigenen Grundsätze; Opfer der gesellschaftlichen Fesseln, denen sie sich nicht ohne weiteres entledigen können.

„Die Fremde“ ist ein nachhaltiges Drama, das eine tief berührende Geschichte erzählt, deren Botschaften an jeden von uns adressiert sind.

Wissenswertes

Die Fremde "Die Fremde" gewann unzählige Preise. Unter anderem den Deutschen Filmpreis in Bronze als Bester Film, den Europa Cinema Label auf der Berlinale 2010 sowie den New Faces Award der Bunte für das Beste Debüt. Sibel Kekilli gewann für ihre Leistungen den Deutschen Filmpreis als Beste Hauptdarstellerin und Judith Kaufmann den Deutschen Kamerapreis.



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Kommentare

Florian schreibt am 27.08.10, 01:56
Sibel ich LIEBE DICH und ich kenne nun wirklich jeden Film von IHR! :)

So, Spass beiseite!

Der Film überzeugt durch klasse Schauspieler und jede Menge Tiefgang.

5 Sterne von mir - Sibel mach weiter so - DAUMEN HOCH!

:P
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