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Ajami - Stadt der Götter
Ajami
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Regie
Scandar Copti, Yaron Shani
Drehbuch
Scandar Copti, Yaron Shani
Produzenten
Moshe Danon, Thanassis Karathanos, Talia Kleinhendler
Genre Drama FSK 16 Filmlänge 120 min Land Israel, Deutschland Kinostart 11.03.2010 DVD-Start 24.09.2010 Verleih Neue Visionen |
Story
Der 19jährige Omar hat schwere und lebensbedrohliche Probleme. Er ist nicht nur in die falsche Frau verliebt, sondern muss auch damit rechnen, bei nächster Gelegenheit auf offener Straße erschossen zu werden. Er hat seinen Feinden nichts getan, sein Onkel jedoch hat den Fehler begangen und einen Mann angeschossen und schwer verletzt, der zu der „falschen Familie“ gehörte. Nun muss Omar die Schuld abtragen. Durch die Hilfe eines Freundes schafft er es, das Todesurteil gegen sich und seine Familie aufzuheben. Er muss jedoch Schuldgeld auftreiben – und das innerhalb einer genannten, sehr knapp bemessenen Frist. Der Preis ist hoch und Omar in neuen Schwierigkeiten. Wenn er es nicht schafft, das Geld aufzutreiben, muss nicht nur er sterben, sondern auch seine Geschwister und seine Mutter…
Schauspieler
Shahir Kabaha, Ibrahim Frege, Fouad Habash, Youssef Sahwani, Ranin Karim, Eran Naim, Scandar Copti, Elias Sabah
Filmkritik von Thomas Ays
„Ajami - Stadt der Götter“ entfaltet seine ganze Genialität erst ganz am Schluss, wenn die gezeigten Kapitel ein stimmiges und erschreckendes Ganzes ergeben. Die beiden Regisseure Scandar Copti und Yaron Shani arbeiteten nicht immer mit einem fertigen Script, sondern ließen ihre Laienschauspieler ihre Sätze selbst sagen. Selbst die wussten während der Dreharbeiten nicht, wohin die Geschichte gehen würde.
„Ajami - Stadt der Götter“ folgt keiner klassischen Erzählweise, sondern springt wild in der erzählten Geschichte hin und her, was das Begreifen der Ereignisse nicht nur erschwert, sondern auch verzweifelte Zuschauer zu Tage fördern wird, die voller Angst sind, sie würden nicht begreifen können, was in diesem Film eigentlich gespielt wird. Tatsächlich lassen die Regisseure ihre Zuschauer nie allein und vertrauen darauf, dass sie sich bis zum Ende der knapp zwei Stunden auf die gezeigte, brisante Geschichte einlassen. Es ist wie in einer anderen Welt in Tel Aviv, wie in einer anderen Zeit. Menschen werden erschossen, Blutfehden gesponnen und Attentate verübt. Man weiß nicht so recht, wieso eigentlich. Gleichzeitig wird alles mit der Religion, mit Allah gerechtfertigt. In seinem Namen werden Menschen gerichtet. Das soll richtig sein?
„Ajami - Stadt der Götter“ wirft einen differenzierten und mutigen Blick nach Israel und zeigt nicht nur eine brisante und wichtige Geschichte, sondern auch, wie weit der Frieden weg ist. Scheinbar haben die Menschen dort schlicht und ergreifend vergessen, was dieses Wort eigentlich bedeutet. Eine erschreckende Erkenntnis.
Die Regisseure Scandar Copti und Yaron Shani benötigten sieben Jahre (!), um "Ajami - Stadt der Götter" fertig zu stellen.
