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vincent will meer
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Regie
Ralf Huettner
Drehbuch
Florian David Fitz
Produzenten
Viola Jäger, Harald Kügler
Genre Tragik-Komödie FSK 6 Filmlänge 96 min Land Deutschland Kinostart 22.04.2010 DVD-Start 04.11.2010 Blu-ray-Start 04.11.2010 Verleih Constantin Film |
Story
Vincent wächst nach der Scheidung seiner Eltern bei seiner Mutter auf. Als diese viel zu früh stirbt, wird Vincent von seinem Vater in ein Heim gesteckt. Allerdings nicht weil Vincent mit seinen 27 Jahren noch zu jung ist, sondern weil er an der neurologisch-psychiatrischen, ätiologisch noch ungeklärten Krankheit „Tourette-Syndrom“ leidet. Diese äußert sich durch verbale, ungewollte Äußerungen und durch unwillkürliche, meistens plötzlich einschießende und mitunter sehr heftige Bewegungen. Gesellschaftlich also nicht immer ein Segen.
Im Heim trifft er auf seinen neuen Zimmerkollegen, den Zwangsneurotiker Alex, und die schwer magersüchtige Marie. Als Vincent und Marie beschließen aus dem Heim zu fliehen, schließt sich Alex nur gezwungenermaßen der hastigen Flucht an. Zusammen begeben sie sich auf einen abenteuerlichen Roadtrip. Ihr Ziel ist das italienische Meer, an dem Vincent die Asche seiner Mutter verstreuen will. Nur wenige Stunden unterwegs, geschieht jedoch bereits die erste Panne: Keiner der drei Neurotiker hat Geld. Also tanken sie kurz entschlossen für ‚lau‘ und da Marie glücklicherweise ohnehin nichts zum Essen braucht, reichen die restlichen Groschen locker bis ans Ziel. Dicht auf den Fersen sind ihnen jedoch die besorgte Frau Dr. Rose und der weniger besorgte Vater von Vincent.
Schauspieler
Florian David Fitz, Karoline Herfurth, Johannes Allmayer, Heino Ferch, Katharina Müller-Elmau, Karin Thaler, Tim Seyfi, Christoph Zrenner, Butz Ulrich Buse, Ulrich Boris Pöppl
Filmkritik von Kathrin Lang
Regisseur Ralf Huettner ist kein unbeschriebenes Blatt im komödiantischen Genre. Unter anderem stand bereits Kultkomiker Helge Schneider als Doc Snyder in „Texas“ für ihn vor der Kamera oder die Komikerknaben Jürgen Tarrach und Oliver Korittke alias „Die Musterknaben“. Ralf Huettner mag gescheiterte Existenzen, Außenseiter, die Antihelden unserer Gesellschaft. Und so greift er mit „vincent will meer“ erneut zu einem Drehbuch, das von dem Leben eben solcher Menschen handelt.
Der Film erzählt von drei Neurotikern, die ihrer Therapeutin entfliehen und sich ganz Road-Movie-like auf die Reise zum Meer begeben. Dabei gelingt „vincent will meer“ etwas, das dem deutschen Film nur all zu selten glückt: Ohne in krawallartigen Klamauk zu verfallen oder gar einen übermoralischen Grundton anzuschlagen, erzählt „vincent will meer“ eine charmante Geschichte, die ebenso witzig wie tragisch sein darf. Seine zahlreichen komischen Momente schöpft der Film weitgehend aus den geistigen oder körperlichen Macken seiner drei Protagonisten. Während Vincent (Florian David Fitz) ‚dank‘ seines Tourette-Syndroms in den unpassendsten Momenten reichlich fluchen darf, gehen beinahe ebenso viele Witze auf Kosten von Marie (Karoline Herfurth), der elf Euro und ein paar Zerquetsche locker für ein Jahr Ernährung ausreichen würden. Überraschenderweise ist es dann aber doch nicht Titeldarsteller Florian David Fitz, der die besten Lacher auf seinem Habenkonto verbuchen kann, oder die bekannte Mimin Karolin Herfurth, sondern Johannes Allmayer, der als Zwangsneurotiker Alex mit die witzigsten Momente für sich beansprucht. „vincent will meer“ hantiert geschickt mit der Situationskomik, die ihm durch seinen Plot auf ganz natürliche Weise gegeben ist. Vor allem dadurch fehlt es der deutschen Tragik-Komödie auch nicht an der nötigen Portion Seriosität. Mit leichtem Ton wird eine durchaus ernsthafte Geschichte erzählt, die vor allem dank des gelungenen Balanceakts zwischen Komödie und Tragödie glänzen kann. Denn wichtig ist, so auch Regisseur Ralf Huettner, „dass man die Krankheit ernst nimmt, und trotzdem die Komödie nicht vergisst.“
Dank eines mutigen Drehbuchs, drei umwerfenden Hauptdarstellern und dem feinen Inszenierungshändchen von Ralf Huettner, kämpft sich ein deutscher Film endlich wieder hoch an die Spitze. „vincent will meer“: nicht nur komisches und charmantes, sondern auch überaus sinnvolles deutsches Kino.
Wissenswertes
Das Originaldrehbuch zu "vincent will meer" stammt von Florian David Fitz, der zudem auch die männliche Hauptrolle übernimmt.
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Kommentare
Manu schreibt am 27.05.10, 23:42
Was ein Film.. Wao ich bin beeindruckt..
Was glaubt ihr warum Marie bei und nach der Sex Szene so abdreht?
