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Dschungelkind
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Regie
Roland Suso Richters
Drehbuch
Natalie Scharf
Produzenten
Nico Hofmann, Jürgen Schuster, Wolf Bauer, Thomas Peter Friedl, Natalie Scharf
Genre Abenteuer FSK 12 Filmlänge 131 min Land Deutschland Kinostart 17.02.2011 DVD-Start 08.09.2011 Blu-ray-Start 08.09.2011 Verleih Universal Pictures |
Story
Sabine und ihre beiden Geschwister haben Deutschland nie kennengelernt. Seit Jahren schon leben sie mit ihren Eltern, dem Sprachwissenschaftler Klaus und der Ärztin Doris, in fremden Kulturen. Als Sabine acht Jahre alt ist, entdeckt ihr Vater im Dschungel von West-Papua einen bislang unbekannten Stamm. Er beschließt, die Sprache des Stammes lernen zu wollen. Also reist er vor, erbaut ein Haus, lebt sich ein, um seine Familie schließlich einige Monate später nachkommen zu lassen. Vor allem die junge Sabine scheint wie gemacht für ein Leben im Dschungel. Sie ist neugierig auf die Eingeborenen, versucht Freundschaft zu schließen und gibt sich viel Mühe die Kultur der Fremden zu verstehen und deren Sprache zu lernen. Die Tatsache, dass die fünfköpfige Familie mitten in einen Stammeskrieg geraten ist, wirft jedoch Schatten über das ansonsten friedvolle Zusammenleben. Vor allem Doris kann dem Treiben der Einheimischen nur begrenzt lange tatenlos zusehen. Immer wieder schreitet sie in die Geschehnisse ein, muss dabei jedoch erkennen, dass in der fremden Kultur andere Wertvorstellungen und Gesetze herrschen.
Schauspieler
Stella Kunkat, Thomas Kretschmann, Nadja Uhl, Sina Tkotsch, Michael Baral, Isolde Barth, John Keogh, Sven Gielnik, Milena Tscharntke, Tom Hoßbach, Tina Engel, Claes Bang, Clara Dolny, Emmanuel Simeon, Martina Ysker
Filmkritik von Kathrin Lang
Nachdem sich Regisseur Roland Suso Richter in den vergangenen Jahren maßgeblich dem Fernsehen widmete, dort publikumswirksame TV-Events wie „Der Tunnel“, „Dresden - das Inferno“, „Das Wunder von Berlin“ oder zuletzt „Die Grenze“ inszenierte, kehrt er mit „Dschungelkind“ nach langer Pause wieder in die deutschen Kinos zurück. Als absolut Leinwand tauglicher Stoff dienen ihm Sabine Kueglers Erinnerungen an ihre Kindheit im Dschungel, die sie 2005 in dem autobiographischen Roman „Dschungelkind" veröffentlichte. Auf den Spuren einer außergewöhnlichen Protagonistin wandernd, ist die Verfilmung des Romans nun der Versuch, die Folgen eines Heranwachsens in Isolation von der eigenen kulturellen Identität zu erkunden. Die Spannung der Geschichte liegt dabei klar in einer Frage verborgen: Was unterscheidet einen Menschen, der in einer isolierten Fremde aufwächst, von einem gewöhnlich heranwachsenden Menschen? Auch wenn diese Frage final für den Zuschauer gewiss nicht zur vollen Zufriedenheit beantwortet werden kann, so vermittelt „Dschungelkind“ doch auf angenehm subtile Weise ein Gefühl davon.
Roland Suso Richter braucht jedoch seine Zeit, bis er die richtige Erzählebene und -geschwindigkeit für seinen Film findet. „Das Dschungelkind“ ist in einzelne Kapitel, Blenden mit Text, unterteilt, die die kommenden Ereignisse bereits vorwegnehmen. Während zu Beginn im gefühlten Minutentakt neue Kapitel aufgeschlagen werden, kommt „Dschungelkind“ erst im Mittelteil zur Ruhe. Dieser ist dann gleichzeitig auch der stärkste Teil des Films: Familie Kuegler hat sich in den kulturell fremden Daseinsraum eingefügt und verbringt dort nun ein Leben, das sich an der Schnittstelle zwischen der Anpassung an das 'Fremde' und der gleichzeitigen Bewahrung des 'Eigenen' bewegt.
Im Mittelpunkt der Erzählung steht dabei immer Sabine Kuegler, die in ihren Kindheitsjahren von der Jungschauspielerin Stella Kunkat dargestellt wird. Kunkat überzeugt von der ersten Minute an mit einem eindrucksvollen Spiel, das die Natürlichkeit ihres Daseins in der Fremde glaubhaft wiedergibt. Ihre Interpretation des neugierigen, wissbegierigen und aufgeweckten Dschungelkinds ist zu jeder Zeit ausdrucksstark und gewinnbringend für den ganzen Film. Doch auch Nadja Uhl, Thomas Kretschmann und Sina Tkotsch, die Sabine als herangewachsene Frau spielt, steuern der wahren Geschichte durch ihre Darstellung glaubhafte Momente bei. Zusammen mit den tollen Landschafsaufnahmen und Bildern einer fremden Welt wurde aus „Dschungelkind“ damit ein Film, der sich seinem Thema angenehm unaufgeregt, aber doch intensiv annimmt.
"Dschungelkind" ist die Verfilmung des gleichnamigen autobiografischen Romans von Sabine Kuegler.
