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Titus
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Regie
Julie Taymor
Drehbuch
Julie Taymor
Produzenten
Julie Taymor, Conchita Airoldi, Jody Patton
Genre Historien-Drama FSK 16 Filmlänge 162 min Land USA, Großbritannien, Italien DVD-Start 28.01.2003 Verleih e-m-s |
Story
Als der siegreiche Feldherr Titus Andronicus aus dem Krieg gegen die Goten nach Rom heimkehrt, wird ihm vom Senat die Herrschaft als Imperator angeboten. Doch Titus lehnt zu Gunsten des ältesten Imperator-Sohnes Saturninus ab, obwohl dieser Mann sein erklärter Feind ist. Titus ist der Ansicht, damit zum Wohle Roms zu handeln, doch ist diese Entscheidung nur einer von vielen Fehlern, die den Ruhm des Kriegers bald verblassen lassen und grenzenloses Leid über ihn und die Seinen bringt. Die Goten-Königin Tamora, von Tius als Geisel mit ihren drei Söhnen mit nach Rom gebracht, sinnt auf bittere Rache für den Mord an ihrem ältesten Sohn. Als Frau an der Seite des neuen Imperators hat sie fortan auch die Mittel dazu und so muss Titus Andronicus miterleben, wie seine Söhne ermordet und seine Tochter geschändet und verstümmelt wird, ohne die Täter anklagen zu können. Scheinbar dem Wahnsinn anheim gefallen dämmert er schließlich in seiner Villa dahin, während sein letzter Sohn Lucius mit einem Gotenheer gegen Rom marschiert und Rache fordert.
Schauspieler
Anthony Hopkins, Jessica Lange, Jonathan Rhys-Meyers, Angus Macfadyen, Matthew Rhys, Kenny Doughty, Laura Fraser, Harry Lennix, Blake Ritson, Colin Wells, Alan Cumming, Osheen Jones, Colm Feore, Constantine Gregory
Filmkritik von Melanie Frommholz
Mit „Titus“ gab die renommierte Theaterregisseurin Julie Taymor 1999 ein vielbeachtetes Kinodebüt. Die Adaption des wenig bekannten William Shakespeare Stückes „Titus Andronicus“, die bei uns nur auf DVD erschien, ist eine spannende Mischung aus klassischer Inszenierung und moderner Interpretation. Taymor geht nicht ganz so weit wie Baz Luhrmann 1997 mit seiner Neuverfilmung von „Romeo & Julia“, sondern orientiert sich stark an der Bühnenstruktur des Stückes mit seinen 5 Akten. Shakespeares Textzeilen beibehaltend, geht Julie Taymor insbesondere in der optischen Ausgestaltung neue Wege. Ihre Inszenierung mutet teils avantgardistisch an und schönt nicht die blutigen und gewaltbetonten Anlagen des Stoffes. Sie bewegt sich damit in einem Grenzbereich, der provoziert und in seiner Kompromisslosigkeit beeindruckt aber teils auch erschüttert. Die Figur des Imperators Saturninus an Adolf Hitler anzulehnen ist sicherlich gewagt, gibt dem Thema jedoch eine neue Perspektive und zeigt, dass William Shakespeare mit „Titus“ Themen behandelte, die zeitlos sind. Es geht um Rache, Macht, politische Intrigen und Ränke, aber auch um pervertierte Leidenschaft und tiefe Liebe. Große Themen, die schon immer große Dramen prägten. Mit ihrer experimentellen Inszenierung bleibt Julie Taymor ihren Bühnenwurzeln treu und fordert das Publikum auf, über den Text hinaus zu denken, anders als Kenneth Branagh, dem bekannten Shakespeare-Filmemacher, erzählt sie das Stück nicht nur bestmöglich nach, sondern interpretiert es neu. Die Regisseurin kann sich dabei auf ausdruckstark agierende Darsteller verlassen. Der insgesamt sehr gute Cast wird angeführt von einem exzellent spielenden Anthony Hopkins.
Klassik trifft Moderne: „Titus“ ist Theaterkino mit Anspruch und eigenwilliger Optik. Eine spannende Reise, die sicherlich nicht den Geschmack der breiten Masse trifft, die aber neue Facetten in William Shakespeares Werk herausarbeitet.
