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Our Grand Despair
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Regie
Seyfi Teoman
Drehbuch
Seyfi Teoman, Baris Bicakci
Produzenten
Nadir Öperli, Yamaç Okur, Titus Kreyenberg, Stienette Bosklopper
Genre Tragik-Komödie Filmlänge 102 min Land Türkei, Deutschland, Niederlande Kinostart 04.08.2011 Verleih farbfilm verleih |
Story
Ender und Cetin kennen sich bereits aus ihren Jugendjahren und wohnen mittlerweile als Enddreißiger zusammen in einer WG in Ankara. Ihr friedvolles Zusammenleben gestaltet sich etwas turbulenter, als Nihal bei ihnen einzieht. Nihal, die Schwester eines guten Freundes, hat gerade ihre Eltern bei einem tragischen Unfall verloren und befindet sich in einer schwierigen und tieftraurigen Phase ihres Lebens. Nach anfänglichen Hemmungen, kümmern sich Ender und Cetin schon bald liebevoll um ihren neuen WG-Zuwachs. Die freundschaftlichen Bande, die sich schon bald zwischen den Dreien entwickeln, wird bedroht, als sich die beiden Männer in Nihal verlieben, ohne von den Gefühlen des jeweilig anderen etwas zu ahnen…
Schauspieler
Ilker Aksum, Fatih Al, Gunes Sayin, Taner Birsel, Baki Davrak, Mehmet Ali Nuroglu, Beril Boz, Damla Kabakci, Durak Bulbuk, Tamer Yurtbasi, Meliha Corek, Ilker Burma
Filmkritik von Kathrin Lang
„Our Grand Despair“ erzählt die Geschichte von zwei türkischen Männern, die als beste Freunde zusammen in einer WG in Ankara wohnen, und sich schließlich in die gleiche Frau verlieben. Was sich in der Regel entweder zu einem turbulenten Konkurrenzwettkampf entwickelt oder alternativ zu einer heiteren Herzeroberungs-Komödie, ist bei Seyfi Teomans Romanverfilmung weder das eine, noch das andere. Entgegen aller Gesetzmäßigkeiten, entwickelt sich die Dreiecksgeschichte „Our Grand Despair“ immer mehr zu einer leisen Tragik-Komödie, in der es maßgeblich um die tiefe Freundschaft zwischen zwei türkischen Männern geht. Das Herz der Frau wird leise umgarnt, bis man zum Schluss eine weise Entscheidung trifft, bei der alle drei Beteiligten gleichermaßen als Verlierer, im Grunde aber auch Sieger, aus dem Spiel hervorgehen.
Insofern gelingt es „Our Grand Despair“ einem schon häufig bedienten Genre, frischen Wind einzuhauchen. Leider jedoch inszeniert Seyfi Teomans seine hinreisende und immer wieder berührende Geschichte mit etwas zu wenig Elan. Mit unglaublicher Ruhe fängt die Kamera immer wieder nahezu bewegungslose Bilder ein. Die vielen statischen Bilder wirken häufig kraftlos und sprechen keine eigene Bildsprache. Zusammen mit der nur wenig turbulenten Geschichte, in der die beiden Freunde sogar herzhaft darüber lachen, als sie erfahren, dass sie sich beide in die gleiche Frau verliebt haben, fehlt es „Our Grand Despair“ an zu vielen Stellen an Energie. Irgendwo zwischen der gemächlichen Erzählung und der ebenso gemächlichen Inszenierung bleibt der Zuschauer auf der Strecke. Obwohl man die Ruhe und Authentizität des Filmes wertschätzt, hätte man sich den ein oder anderen emotionalen Filmhöhepunkt durchaus gewünscht.
"Our Grand Despair" lief als Wettbewerbsbeitrag auf der Berlinale und feierte dort auch seine Weltpremiere.