Der Mann, der niemals lebte

Body of Lies

Filmplakat Der Mann, der niemals lebte
Regie Ridley Scott  Drehbuch William Monahan  Produzenten Ridley Scott, Donald de Line 
Genre Polit-Thriller  FSK 16  Filmlänge 128 min
Land USA  Kinostart 20.11.2008  DVD-Start 20.03.2009  Verleih Warner Bros. Pictures Germany

Story

Roger Ferris gehört zweifellos zu den besten Männern, die die CIA zu bieten hat. Als Antiterroragent verbringt er die meiste Zeit im Nahen Osten, um die Täter direkt vor Ort von ihren grausamen Selbstmordattentaten abzuhalten. Dirigiert wird er dabei von dem mit allen Wassern gewaschenen CIA-Mann Ed Hoffmann, der Ferris von zu Hause aus Kommandos erteilt. Nicht selten arbeiten Ferris und Hoffmann gegeneinander, da sie den erbarmungslosen Krieg aus vollkommen unterschiedlichen Perspektiven wahrnehmen. Diese Situation ist vor allem für Ferris sehr heikel, da er für alles den Kopf hinhalten und im schlimmsten Fall mit seinem eigenen Leben bezahlen muss…

Schauspieler

Der Mann, der niemals lebte Russell Crowe, Leonardo DiCaprio, Mark Strong, Golshifteh Farahani, Oscar Isaac, Simon McBurney, Vince Colosimo, Clara Khoury, Jamil Khoury, Shredy Jabarin, Alon Abutbul

Filmkritik von Kathrin Lang

Kathrin vergibt 3 von 5 Ms Der Mann, der niemals lebte Kein politisches Thema ist seit dem 11. September aktueller als der Terrorismus, der uns aus dem Nahen Osten droht. Davon blieb auch die Filmwelt nicht unberührt, die sich seit diesem unheilvollen Tag intensiv und bereits in vielen verschiedenen Formen und Varianten mit dem Thema auseinandergesetzt hat. Nach etlichen filmischen Terrorbeiträgen, die nicht alle glanzvoll auf der Leinwand erschienen sind, wagte sich nun Erfolgsregisseur Ridley Scott an dieses große Thema heran und beleuchtet den amerikanischen Weg der Terrorismusbekämpfung. Doch obwohl eigentlich alle nötigen Werkzeuge für ein viel versprechendes Kinospektakel vorhanden sind, kann auch Ridley Scotts „Der Mann, der niemals lebte“ nicht gänzlich überzeugen. Zwar beginnt dieser Politthriller sehr verheißungsvoll, kann seinen, an sich selbst gestellten, hohen Anforderungen jedoch nicht gerecht werden. Nicht nur, dass „Der Mann, der niemals lebte“ der nötige Schwung fehlt, auch die Informationen, die der Thriller an sein Publikum zu transportieren versucht, sind nicht sonderlich gehaltvoll. Zwar wird der Zuschauer mit erschütternden Folterszenen konfrontiert, die den kritischen Zustand im Nahen Osten mehr als nur verdeutlichen, doch mit einem umfangreicheren Wissen über die aktuelle Krisensituation verlässt er den Kinosaal leider nicht. Schade, denn sollte nicht gerade dies Sinn und Zweck eines solchen Filmes sein?
Abstreiten lässt sich nicht, dass der Zuschauer dennoch einige Aspekte vermittelt bekommt: Er weiß nun mit welchen moralischen Konflikten sich ein CIA-Agent im Nahen Osten konfrontiert sieht und, dass ein Mann für eine Frau bereit ist alles zu tun – auch wenn er sie eigentlich gar nicht kennt. Klingt böse, doch wieder einmal sind dem europäischen Zuschauer die hanebüchenen Hollywoodklischees ein Dorn im Auge und trüben das Kinovergnügen ungemein. Rein technisch wurde „Der Mann, der niemals lebte“ immerhin nahezu einwandfrei umgesetzt. In den toll inszenierten Szenen hinterlässt Regisseur Ridley Scott seine Handschrift und beweist damit einmal mehr sein Talent für die technische Umsetzung großer Blockbuster. Auch die starbesetzte Schauspielerriege erfüllt absolut ihr Soll. Zwar geht Russell Crowe in seiner wenig Freiraum bietenden Rolle etwas unter, doch dafür sind seine beiden Kollegen Leonardo DiCaprio und Mark Strong umso präsenter und überzeugender auf der Leinwand. DiCaprio kommt nicht ganz an seine Leistungen aus „Departed: Unter Feinden“ und „Blood Diamond“ heran, hinterlässt aber dennoch ein rundum gutes Bild. Hoffen wir, dass zukünftig wieder mit etwas mehr Gehalt an solch wichtige Themen herangegangen wird. Dass „Der Mann, der niemals lebte“ (auch) in Amerika an den Kinokassen floppte, sollte den Machern zu denken geben.



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Kommentare

Bernd schreibt am 04.12.08, 17:39
Dieser Film wurde nach dem gleichnamigen Spionage-Thriller von David Ignatius gedreht. Ignatius gilt als Spezialist für die Themen Geheimdienste und Naher Osten und ist einer der renomiertesten politischen Journalisten Amerikas.
Ridley Scott ist wieder ein grundsolider Thriller mit einem überragenden DiCaprio gelungen (den mochte ich früher eigentlich gar nicht), für mich volle 5 Punkte.
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