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Eierdiebe
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Regie
Robert Schwentke
Drehbuch
Robert Schwentke
Produzenten
Oliver Huzly, Wiebke Toppel
Genre Tragik-Komödie FSK 12 Filmlänge 88 min Land Deutschland Kinostart 22.01.2004 DVD-Start 28.10.2005 Verleih Odeon (Filmwelt) |
Story
Als der Student Martin von seiner Studienreise aus Amerika zurückkommt, konsultiert er einen Arzt wegen starker Schmerzen. Die Diagnose ist niederschmetternd – Martin hat Hodenkrebs. Zunächst wird ihm nur ein Hoden amputiert, doch der Krebs ist schon weiter fortgeschritten und hat auch den zweiten Hoden befallen. Den will Martin allerdings keinesfalls auch noch hergeben und entschließt sich deshalb zur Chemotherapie. Seine beiden Zimmergenossen – beide schon hinreichend chemo-erfahren und äußerst zynisch, begegnen Martin zunächst ablehnend. Doch bald schon sieht Martin aus wie sie und zusammen mit Susanne bilden sie ein eingeschworenes Quartett. Martin beginnt sich Gedanken zu machen über den Verbleib seines einen Hodens und fordert ihn von den Ärzten zurück. Nachdem er hier nur auf Ablehnung stößt, beschließt er, den entfernten Hoden aus der Pathologie zu klauen und richtig zu beerdigen. Unterstützt wird er hierbei von seinen neuen Freunden – doch der Zugang zur Pathologie soll sich schwieriger gestalten, als die vier eigentlich gedacht hatten.
Schauspieler
Wotan Wilke Möhring, Julia Hummer, Janek Rieke, Thomas Thieme, Antoine Monot jr, Alexander Beyer, Marie Gruber, Fatih Cevikkollu, Götz Schubert
Filmkritik von Stefanie Rufle
Allein schon am Titel dieser Schwarzen Komödie lässt sich erkennen, wie hier mit dem Thema Krebs umgegangen wird. All die schrecklichen Dinge wie Chemo, Erbrechen, Angst vor dem Tod, werden mit einem fast schon unverschämten Humor behandelt, der jedoch nie fehl am Platz wirkt. Vielleicht gerade weil die Geschichte autobiographische Züge aufweist, ist es Regisseur Robert Schwentke gelungen, diese Gratwanderung mit Bravour zu bestehen. Eines wird schnell klar: Hier soll nicht auf die Tränendrüse gedrückt werden, vielmehr möchte Schwentke die Lachmuskeln des Publikums strapazieren – denn auch das ist ein Weg, um mit einem so ernsten Thema angemessen umzugehen. Dabei gibt es nicht einen Absturz in den Klamauk, der Ernst dieser Thematik ist immer durchaus präsent.
Dass „Eierdiebe“ eine derart gelungene Schwarze Komödie wurde, ist ganz besonders Hauptdarsteller Wotan Wilke Möhring zu verdanken. Er gibt hier eine grandiose Vorstellung, bleibt in seinem Spiel eher zurückhaltend und lässt die Geschichte für sich sprechen. Dieser Film kommt ohne jeglichesä Pathos aus und gibt gleichzeitig tiefe Einblicke in ein Thema, das in unserer Gesellschaft immer noch eher totgeschwiegen wird. „Eierdiebe“ lässt somit wirklich keine Wünsche offen – hier kann nach Herzenslust gelacht werden, und das bei einem Film, der gleichzeitig auch ganz tief bewegt.
