Dame, König, As, Spion

Tinker, Tailor, Soldier, Spy

Filmplakat Dame, König, As, Spion
Regie Tomas Alfredson  Drehbuch Peter Straughan, Bridget O’Connor  Produzenten Tim Bevan, Eric Fellner, Robyn Slovo 
Genre Thriller  FSK 12  Filmlänge 127 min
Land Großbritannien, Deutschland  Kinostart 02.02.2012  Verleih STUDIOCANAL

Story

Ein Jahr ist es her, seit George Smiley den Hut nehmen und den Geheimdienst zusammen mit seinem Boss – Control – aufgrund eines fehlgeschlagenen Einsatzes verlassen musste. Nun, 1973, ist Control tot und man ruft Smiley zurück. In der obersten Spitze des britischen Secret Service, dem Circle, gibt es einen Maulwurf des russischen Geheimdienstes KGB. Doch wer der fünf Männer, die dafür in Frage kommen, ist es tatsächlich? George Smiley muss im Geheimen operieren, bekommt keinen Zugang zu Informationen und muss sich auf die Loyalität seiner Freunde und ehemaligen Vertrauten verlassen. Und auf seine Instinkte, denn dieser Auftrag ist lebensgefährlich für alle Beteiligten…

Schauspieler

Dame, König, As, Spion Gary Oldman, Colin Firth, Tom Hardy, John Hurt, Toby Jones, Mark Strong, Benedict Cumberbatch, Ciarán Hinds, David Dencik, Imre Csuja, Kathy Burke, Stephen Graham, Arthur Nightingale

Filmkritik von Melanie Frommholz

Melli vergibt 4 von 5 Ms Dame, König, As, Spion Wenn sich der britische Bestseller-Autor John le Carré auf eines versteht, dann auf das Schreiben von packenden Spionagethrillern. Le Carré, der eigentlich David John Moore Cornwell heißt, war früher selbst für den Geheimdienst tätig und weiß wovon er schreibt. Aus der Zeit, als der Kalte Krieg die Gemüter bewegte und der Westen und der Ostblock sich belauerten, stammt die Geschichte von „Dame, König, As, Spion“. Keine leichte Kost, man muss von Beginn an bei der Sache bleiben, lebt der Thriller doch auch entscheidend von dem was nicht gesagt oder nur angedeutet wird. Im Zentrum steht John le Carrés Hauptagent George Smiley, ein Mann, der scheinbar ohne Antrieb und mangels Alternativen nur noch das tut, was er am besten kann: Ein Spion sein.

Auch wenn John le Carré als ausführender Produzent seine Geschichte nicht gänzlich aus der Hand gab, haben Drehbuchneuling Bridget O'Connor und Peter Straughan („Eine offene Rechnung“, „Männer die auf Ziegen starren“) aus der Romanvorlage das Drehbuch geformt. Die Adaption schafft es genau die Punkte „Zwischen den Buchzeilen“ zu greifen, das dreckige aber auch bürokratische Agentenleben zu skizzieren und dabei die verschiedenen Charaktere in diesem Spiel treffend herauszuschälen. Der Umstand, dass dabei jeder Fakt und jedes Puzzleteil entscheidend ist, macht jedoch gerade die erste halbe Stunde anstrengend. Namen, Orte und Zusammenhänge wollen zunächst gedanklich sortiert werden. Auch die anfänglich behäbige Inszenierung des schwedischen Regisseurs Tomas Alfredson ist hier nicht frei von Längen. Doch „Dame, König, As, Spion“ macht die nicht so überzeugende Ouvertüre bald vergessen. Alfredson hat sich bei seinen skandinavischen Kollegen nicht nur die kühle, strenge und zur Geschichte optimal passende Optik abgeschaut, sondern auch die stille, aber atmosphärisch dichte Erzählweise, die oft an ein Kammerspiel erinnert. Je enger sich der Kreis um den Maulwurf zieht, desto mehr packt einen dieser Thriller, zieht einen die Handlung in den spannenden und undurchsichtigen Spionagesumpf. Fasziniert beobachtet man die unterschiedlichen Typen von Agenten, die fein gezeichnet sind. „Dame, König, As, Spion“ bleibt damit immer der Gegenentwurf zum „James Bond“–Universum. Hier gibt es keine wilden Verfolgungsjagden oder actionreiche Stunt-Einlagen. Dafür nüchtern kalkuliertes, tödliches Intrigenspiel.

Getragen wird „Dame, König, As, Spion“ von einem hervorragenden Cast, der in seinen Parts überzeugend agiert. Gary Oldman zeigt dabei einmal mehr seine Qualitäten als ausdruckstarker Mime, der auch ohne lange Dialoge weiß wie man einer Figur ihre Facetten entlockt. Doch auch Colin Firth, Tom Hardy, John Hurt, Toby Jones, Mark Strong und Benedict Cumberbatch verstehen ihren Job und tragen dazu bei, dass man Action-Sequenzen a la Bond nicht vermisst.

Wissenswertes

Dame, König, As, Spion Das Drehbuch basiert auf einem Roman von John le Carré. „Dame, König, As, Spion“ bringt George Smiley, die zentrale Figur im Spionage-Universum des Bestseller-Autors, erstmals nach langer Zeit wieder auf die Kinoleinwand.

Der Romanstoff wurde 1979 als TV-Mini-Serie mit Alec Guinness bereits einmal verfilmt.

Auszeichnungen

Dame, König, As, Spion
OSCAR-Nominierungen

Bester Hauptdarsteller (Gary Oldman), Beste Musik, Bestes Drehbuch (Adaption)



Besucherbewertung
4.0 / 5  (4 votes)

Kommentare

Filmkenner schreibt am 08.02.12, 13:47
war gestern im Kino. Der Film ist sehr langatmig und eine sehr vorhersehbare Handlung. Das es hier nicht sehr viel Action geben wird war klar, aber zudem fehlen Spannung und ein wenig britischer Humor hätte dem Film auch ganz gut getan. Die Schauspielleistung von Gary Oldman ist gut, aber rettet den Film leider nicht. Bin fast eingeschlafen. Genauso erging es meinem Vater. Nicht zu empfehlen,leider!
+ Kommentar schreiben
Deine Daten
(wird nicht veröffentlicht)
Dein Kommentar*

*Pflichtfeld
Der Kommentar wird von uns vor dem Freischalten geprüft.