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Zwischen uns das Paradies
Na Putu
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Regie
Jasmila Zbanic
Drehbuch
Jasmila Zbanic
Produzenten
Barbara Albert, Karl Baumgartner, Raimond Goebel, Damir Ibrahimovich, Leon Lucev, Bruno Wagner
Genre Drama FSK 6 Filmlänge 99 min Land Bosnien-Herzegovina, Österreich, Deutschland, Kroatien Kinostart 02.09.2010 DVD-Start 13.05.2011 Verleih Neue Visionen |
Story
Luna und Amar sind ein modernes, muslimisches Paar im heutigen Sarajevo. Sie ist als Flugbegleiterin viel unterwegs, er als Fluglotse in einem verantwortungsvollen Job. Beide wünschen sich sehnlichst ein Kind, doch noch hat es nicht geklappt. Als Amar eines Tages wegen seiner Alkoholexzesse den Job verliert, beginnen die Probleme. Zufällig trifft er einen alten Mitsoldaten wieder, der ihm einen Job in einem abgelegenen Wahabiten-Camp verschafft. Amar nimmt trotz Lunas Bedenken an und schon nach ein paar Tagen bricht der Kontakt ab. Als Amar schließlich nach Sarajevo zurückkehrt, erkennt Luna ihn nicht wieder. Er trinkt nicht mehr, geht jeden Freitag in die Moschee, um zu beten und versucht auch ansonsten sein Leben streng an den Gesetzen des Koran auszurichten. Immer weiter entfernt er sich so von Luna, die ihren modernen Lebenswandel nicht aufgeben will. Bald steht das Paar vor der Frage, ob ihre Liebe ihre gegensätzlichen Welten weiterhin verbinden kann…
Schauspieler
Zrinka Cvitesic, Leon Lucev, Ermin Bravo, Mirjana Karanovic, Marija Köhn, Nina Violic, Sebastian Cavazza, Jasna Ornela Bery
Filmkritik von Melanie Frommholz
In ihrem zweiten Kino-Langfilm beschäftigt sich die Filmemacherin Jasmila Zbanic nicht nur mit der modernen muslimischen Nachkriegsgesellschaft in Bosnien-Herzegowina sondern sie baut auch die Frage nach einer zunehmenden Islamisierung der Gesellschaft mit ein. Wie Amar finden vom Krieg traumatisierte Männer in der Religion Zuflucht, Orientierung und Frieden. Doch wo hört Religiosität auf und fängt Fundalismus auf? Zbanic vergibt hier leider die Chance des Films in diese Problematik tiefer einzusteigen und der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung in ihrem Land in diesem Punkt nachzugehen. Wenn die Gesetze eines Landes an der Moscheetür enden, muss sich eine bürgerliche Demokratie fragen, ob hier nicht einiges in die falsche Richtung läuft. Die Filmemacherin geht hier über Andeutungen aber nicht hinaus und bleibt bei der Bedeutung der Frage für die Zweierbeziehung von Luna und Amar. Sie geht damit den risikoloseren und konventionellen Weg. Die Betrachtung der eingeschränkten Perspektive ist ihr jedoch sehr gut gelungen. Jasmila Zbanic bleibt den ganzen Film über emotional dicht an ihren Figuren und so benötigen wir keine ausschweifenden Dialoge, um ihr Auseinanderdriften oder die seelischen Schatten, die der Krieg hinterlassen hat, nachfühlen zu können. Man versteht, was Amar in den Gebeten und meditativen Gesängen der islamischen Bruderschaft findet, wie man auch Luna wachsende Verzweiflung und Hilflosigkeit über das Abdriften Amars immer spürt. Jasmila Zbanic kann dabei auf ausdruckstarke Schauspieler bauen. Insbesondere Zrinka Cvitesic als Luna nimmt ihre Szenen mit einer starken Präsenz für sich ein.
„Zwischen uns das Paradies“ setzt sich zwar nicht konsequent mit der wachsenden Islamisierung auseinander, Jasmila Zbanic erzählt aber überzeugend eine intensive Liebesgeschichte vor dem Hintergrund eines Landes, dass immer noch mit den Folgen eines schrecklichen Krieges kämpft.
"Zwischen uns das Paradies" ist der zweite Film der Filmemacherin Jasmila Zbanic.