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Die Kunst zu gewinnen - Moneyball

Moneyball

Filmplakat Die Kunst zu gewinnen - Moneyball
Regie Bennett Miller  Drehbuch Steven Zaillian, Aaron Sorkin  Produzenten Michael De Luca, Rachael Horovitz, Brad Pitt 
Genre Sport-Drama  FSK Filmlänge 133 min
Land USA  Kinostart 02.02.2012  DVD-Start 21.06.2012  Blu-ray-Start 21.06.2012  Verleih Sony Pictures

Story

Billy Beane ist schon seit einer halben Ewigkeit im Baseballgeschäft tätig. Einst als blutjunger Spieler selbst auf dem Feld gestanden, ist Billy heute Manager eines Baseballteams. Leider hat er sich mit den Oakland A’s ausgerechnet die Mannschaft ausgesucht, die finanziell am schlechtesten dasteht. Dem Verein fehlt es an allen Ecken an Geld, weshalb Billy kaum Möglichkeiten hat die guten Spieler bei sich zu halten oder sie überhaupt zu sich zu bekommen. Für die geringen Mittel, die ihm zur Verfügung stehen, schlägt er sich jedoch wacker. Dass er das Endspiel in der letzten Saison jedoch verloren hat, macht Billy schwer zu schaffen. Endlich will er Erfolg auf ganzer Linie und sein Team auf Platz 1 sehen.
Als er die Vorbereitungen für die neue Saison trifft, begegnet er bei Spielerverhandlungen zufällig dem jungen Yale-Absolventen Peter Brand. Dieser versteht es wie kein anderer mit Zahlen zu jonglieren und hat eine Formel entwickelt, mit der sich der Wert eines Baseballspielers statistisch errechnen lässt. Billy Beane ist von Peters ganz andersartigen Herangehensweise schnell überzeugt – nicht zuletzt deshalb, weil Peter Brands Liste der Topspieler stark von der offiziellen „heißen Liste“ abweicht und die Wunschkandidaten damit auch sehr viel billiger sind, als die offiziellen Stars. Billy Beane will es wissen und geht das Risiko ein: eine ganze Saison lang setzt er auf Spieler, die sonst niemand haben möchte. Wird er damit den ganzen Sport revolutionieren oder geht der Schuss nach hinten los?

Schauspieler

Die Kunst zu gewinnen - Moneyball Brad Pitt, Jonah Hill, Philip Seymour Hoffman, Robin Wright, Chris Pratt, Kathryn Morris, Glenn Morshower, Tammy Blanchard, Kerris Dorsey, Stephen Bishop, Adrian Bellani

Filmkritik von Kathrin Lang

Kathrin vergibt 5 von 5 Ms Die Kunst zu gewinnen - Moneyball Schon seit geraumer Zeit ist das Sport-Drama „Die Kunst zu gewinnen – Moneyball“ in aller Munde. Bei den Golden Globes in vier Kategorien nominiert, kamen die sechs Nominierungen für den OSCAR nur wenig überraschend. Vor allem um Brad Pitt wurde schon lange vor Kinostart viel Wind gemacht. Nachdem nicht nur die Golden Globe- sondern auch die OSCAR-Nominierung für seine Darstellung in Terrence Malicks „The Tree of Life“ ausblieben, stieg die Hoffnung der Fans, dass es dem Hollywoodstar mit seiner Darstellung in „Die Kunst zu gewinnen – Moneyball“ gelingen würde die beliebte Trophäe endlich einzuspielen. Obwohl Brad Pitt in seiner Rolle des ehrgeizigen Managers Billy Beane den hohen Erwartungen in allen Punkten gerecht wird, ist es dann überraschenderweise jedoch nicht der Mime über den man zuerst sprechen möchte wenn man den Film gesehen hat, sondern über das Drehbuch und die beiden dafür verantwortlichen Autoren.

Aaron Sorkin, der 2010 bereits das außerordentlich gut adaptierte Drehbuch zu „The Social Network“ ablieferte, gelingt zusammen mit Co-Autor Steven Zaillian auch 2012 ein kleines Meisterwerk. Auf dem Sachbuch „Moneyball – The Art Of Winning An Unfair Game“ von Michael Lewis basierend, formen die beiden Autoren eine Geschichte, der es weder an emotionaler Tiefe und an Menschlichkeit mangelt, noch an Spannung und Leidenschaft. Faszinierend ist das vor allem deshalb, weil sich „Die Kunst zu gewinnen – Moneyball“ mit dem Thema „Sport- und Spielerstatistiken“ ein nicht gerade nach Erfolg schreiendes Thema auserkoren hat. Den beiden Drehbuchautoren gelingt es jedoch aus dem eigentlich trockenen Stoff eines Sachbuches, ein mitreisendes, emotional packendes und an seinen Höhepunkten sogar immer wieder sehr lustiges Baseball-Drama zu erschaffen. Wie schon in „The Social Network“ sind es auch in „Die Kunst zu gewinnen – Moneyball“ die starken Dialoge, die klar ausgerichtete Storyline und die sehr gut durchdachte Figurenzeichnung, die den Film zu etwas Besonderem werden lassen.

Natürlich kommen an dieser Stelle doch die Schauspieler ins Spiel, die ihre Rollen auf dem nahrhaften und vor allem festen Fundament des Drehbuchs umsetzen dürfen. Sowohl Brad Pitt als auch Jonah Hill kennen die Stärken des Drehbuchs, verlassen sich jedoch nicht einfach darauf, sondern fügen dem Film mit einer immerzu authentischen Darstellung weitere überzeugende Facetten hinzu. Während es Brad Pitt nicht gerade selbstverständlich, aber scheinbar dennoch spielend einfach gelingt den sehr ehrgeizigen und nicht immer moralisch einwandfrei handelnden Manager zu einer durchweg sympathischen Figur werden zu lassen, der man gerne durch die Höhen und Tiefen des Sport-Business folgt, ist es vor allem Jonah Hill, der mit seiner Darstellung für wahre Überraschungen sorgt. Nach Rollen in leichten Komödien, wie „Nie wieder Sex mit der Ex“ oder „Männertrip“ hätte man ihm ein Schauspiel wie in „Die Kunst zu gewinnen – Moneyball“ kaum zugetraut. Die schwierige Gratwanderung, die er mit seiner Figur in dem Sportdrama durchlaufen muss, gelingt ihm jedoch meisterhaft. Jederzeit nimmt man ihn in seiner Rolle des Statistikgenies Peter Brand absolut ernst, kann sich gleichzeitig jedoch auch herrlich über seinen charmant witzige Art amüsieren. Mit „Die Kunst zu gewinnen – Moneyball“ mausert sich Jonah Hill jedenfalls zu einem ernstzunehmenden Schauspieler, der bislang offensichtlich unterschätzt wurde.

„Die Kunst zu gewinnen – Moneyball“ wird nicht grundlos als heißer OSCAR-Kandidat gehandelt. Die Mischung aus einem exzellenten Drehbuch und zwei überzeugend aufspielenden Schauspielern, die mit dem Stärken des Drehbuchs umzugehen wissen, machen aus dem Sport-Drama ein spannendes und angemessen emotionales Filmereignis, das auf der großen Leinwand genau richtig aufgehoben ist.

Wissenswertes

Die Kunst zu gewinnen - Moneyball Die Weltpremiere von "Die Kunst zu gewinnen - Moneyball" fand am 9. September 2011 beim Toronto International Film Festival statt.

Auszeichnungen

Die Kunst zu gewinnen - Moneyball
Golden Globe-Nominierungen

Bester Film - Drama, Bester Schauspieler - Drama (Brad Pitt), Bester Nebendarsteller (Jonah Hill), Bestes Drehbuch

OSCAR-Nominierungen

Bester Film, Bester Hauptdarsteller (Brad Pitt), Bester Nebendarsteller (Jonah Hill), Bester Schnitt, Bester Ton-Mix, Bestes Drehbuch (Adaption)



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