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McCabe & Mrs. Miller
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Regie
Robert Altman
Drehbuch
Robert Altman, Brian McKay
Produzenten
David Foster, Mitchell Brower
Genre Western FSK 16 Filmlänge 120 min Land USA Kinostart 11.12.1971 DVD-Start 20.02.2004 Verleih Warner Bros. Pictures |
Story
Sturm und Regen begleiten den Fremden in das kleine Bergarbeiterkaff Presbyterian Church im entlegenen Nordwesten der Vereinigten Staaten. Von neugierigen Blicken kritisch beäugt, betritt der Mann, der sich als John Q. McCabe vorstellt, den Saloon und beginnt mit den Einheimischen zu pokern. Doch der Sinn steht ihm nach etwas anderem. Er eröffnet ein Bordell und findet in der toughen Constance Miller bald eine geneigte Geschäftspartnerin, die ihr Handwerk versteht und das Gewerbe professionalisiert. Doch McCabe stößt schnell an seine Grenzen. In Unkenntnis seiner Lage begeht er bald einen verhängnisvollen Fehler. Aus einem verpatzten Geschäft wird für ihn ein Kampf ums nackte Überleben...
Schauspieler
Warren Beatty, Julie Christie, Rene Auberjonois, William Devane, John Schuck, Corey Fischer, Bert Remsen, Shelley Duvall, Keith Carradine, Michael Murphy, Antony Holland, Hugh Millais, Manfred Schulz
Filmkritik von Achim Lay
Bonjour Tristesse! Robert Altman drehte Anfang der Siebziger Jahre einen Western der düsteren Art. Im Sog von "Bonnie & Clyde" hatten Pessimismus und Trübsinn Einzug ins Kino gehalten. Doch derart aussichtslos und resignativ war noch kein Western dahergekommen. Nach der Romanvorlage "Keine Chance für McCabe" inszenierte Altman einen elegischen, zutiefst bedrückenden Film, der in seiner ganzen Negativität an der Kinokasse floppte. Erst mit den Jahren zeigten sich die handwerkliche Perfektion und die dramaturgische Raffinesse, mit der Altman seine Geschichte erzählt. Im Zentrum der Handlung stehen die Titel gebenden Protagonisten, deren Mission von Anfang an zum Scheitern verurteilt ist. Vor allem McCabe ist in seiner Naivität nur zu bemitleiden. Seine Visionen entpuppen sich schnell als Hirngespinste. Er wird zur tragischen Figur und ist dem Untergang geweiht. Seine geschäftliche Inkompetenz, gepaart mit einer gewissen Blasiertheit, führt zu einer völligen Fehleinschätzung seiner Situation. Er ahnt nicht einmal, dass er mit seinem kurzsichtigen Handeln seinen eigenen Tod heraufbeschwört. Mrs. Miller, die Frau für die er Gefühle hegt, die er liebt und begehrt, sieht in ihm nur einen Geschäftspartner. Julie Christie, mit einer OSCAR-Nominierung belohnt, überzeugt vollends als starke, eigenständige Frau in einer von Männern dominierten Welt. Sie hat schon vor der Ankunft in Presbyterian Church jegliche Hoffnung auf Liebe, Glück und ein sorgenfreies Leben aufgegeben. Sie hat sich mit den Umständen arrangiert und ist lediglich daran interessiert, ihr Geschäft anzukurbeln. Die anderen Protagonisten, Schwermut und Verzweiflung mit Namen, suggeriert von beeindruckend kalten, spärlich ausgeleuchteten Bildern und dem klagenden Sound von Leonard Cohen, beherrschen die Szenerie und lassen jegliche Hoffnung auf ein Happy End im Keim ersticken.
Presbyterian Church ist ein unwirtlicher Ort, der die Einsamkeit der Charaktere manifestiert. Die Dialoge der Figuren gehen im Stimmengewirr unter, wie die Hoffnung McCabes' auf ein erfülltes Leben. Altmans Film bietet keine Plattform für Heldentum. Melancholisch und ohne jegliche Verklärung erzählt er eine fatalistische Geschichte, über die der Hauch des Todes weht. Wer sich auf den schwer zugänglichen Film einlässt, wird mit herrlich fotografierten Bildern und einer geradlinigen Story belohnt, die ohne Effekthascherei und Entertainment auskommt und dem Mythos vom "Wilden Westen" ein jähes Ende bereitet.
Wissenswertes
Der Film wurde im englischen Original gesehen und bewertet!
Altman und die Produzenten drehten den Film an Originalschauplätzen in der kanadischen Provinz, wo sie eigens die im Film gezeigten Häuser errichten ließen und diese während der Dreharbeiten auch mit der gesamten Crew bewohnten.
Auszeichnungen
OSCAR-Nominierungen
Beste Schauspielerin (Julie Christie)
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