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Die letzte Metro
Le Dernier Métro
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Regie
François Truffaut
Drehbuch
François Truffaut, Suzanne Schiffman
Produzent
François Truffaut
Genre Drama FSK 12 Filmlänge 126 min Land Frankreich Kinostart 29.10.1981 DVD-Start 17.09.2008 Verleih Concorde |
Story
Paris während der deutschen Besatzung. Unter erschwerten Bedingungen versucht Marion Steiner, den Spielbetrieb im "Theater Montmartre" aufrecht zu erhalten. Ihr Ehemann, der jüdische Intendant Lucas Steiner, mußte Frankreich aufgrund des deutschen Vormarsches fluchtartig verlassen. Doch dies ist nur die offizielle Version! Tatsächlich hält Marion ihren Gatten in einem Kellerraum unterhalb der Bühne versteckt, von wo aus er die Geschicke des Theaters weiterhin leitet. Als Bernard Granger für das neue Bühnenstück die Hauptrolle ergattert, fühlt sich der Frauenheld zu Marion hingezogen. Allmählich bröckelt die Fassade der unterkühlten Schönheit. Während sie um das Überleben des Theaters kämpft, ist sie zwischen der Loyalität zu ihrem Mann und den Gefühlen für Granger hin und hergerissen...
Schauspieler
Catherine Deneuve, Gérard Depardieu, Jean Poiret, Andrea Ferreol, Paulette Dubost, Jean-Louis Richard, Heinz Bennent, Maurice Risch
Filmkritik von Achim Lay
François Truffaut drehte zu Beginn der 80er Jahre einen Film, den man als Hommage an die Welt des Theaters, als Zeitdokument der französischen Okkupation, vor allem aber als eindringliche, überaus intensive Studie einer handvoll Charaktere bezeichnen kann, die unter erschwerten Bedingungen bemüht sind, ihr Leben auf der Bühne und hinter den Kulissen zu meistern.
Die geschickte Darstellung lebendiger, lebensechter Charaktere, die mit ihren Gefühlen, ihren Ängsten, aber auch ihrem Humor und der kämpferischen Einstellung, den Theaterbetrieb unter extremsten Bedingungen aufrecht erhalten, den tristen Lebensbedingungen voller Sorgen und Entbehrungen entgegenwirken, ist durchweg überzeugend und sorgt für ein hohes Maß an Identifikation beim Publikum. Es entsteht nie der Eindruck eines negativen, deprimierenden Rührstücks. Vielmehr gelingt es Truffaut auf beeindruckende Weise, liebevolle Charaktere zu zeichnen, die keineswegs heroisch agieren, mit alltäglichen Ängsten konfrontiert werden und trotz der ständigen Furcht vor Denunzierung primär mit Bindungsängsten und Liebeskummer zu kämpfen haben.
Die Kamera, häufig nah dran an den Figuren, fängt immer wieder die kleinen Gesten ein, die von der emotionalen Verunsicherung der Protagonisten zeugen. Catherine Deneuve und Gérard Depardieu, unterstützt von einem Ensemble hervorragender Nebendarsteller, brillieren als verhinderte Liebende, die sich ihre wahren Gefühle lange Zeit versagen. Vor allem Catherine Deneuve mit ihrem distanzierten, unnahbaren Spiel, läßt mit ihrer betörenden Schönheit und ihrer schauspielerischen Rafinesse die moralischen Verfehlungen jener Zeit in den Hintergrund treten. Es ist ihre unerfüllte Liebe, die einen mitfiebern, verzweifeln und schließlich triumphieren läßt.
Wenngleich bis ins kleinste Detail zeitgemäß ausgestattet, ist der Studio-Charakter des Films sein vielleicht einziger kleiner Schwachpunkt. Untypisch für Truffaut, der mit Vorliebe an Originalschauplätzen drehte, gibt es nur wenige Außenaufnahmen, wodurch man nicht immer das Gefühl vermittelt bekommt, die Ereignisse spielten sich inmitten der französischen Metropole ab. Dennoch ist die beklemmende Atmosphäre jener Zeit spürbar und hilft, die Tragik der zwischenmenschlichen Ereignisse zu unterstreichen.
Die poetische Magie seiner frühen Filme "Sie küßten und sie schlugen ihn" oder "Jules und Jim" erreicht Truffaut hier nicht. Dennoch ist "Die letzte Metro" ein ästhetisch beeindruckender, bewegender Film, der Zeugnis ablegt von Sanftmut und Feingefühl eines großen Regisseurs.
"Die letzte Metro" wurde mit zehn Césars, dem renommiertesten französischen Filmpreis, ausgezeichnet.