The Pacific (TV-Mini-Serie)

The Pacific (Mini-Serie)

Filmplakat The Pacific (TV-Mini-Serie)
Regie Timothy Van Patten, David Nutter; Jeremy Podeswa  Drehbuch Bruce McKenna, Eugene Sledge, Robert Leckie, Chuck Tatum, Jeanne Sledge, Robert Schenkkan, Michelle Ashford, Laurence Andries  Produzenten Cherylanne Martin, Todd London, Steve Shareshian 
Genre TV-Mini-Serie  FSK 16  Filmlänge 540 min
Land USA/Australien, 2007-2010  DVD-Start 26.11.2010  Verleih Warner Bros. Pictures

Story

Eugene Sledge, Robert Leckie und John Basilone sind junge Männer, die dem US-Marine-Corp beigetreten sind, um ihr Land im Kampf gegen die Japaner zu unterstützen. Ihr Ziel ist es, so viele „Japsen“ wie möglich zu töten. Doch als die drei Männer die wirkliche Tragweite des Krieges miterleben, beginnen sie sich zu verändern. Sie wissen, dass jeder Tag nun ihr letzter sein kann…

Schauspieler

The Pacific (TV-Mini-Serie) Joseph Mazzello, Jon Seda, Jon Bernthal, Joshua Biton, James Badge Dale, Simon Bossell, Tom Budge, Mark Casamento, Joshua Close, Linda Cropper, Caroline Dhavernas, Lelia Goldoni, Chris Haywood, Josh Helman, Ashton Holmes, Toby Leonard Moore, William Sadler, Jacob Pitts, Conor O'Farrell, Isabel Lucas, Anna Torv, Tom Hanks

Kritik von Sascha Koch

Sascha vergibt 5 von 5 Ms The Pacific (TV-Mini-Serie) "I've come to realize that there is nothing good about war, but there is good in why we fight wars." (Private Eugene Sledge, 1946)

Die 40er Jahre. Es waren andere Zeiten. Zeiten, in denen die Welt durch „Gut“ und „Böse“ am Scheideweg stand, Zeiten, in denen Krieg mehr bedeutete als Frieden und Zeiten, in denen junge Männer Suizid begingen, wenn sie als kriegsuntauglich eingestuft wurden. Es war eine Periode in unserer Geschichte, in der sowohl das menschliche Versagen, als auch das Heldentum einzelner deutlich wurde.
Wie schon 2001 in der Mini-Serie „Band of Brothers“ schildert „The Pacific“ den Zweiten Weltkrieg aus Sicht der amerikanischen Soldaten. Dass sich das Thema des Zweiten Weltkrieges aber nicht nur auf Hitler und Europa begrenzt, vergisst man dabei auch gerne. „The Pacific“ soll dies ändern und zeigen, wie entscheidend auch der blutige Konflikt im Pazifikraum für die heutige Welt war.

Am 7. Dezember 1941 griffen japanische Kampfflugzeuge den US-Flottenstützpunkt Pearl Harbor an. Am Folgetag dieser Tragödie traten die Vereinigten Staaten in den Zweiten Weltkrieg ein und setzten eine unglaubliche industrielle und militärische Maschinerie in gang, die bald einen Zweifrontenkrieg bewältigen musste. Der schlafende Tiger war geweckt. In den Folgejahren war für die USA die Hölle jeweils buchstäblich nur einen Ozean entfernt. In vielen Facetten gilt der Pazifikkrieg sogar noch als grausamer als jener in Europa. Gegenüber standen sich zwei militärische Supermächte, die weder vor Opfern noch vor einem blutigen und rachsüchtigen Krieg zurückschreckten. Gerade die Japaner setzten den US-Truppen erheblich zu. Da sich diese niemals ergaben und bis in den Tod kämpften, erhöhten sich die Opferzahlen immer wieder. Hier wurden Leben im Sekundentakt ausgelöscht, ganze Landstriche vernichtet und für jedes einzelne, noch so schlammige und Gott verdammte Stück Erde wurden oftmals dutzende Soldaten förmlich abgeschlachtet.
Hier erwartet den Zuschauer also durchaus anderer Stoff, als er es aus „Band of Brothers“ gewohnt sein dürfte.

„Wer wahre Geschichten erzählt, hat eine große Verantwortung.“ (Steven Spielberg)

Auch mit „The Pacific“ schaffen es Spielberg und Kollege Tom Hanks das Unvorstellbare für den Zuschauer zumindest ansatzweise nachvollziehbar zu machen. Technisch wie auch visuell ist dieses 200 Millionen Dollar Bollwerk erwartungsgemäß perfekt umgesetzt. Die vielen Kampfhandlungen überzeugen durch Effekte, Kameraführung, Ton und Schnitt bis ins Detail. Auch wenn es Spielberg und Hanks verpassen, die Auseinandersetzungen auf Guadalcanal oder Iwojima in letzter Konsequenz und letzter Erbarmungslosigkeit zu schildern, wird der Zuschauer voll in das Geschehen gezogen und kann hautnah miterleben, wie es damals gewesen sein könnte.
Aufgrund einer soliden Leistung kann man auch der Darstellerriege nichts ankreiden. Allerdings versäumt es „The Pacific“ hier seine Charaktere vernünftig einzuführen oder diese dem Zuschauer zumindest näherzubringen. Erst in den letzten Episoden wird in all dem Soldatenwirrwarr klar, dass sich die Geschichte eigentlich hauptsächlich nur um drei US-Marines dreht. Zwar konnte man auch bei „Band of Brothers“ oft den Überblick über das Ensemble verlieren, hatte aber trotzdem eine stärkere Bindung zu den Figuren und brachte mehr Gefühle für sie auf.
Das volle Potential schöpft „The Pacific“ demnach erst in der grandiosen neunten Episode aus, in der von Ruhm und Ehre nicht mehr viel übrig ist und die Einflüsse, die auf die Protagonisten gewirkt haben, voll zur Geltung kommen. Diese Episode ist hochgradig dramatisch, actionreich und charakterstark erzählt. Nicht zu vergessen ist auch das perfekt gestaltete und wunderschön emotional komponierte Intro von Hans Zimmer zu Beginn jeder Episode.

Insgesamt bleibt erneut ein Mahnmal für die Opfer des Zweiten Weltkrieges bestehen. Die Art und Weise wie Hanks und Spielberg die Geschichte zum Leben erwecken und versuchen, sich wirklich in die Materie hineinzuarbeiten, ist einzigartig. Auch wenn „The Pacific“ nicht ganz mit dem Vorgänger „Band of Brothers“ mithalten kann, klingt die eindringliche Botschaft der Serie noch lange nach. „The Pacific“ zeigt uns drei Männer, die in den Krieg zogen, um für ihr Land zu kämpfen und wurden dabei von der schockierenden Grausamkeit, Unbarmherzigkeit und der schlichten Unmenschlichkeit dessen überrumpelt, was sich Zweiter Weltkrieg nennt. Diese Millionen von Männern mussten Dinge sehen, tun und über sich ergehen lassen, die wir uns heute nicht einmal vorstellen könnten. Da ist es dann schon merkwürdig, wenn sich unsereins voller Selbstmitleid über die viele Arbeit, all den Stress oder mögliche Kränkeleien beklagt.
Und somit haben Hanks und Spielberg ihr Ziel erneut erreicht: neues Bewusstsein und ein Mahnmal für das zu schaffen, was damals geschehen ist. Menschen wie Eugene Sledge, Robert Leckie oder John Basilone verdanken wir heute unsere Freiheit.
So lag auch ihr Heldentum viel weniger in dem, was sie taten, als viel mehr in dem, wofür sie es taten.

„The Pacific“ zeigt in seiner Gesamtheit, dass ein Fernsehprojekt nicht unbedingt gewinnbringend sein muss, um zu funktionieren. Zwar offenbart die Mini-Serie einige Ecken und Kanten, ist aber alles in allem sehr sehenswert und ein absolutes MUSS dieser Saison. „The Pacific“ ist ein Meisterwerk in technisch exorbitanter Größenordnung inklusive einer dramatischen Widerspiegelung der Geschichte, die einem ins Gedächtnis ruft, wem wir alle unsere heutigen Lebensverhältnisse schuldig sind.

Am Ende wurden die Verluste des Pazifikkriegs so hoch, dass man zu dem wohl verzweifeltsten Mittel in der Geschichte der Kriegsführung griff. Am 6. August 1945 detonierte in Hiroshima die erste Nuklearwaffe, gefolgt von einer weiteren am 9. August in Nagasaki. Diese Art der Massenvernichtung ließ Japan schließlich einlenken, sodass diese am 2. September 1945 die Kapitulation gegenüber den USA unterzeichneten - nach mehr als 16 Millionen toten Soldaten und Zivilisten.

Wissenswertes

The Pacific (TV-Mini-Serie) „The Pacific“ ist offiziell das Sequel zu „Band of Brothers“, welches ebenfalls von Steven Spielberg und Tom Hanks geschaffen wurde. Die Serie behandelt die Kriegserfahrungen von Eugene Sledge, Robert Leckie und John Basilone.

Die Produktion begann schon 2007 in Australien und verschlang ein Budget von rund 200 Millionen Dollar, womit „The Pacific“ die teuerste Fernsehproduktion aller Zeiten ist. Alleine an den Drehorten in Australien entstanden durch die Miniserie 4.000 neue Arbeitsplätze. Finanziert und ausgetrahlt wurde die Serie vom Pay-TV-Sender HBO.

Im März 2010 waren Spielberg und Hanks zu gast im „Family Theater“ im Weißen Haus, um sich mit Barack Obama eine Ausstrahlung der Mini-Serie anzusehen.

Episodenguide:
• Teil 1
• Teil 2
• Teil 3
• Teil 4

• Teil 5
• Teil 6
• Teil 7
• Teil 8

• Teil 9
• Teil 10

Auszeichnungen

The Pacific (TV-Mini-Serie) Emmy Nominierungen:
Beste Regie („Teil 9“), Beste Regie („Teil 8“), Bestes Drehbuch („Teil 8“), Bestes Drehbuch („Teil 10“), Bestes Titeldesign, Beste visuelle Effekte („Teil 1“), Bester Ton-Mix („Teil 8“), Bester Ton-Mix („Teil 9“), Bester Ton-Mix („Teil 5“), Bester Schnitt („Teil 5“), Bester Schnitt („Teil 9“), Bester Schnitt („Teil 8“), Beste Musik („Teil 10“), Beste Kostüme („Teil 3“), Beste Kamera („Teil 9“), Beste Kamera („Teil 5“)

Gewonnene Emmys
Beste Mini-Serie, Beste visuelle Effekte („Teil 5“), Bester Ton-Mix („Teil 2“), Bester Ton-Schnitt („Teil 5“), Beste Maske, Beste prothetische Maske, Bestes Casting, Beste Ausstattung

Golden Globe Nominierungen:
Beste TV-Mini-Serie

Besucherbewertung
3.0 / 5  (2 votes)

Kommentare

dimi schreibt am 22.09.11, 05:39
die beste fernsehserie aller zeiten... nicht mal ein kinofilm hat bis jetzt eine solche technikbombe auf die leinwände gebracht!
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