Der Fall Chodorkowski

Filmplakat Der Fall Chodorkowski
Regie Cyril Tuschi  Drehbuch Cyril Tuschi  Produzent Cyril Tuschi 
Genre Dokumentation  FSK 12  Filmlänge 116 min
Land Deutschland, 2010  Kinostart 17.11.2011  DVD-Start 25.05.2012  Verleih farbfilm verleih

Story

„Er war der reichste Mann Russlands, zu Gast bei George Bush und Wladimir Putin, einer der mächtigsten russischen Oligarchen. Dann wurde Michail Chodorkowski verhaftet. Heute ist er der prominenteste Häftling Russlands.“

Michail Borissowitsch Chodorkowski hat sich nicht nur als einer der reichsten und einflussreichsten Männer Russlands weltweit einen Namen gemacht, sondern vor allem auch als Unterstützer der politischen Opposition. Letzteres wurde ihm 2003 zum Verhängnis: Als er sich öffentlich gegen Putin stellte und zudem die Amerikaner an seiner Mineralölfirma YUKOS beteiligte, wird Chodorkowski wegen Korruption und Steuerhinterziehung verhaftet und zu 13 Jahren Gefängnis verurteilt. Nicht nur die Verhaftung, sondern vor allem auch das Urteil gingen 2003 durch alle Medien – Michail Borissowitsch Chodorkowski wird zu dem wohl bekanntesten politischen Gefangenen Russlands.

Filmkritik von Kathrin Lang

Kathrin vergibt 4 von 5 Ms Der Fall Chodorkowski Der Berliner Filmemacher Cyril Tuschi zählt zu den Personen, die dem Geschehen in Russland nicht kommentarlos zusehen konnten. In den vergangenen fünf Jahren begab er sich auf eine intensive Recherchereise, um dem nachzuspüren was sich tatsächlich in Russland zugetragen hat und was im Oktober 2003 mit der Verhaftung Chodorkowskis auf die Spitze lief: Dazu drehte Tuschi nicht nur in Russland, sondern auch in Deutschland, Israel und in den USA. In den verschiedenen Ländern traf er auf verschiedene Zeitzeugen, die unterschiedliche Eindrücke der Ereignisse liefern und lässt dadurch ein mehrdimensionales Bild davon entstehen was sich in Russland im Jahr 2003 zugetragen hat. Schnell wird „Der Fall Chodorkowski“ durch die facettenreiche Herangehensweise zu mehr als nur zu einer simplen Nachzeichnung der Geschehnisse. Der Filmemacher sieht und hört nicht nur genau hin, sondern will es auch genau wissen. 180 Stunden Filmmaterial hat er in fünf Jahren zusammengetragen, die er im letzten Schnitt seiner Dokumentation zu 111 Minuten verdichtet.

Um dem Zuschauer einen umfangreichen Eindruck zu vermitteln, setzt Cyril Tuschi in seiner Dokumentation nicht im Jahr 2003 an, sondern beginnt einige Jahre früher mit seiner Erzählung. Die erste Hälfte des Films beschäftigt sich mit dem Aufstieg Chodorkowskis und berichtet davon wie aus dem einfachen Chemiestudenten der Gründer einer russischen Privatbank wird und letztlich einer der einflussreichsten Banker und Geschäftsmann Russlands. Tuschi versteht es den erzählerischen Fluss spannend zu halten, wodurch „Der Fall Chodorkowski“ vor allem zu Beginn nicht nur kurzweilig, sondern auch sehr informativ unterhält. Leider verliert Tuschi diesen Aspekt zum Schluss hin etwas aus den Augen und lässt den Unterhaltungswert zugunsten eines regen Informationsflusses weichen. Nichtsdestotrotz ist ihm mit „Der Fall Chodorkowski“ ein starkes Porträt gelungen, das einen umfassenden Blick auf die bislang eher undurchsichtige Person Michail Borissowitsch Chodorkowski wirft.

Wissenswertes

Der Fall Chodorkowski "Der Fall Chodorkowski" lief auf der Berlinale 2011.



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