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Eine Familie
En Familie
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Regie
Pernille Fischer Christensen
Drehbuch
Pernille Fischer Christensen, Kim Fupz Aakeson
Produzenten
Sisse Graum Jørgensen, Vinca Wiedemann
Genre Drama FSK 12 Filmlänge 102 min Land Dänemark Kinostart 03.03.2011 DVD-Start 04.08.2011 Verleih Tobis Film |
Story
Die Rheinwalds backen Brot aus Tradition. Seit der Urgroßvater aus Deutschland nach Dänemark kam, mit nichts mehr als einem Sack Getreide unter dem Arm hat es die Familie bis zum königlichen Hoflieferanten gebracht. Heute leitet Rikard stolz die Bäckerei, doch der Krebs hat ihn geschwächt. Zu dumm also, dass sich keines seiner vier Kinder für das Backen von Brot interessiert. Ditte, die Älteste und sein Liebling, hat Kunstgeschichte studiert und möchte bald mit ihrem Freund, einem Künstler, nach New York umziehen. Hier lockt ein einmaliges Jobangebot. Rikard ist wenig begeistert, hatte er doch heimlich auf Ditte als seine Nachfolgerin gesetzt. Als der Krebs zurückkehrt verändert das für die Mitglieder der Familie alles.
Schauspieler
Lene Maria Christensen, Jesper Christensen, Pilou Asbœk, Anne Louise Hassing, Line Kruse, Coco Hjardemaal, Gustav Fischer Kjœrulff
Filmkritik von Melanie Frommholz
„Eine Familie“ ist die dritte Langfilmarbeit der dänischen Filmemacherin Pernille Fischer Christensen. Ein Film, bei dem Christensen nicht nur Regie führte, sondern auch das Drehbuch mitschrieb. Ihr ist mit diesen 102 Minuten Zelluloid eine zutiefst berührende Geschichte gelungen, die nicht nur den Begriff Familie wunderbar einfängt, sondern die es auch versteht den Blickwinkeln nicht nur darauf zu beschränken. Pernille Fischer Christensen erzählt uns von den Dingen des Lebens: von in uns gesetzten Erwartungen, von Traditionen, die die Elterngeneration noch selbstverständlich weiterführte und einem Gefühl der Nähe, das eine Familie im Idealfall trägt. „Eine Familie“ ist ein Film über das Leben, das Sterben und den ganzen Rest dazwischen. Insbesondere das Sterben rückt Pernille Fischer Christensen in das Zentrum ihres Filmes je weiter die Handlung voranschreitet. Wir erleben einen klassischen Generationenkonflikt, der die Fragen nach den eigenen Zielen im Leben ganz selbstverständlich und ohne Theatralik stellt und diese im Angesicht von drohenden Verlusten hinterfragt. Feinfühlig begibt sich Christensen in das feine Beziehungsgeflecht einer Familie, die den Tod eines geliebten Menschen erwartet und ihn auf diesem schweren Weg begleitet. Die Dänin versteht es dabei mit einer unaufgeregten, geerdeten Inszenierung das Schicksal ihrer Figuren ganz dicht an den Zuschauer heranzutragen. Man wird von den Emotionen umfangen wie von einer dichten Decke, kann und will sich ihnen nicht entziehen. Polternde Dialoge, Kitsch und Pathos wären fehl am Platz und man wird sie hier auch nicht finden.
Fantastische Darsteller verkörpern mit großer Authentizität in „Eine Familie“ ihre Rollen. Insbesondere Jesper Christensen als Familienoberhaupt Rikard bleibt mit seiner außergewöhnlichen Leistung im Gedächtnis. Sein Weg vom wütenden Kämpfer gegen die Krankheit hin zum vom Tode gezeichneten Mann, der mit seinem Schicksal und seinen Kindern hadert, führt zu den emotionalsten Momenten des Films.
Jesper Christensen ist zusammen mit Lene Maria Christensen, die die Tochter Ditte spielt, der Mittelpunkt dieses ergreifenden Familienportraits, das tief im Herzen berührt, da wo es weh tut.
Wissenswertes
"Eine Familie" lief im Wettbewerb der Berlinale 2010 und wurde mit dem FIPRESCI-Preis der internationalen Filmkritiker- und Filmjournalisten-Vereinigung als bester Film im Wettbewerb ausgezeichnet. Pernille Fischer Christensen war zudem für den Goldenen Bären nominiert.
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