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Couscous mit Fisch
La graine et le mulet
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Regie
Abdellatif Kechiche
Drehbuch
Abdellatif Kechiche
Produzent
Claude Berri
Genre Drama FSK 6 Filmlänge 151 min Land Frankreich Kinostart 28.08.2008 DVD-Start 22.05.2009 Verleih Arsenal Filmverleih |
Story
Der alternde Hafenarbeiter Slimane ist 61 und hat sein Leben lang auf der Werft Schiffe repariert. Doch die Zeiten sind schlecht und seine Ex-Frau meckert bereits, dass die Unterhaltszahlungen für die Kinder ausbleiben. Diese sind zum Großteil aber bereits erwachsen und selbst Eltern. Bei seiner neuen Freundin und deren Tochter lebt Slimane in bescheidenen Verhältnissen. Als er gekündigt wird, nutzt er die Chance, um seinem Traum von einem eigenen Restaurant zu verwirklichen. Ein Projekt, das von den Behörden eher kritisch gesehen wird, aber die Familie einander wieder näher bringt.
Schauspieler
Habib Boufares, Hafsia Herzi, Faridah Benkhetache, Abdelhamid Aktouche, Bouraouïa Marzouk, Alice Houri, Cyril Favre, Leila D’Issernio, Abdelkader Djeloulli, Bruno Lochet, Olivier Loustau, Sami Zitouni, Sabrina Ouazani
Filmkritik von Melanie Frommholz
„Couscous mit Fisch“ ist vieles auf einmal: Familienerzählung, Einwanderergeschichte und Heimatstory. Den Machern ist es gelungen ein authentisch anmutendes Bild der maghrebinischen Einwanderer-Arbeiterschicht in Frankreich einzufangen. Der Zuschauer wird zum „Mäuschen“, das in der Lage ist, den Familienalltag mit all seinen Höhe und Tiefen mitzuerleben. Die Erzählweise des Films ist eigenwillig und mit ungewohntem Rhythmus. Der Film fängt irgendwie an und hört irgendwo auf. Einen Abschluss der Geschichte gibt es nicht. Dazwischen liegt der Übergang von Slimane und den Seinen in einen neuen Lebensabschnitt mit nicht immer stimmige Sprüngen, langen Szenen und wenigen Schnitten. Dies fördert stimmungsvolle Einzelszenen. Wenn zum Beispiel eine Gruppe alternder Musiker vor einem Hotel am Tratschen ist, möchte man am Liebsten seinen Kaffee nebenan trinken und lauschen. In seiner Gesamtheit schleichen sich jedoch so einige Längen ein, die zuweilen recht mühsam sind. Wenn es um die Schauspieler geht, ist „Couscous mit Fisch“ wieder großes Kino. An keinem der Charaktere zweifelt man und alle Mimen sind authentisch in ihrem Spiel. Besonders die jungen Hafsia Herzi als Rym ist ein Ausbund an Energie.
Zusammengenommen ist „Couscous mit Fisch“ Festivalkino für Independentfans und Freunde des französischen Films und der Kultur. Unerprobten Filmfans wird es jedoch sicherlich schwer fallen einen echten Zugang zu der Geschichte zu finden.
Der Film gewann den Spezialpreis der Jury bei den Filmfestspielen von Venedig 2007.
