Aktuell im Kino
Demnächst im Kino
- 30.5.
- Die wilde Zeit
- 30.5.
- Hangover 3
- 30.5.
- The Big Wedding
- 30.5.
- To The Wonder
- 6.6.
- After Earth
- 6.6.
- Before Midnight
- 6.6.
- Das wundersame Leben ...
- 6.6.
- Snitch - Ein riskanter Deal
- Zu den Kinostarts
Chaplin
|
Regie
Richard Attenborough
Drehbuch
William Boyd, Bryan Forbes, William Goldman
Produzenten
Richard Attenborough, Mario Kassar
Genre Biopic FSK 6 Filmlänge 144 min Land USA, Frankreich, Großbritannien Kinostart 28.10.1993 DVD-Start 24.09.2002 Blu-ray-Start 21.04.2011 Verleih Scotia Film |
Story
Charles Chaplin verbringt seine letzten Jahre in der Schweiz, nachdem er in der McCarthy-Regierung dessen Jagd auf vermeintliche Kommunisten zum Opfer fiel und daraufhin Amerika verlassen musste. Mit seinem Verleger George Hayden bearbeitet er seine eben fertig gestellte Autobiographie. In vielen Gesprächen erzählt der große Filmemacher Details aus seinem Leben, von seinem ersten Bühnenauftritt, als er gerade mal fünf Jahre alt war, vom schwierigen Alltag mit der psychisch kranken Mutter, mit der er und Bruder Sydney in ärmlichen Verhältnissen in einer Londoner Unterkunft leben. Durch seinen Bruder erhält Charles erste Auftritte in Fred Karnos Varieté und durch seine einzigartigen Slapstick-Auftritte wird er in England bekannt. In den USA bekommt seine Karriere durch seine Rollen in den Stummfilmkomödien von Mack Sennett weiteren Auftrieb. Berühmt wird der Brite durch seine Auftritte als „Tramp“ und bald schon beginnt er, selbst Regie zu führen. Noch vor seinem 30. Lebensjahr ist Chaplin Millionär und 1919 gründet er zusammen mit Douglas Fairbanks und Mary Pickford United Artists.
Seine Ehen und Affären mit viel jüngeren und oftmals minderjährigen Frauen rücken Chaplin ins Visier von FBI-Chef J. Edgar Hoover, der „unamerikanische Machenschaften“ vermutet. Das und die zermürbenden Arbeiten an seinen aufwändigen und zeitraubenden Produktionen rütteln mehr und mehr am Nervenkostüm des großen Komikers. Doch in Oona O’Neill findet Charles offensichtlich endlich die große Liebe und es kehrt Ruhe ein in seinem turbulenten Privatleben. Als er mit ihr und den Kindern 1952 nach England reist, wird ihm die Rückkehr in die USA verweigert. Er geht ins Exil in die Schweiz und kehrt erst 1972 zur Verleihung des Ehrenoscars in die USA zurück.
Schauspieler
Robert Downey Jr., Dan Aykroyd, Geraldine Chaplin, Anthony Hopkins, Milla Jovovich, Moira Kelly, Kevin Kline, Diane Lane, Penelope Ann Miller, Paul Rhys, Marisa Tomei, Nancy Travis, James Woods, John Thaw, Maria Pitillo, Kevin Dunn, Deborah Maria Moore, Gerald Sim, David Duchovny
Filmkritik von Stefanie Rufle
Wer könnte besser geeignet sein, einen Film über das Leben des großen Komikers Charly Chaplin zu drehen, als Sir Richard Attenborough? Schon mit seinem mehrfach OSCAR gekrönten „Gandhi“ bewies der Brite, dass er dazu prädestiniert ist, das Leben eines großen Mannes auf die Leinwand zu bannen. Nicht nur in der Wahl seines Hauptdarstellers bewies Attenborough dabei ein sicheres Händchen, doch Robert Downey Jr. als Besetzung von Chaplin war in der Tat ein wahrer Geniestreich. Ganz beiläufig gelingt es dem Schauspieler offensichtlich, in die Rolle des begnadeten Komikers zu schlüpfen und den Zuschauer in jeder Sekunde davon zu überzeugen, es hier tatsächlich mit dem legendären Charlie Chaplin zu tun zu haben. Downey Jr. versteht es, sich selbst völlig zurückzunehmen und grandios Chaplins unfassbaren Tatendrang, sein unglaubliches Können aber auch die dunklen, dunklen Seiten des Künstlers virtuos darzustellen. Dabei bilden die Gespräche zwischen Chaplin und seinem Verleger Hayden die Rahmenhandlung des Films, dem es natürlich nicht gelingt, das gesamte Leben, aber doch die wichtigsten Eckpunkte im Leben Chaplins zu zeigen.
Dabei wird vor allem eines deutlich: Charlie Chaplin ist bis heute einer der bedeutendsten Künstler der Filmgeschichte, der mit Filmen wie „Goldrausch“, „Moderne Zeiten“, „Der Diktator“ und natürlich „The Kid“ Maßstäbe für nachfolgende Generationen von Filmemachern gesetzt hat.
Eine der herausragenden Szenen in „Chaplin“ zeigt, wie Chaplin und seine Freunde „The Kid“ in einem Versteck zu Ende schneiden, dann von der Polizei entdeckt werden und fliehen müssen. Diese urkomische Sequenz wurde in der Konvention von Chaplins Slapstick-Filmen gedreht. Großartige Bilder und eine ungeheuere Liebe zum Detail zeichnen „Chaplin“ aus und trösten darüber hinweg, dass der Film vor allem zu Beginn die Stationen in Chaplins Leben einem Marathon gleich aufarbeitet. Ein großes Staraufgebot zollt hier einem großen Visionär Tribut: Anthony Hopkins als Chaplins Verleger, ein großartiger Kevin Kline als Douglas Fairbanks, Dan Aykroyd als Sennett und natürlich Chaplins Tochter Geraldine Chaplin, die ihre eigene Großmutter Hannah spielt. Eine wirklich gelungene Filmmusik rundet das Gesamtbild ab, wenn auch Downey Jrs. Maske als alter Chaplin weniger überzeugen kann.
Sir Richard Attenborough ist mit „Chaplin“ ein bewegendes Bild des großen Visionärs Charly Chaplin gelungen, das den Zuschauer zugleich in die Anfänge der Filmindustrie zurückversetzt. Er zeigt uns einen Mann, der sich der Größe seiner Werke nicht bewusst war und der am Ende seines Lebens desillusioniert auf sein Schaffen zurückblickt. Vor allem der OSCAR nominierte Robert Downey Jr. hinterlässt am Ende einen überragenden Eindruck.
Wissenswertes
Chaplins Tochter Geraldine erhielt für die Darstellung ihrer eigenen Großmutter Hannah Chaplin eine Golden Globe Nominierung als beste Nebendarstellerin.
Das Drehbuch basiert auf der 1964 veröffentlichten Autobiographie von Charles Chaplin und dem Buch "Chaplin: His Life and Art (Chaplin. Sein Leben, seine Kunst)" von David Robinson.
Auszeichnungen
Golden Globe-Nominierungen
Bester Schauspieler - Drama (Robert Downey Jr.), Beste Nebendarstellerin (Geraldine Chaplin), Beste Musik
OSCAR-Nominierungen
Bester Hauptdarsteller (Robert Downey Jr.), Beste Ausstattung, Beste Musik
| Besucherbewertung |
|---|
