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Die Päpstin
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Regie
Sönke Wortmann
Drehbuch
Heinrich Hadding, Sönke Wortmann
Produzenten
Bernd Eichinger, Martin Moszkowicz, Herman Weigel
Genre Historien-Drama FSK 12 Filmlänge 152 min Land Deutschland Kinostart 22.10.2009 DVD-Start 08.04.2010 Verleih Constantin Film |
Story
Im Jahr des Herrn 814 wird dem Dorfpriester in Ingelheim und seiner Frau die Tochter Johanna geboren. Eine stürmische Nacht, die Vorbote für das stürmische Leben des Mädchens sein soll. Schon früh zeigt sich, dass Johanna intelligent und aufgeweckt ist. Eigenschaften, die einem Mädchen zu dieser Zeit nicht zustehen. Heimlich lernt sie mit ihren Brüdern, und irgendwann gibt ihr Vater nach und gestattet ihr widerwillig eine Ausbildung an der Domschule. Als die Normannen über das Land kommen und alles verwüsten, fasst die zur Frau herangewachsene Johanna einen mutigen Entschluss: Um weiter lernen zu können, verkleidet sie sich als Junge und geht ins Kloster nach Fulda. Ein weiterer ungewöhnlicher Schritt in einem ungewöhnlichen Leben, das Johanna bis an den Hof von Paps Sergius II führen soll. Hier gerät sie als Leibarzt des Papstes bald in ein Netz aus Lügen, Korruption und Machtgier. Trotz der ständigen Angst, als Frau entlarvt zu werden, gelingt Johanna ein sagenhafter Aufstieg innerhalb der Kirche bis das Unfassbare geschieht: Sie wird zum neuen Papst ausgerufen…
Schauspieler
Johanna Wokalek, John Goodman, David Wenham, Iain Glen, Anatole Taubman, Suzanne Bertish, Branko Tomovic, Nicholas Woodeson, ward Petherbridge, Claudia Michelsen, Christian Redl, Marc Bischoff, Sandro Lohmann, Gerald Alexander Held, Ian Gelder, Lotte Flack
Filmkritik von Melanie Frommholz
Der historische Erfolgsroman „Die Päpstin“ von Autorin Donna Woolfolk Cross hat seit seiner Veröffentlichung rund um den Erdball viele Leserherzen erobert. Umso gespannter durfte man nun auf die Verfilmung sein, zumal nicht wie geplant Volker Schlöndorff als Regisseur fungierte, sondern das Projekt kurzfristig von Sönke Wortmann übernommen wurde. Wortmann, der gleich auch ein eigenes Drehbuch im Gepäck hatte, war bislang nicht im Genre des historischen Films zu Hause und stand salopp formuliert eher für Fußball-Kino. Der Kinogänger verbindet seinen Namen mit Streifen wie „Das Wunder von Bern“ oder „Deutschland. Ein Sommermärchen”. Würde er diese besondere Emanzipationsgeschichte glaubwürdig und im Sinne der Romanvorlage auf die Leinwand bringen können? Nach satten 152 Minuten ist klar: es ist Sönke Wortmann und seinem Team an erstklassigen Darstellern mit kleinen Abstrichen sehr gut gelungen die Geschichte der Johanna von Ingelheim für das Kino zu adaptieren. Der Film orientiert sich eng am Buch und die vorgenommenen Änderungen passen sich stimmig in das Gesamtgefüge der Geschichte ein. Zwar knistert es zwischen Johanna Wokalek und David Wenham nicht ganz so stark und Johanna darf sich auch nicht ganz so viele kluge Wortgefechte liefern, dafür blieb der Gesamtbogen der Handlung erhalten und alle wichtigen Buchstationen erhalten auch im Film ihren Raum.
Johannas einzigartige (eventuell wahre?!) Geschichte und ihr Kampf um Wissen und Bildung ist auch in bewegten Bildern sehenswert. Sönke Wortmann zeichnet ein opulent ausgestattetes Bild der damaligen Zeit und punktet auch mit den Schlachtszenen. Unter seiner Regie erweisen sich die 152 Filmminuten als stimmige Länge. Er hat zwischen allen Elementen der Geschichte die richtige Balance gefunden. Ein unvergleichliches Schmankerl bei der Besetzung ist sicherlich John Goodman als Papst Sergius.
Der Weg der Johanna von Ingelheim zur „Päpstin“ ist als Film nicht ganz so berührend wie die Buchvorlage, aber eine gut besetzte, atmosphärisch und optisch gelungene Adaption. Nicht im Kino verpassen!
Die Verfilmung basiert auf dem gleichnamigen Roman der US-Autorin Donna W. Cross.
