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Die Stadt der Blinden
Blindness
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Regie
Fernando Meirelles
Drehbuch
Don McKellar
Produzenten
Andrea Barata Ribeiro, Niv Fichman, Sonoko Sakai
Genre Drama FSK 12 Filmlänge 120 min Land USA Kinostart 23.10.2008 DVD-Start 03.04.2009 Verleih Kinowelt |
Story
Es beginnt mitten auf der Straße. Völlig ohne Vorwarnung erblinden die Menschen. Erst sind es nur wenige, doch die stillgelegte Irrenanstalt, in der sie unter Quarantäne stehen, füllt sich schnell. Die Öffentlichkeit reagiert mit Angst und Panik auf die Seuche und sperrt die Menschen weg. An ein Entkommen ist nicht zu denken. Doch es gibt Hoffnung. Die Frau des Augenarztes ist auf wundersame Weise von der plötzlichen Blindheit verschont geblieben. Ist sie die Rettung?
Schauspieler
Julianne Moore, Mark Ruffalo, Alice Braga, Yusuke Iseya, Yoshino Kimura, Don McKellar, Jason Bermingham, Maury Chaykin, Mitchell Nye, Eduardo Semerjian, Danny Glover, Gael García Bernal, Joe Pingue, Susan Coyne, Fabiana Guglielmetti
Filmkritik von Melanie Frommholz
Mit „Die Stadt der Blinden“ hat sich Geschichtenerzähler Fernando Meirelles an ein spannendes Thema mit philosophischer Tiefe gewagt: Was wird aus uns, aus unseren Werten und unserer Moral, wenn wir unser Augenlicht verlieren? Die Irrenanstalt, in der die plötzlich Erblindeten unter Quarantäne stehen, wird dabei zum Mirkokosmos. Der Filmemacher nähert sich von mehreren Seiten seiner Vision, die auf dem Buch von José Saramago beruht. Wir haben mit Julianne Moore eine Sehende, die in der Katastrophe zu nicht gekannter Stärke findet, die neu Erblindeten, die an ihrer Situation zu zerbrechen drohen und die von Geburt an Blinden, die die Gunst der Stunde nutzen. Die übrige Gesellschaft, draußen vor den Toren existiert nur in vermummten Gestalten und Entscheidungen, die von Angst und Panik geleitet sind. Stück für Stück zeigt uns Meirelles, wie unsere Zivilisation am seidenen Faden des Sehens hängt und alltägliche, selbstverständliche Dinge zu unüberwindbaren Hürden werden. Ein düsteres Szenario vom Ende unserer Gesellschaft, das Meirelles, wie schon in „Der ewige Gärtner“ oder „City of God“ mit eindrucksvollen Bildern umsetzt hat, die teilweise bis zur Unerträglichkeit berühren. Der Filmemacher bricht seine Betrachtung noch weiter herunter, und zeigt wie Blindheit auch eine Zweierbeziehung verändert, weil sich die Kräfteverhältnisse plötzlich verschieben. Leider bleibt die Figur von Julianne Moore an dieser Stelle etwas blass und man vermisst etwas die tieferen Einblicke in ihr Inneres.
Wo Schatten ist, da ist auch Licht, und so zeigt Fernando Meirelles noch etwas: Man muss manchmal erblinden, um sich wieder wirklich zu sehen. Dies ist die positive Botschaft von „Die Stadt der Blinden“. Außerstande auf visuelle Reize zu reagieren, beginnt der Mensch seine Umwelt wieder zu fühlen und seine Mitmenschen wahrer zu sehen. So bekommt diese dunkle Vision vom Ende unserer Welt doch noch einen Silberstreif am Horizont.
Wissenswertes
„Die Stadt der Blinden“ beruht auf der gleichnamigen literarische Vorlage des Nobelpreisträgers José Saramago.
Saramago, der schon weit über 80 Jahre alt ist, hat bisher nie seine Rechte für einen Film verkauft. Als er den Film sah, hatte er vor Freude Tränen in den Augen und sagte, dass es ihn stolz mache diesen großartigen Film noch sehen zu dürfen.
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