So weit die Füße tragen

Filmplakat So weit die Füße tragen
Regie Hardy Martins  Drehbuch Bernd Schwamm, Bastian Clevé, Hardy Martins  Produzenten Jimmy C. Gerum, Hardy Martins 
Genre Kriegs-Drama  FSK 12  Filmlänge 152 min
Land Deutschland  Kinostart 27.12.2001  DVD-Start 01.10.2004  Verleih EuroVideo

Story

August 1944: Clemens Forell verabschiedet sich von seiner schwangeren Frau und Töchterchen Lieschen in der Hoffnung, Weihnachten wieder zuhause zu sein. Doch der Einsatz an der Ostfront wird zum Desaster und endet in russischer Gefangenschaft. Zu 25 Jahren Zwangsarbeit in Sibirien verurteilt, scheint das Schicksal der deutschen Soldaten besiegelt. Doch Forell gibt nicht auf. Vom Gedanken an eine Rückkehr zu seiner Familie beseelt, plant er das Unfassbare. Die Flucht durch die sibirische Eiswüste! Mit Hilfe des deutschen Arztes Dr. Stauffer gelingt ihm der Ausbruch aus dem Lager. Auf sich allein gestellt nimmt er den Kampf gegen Hunger, Kälte und Einsamkeit auf. Ein unbändiger Wille verleiht ihm ungeahnte Kräfte. Doch der fanatische Lagerkommandant Kamenev ist ihm ein erbitterter Feind. Gnadenlos wird Forell durch die unendliche Weite der Sowjetunion gehetzt. Ein Kampf auf Leben und Tod beginnt...

Schauspieler

So weit die Füße tragen Bernhard Bettermann, Michael Mendl, Anatoli Kotenjow, Irina Pantajewa, Iris Böhm, Anna Herrmann, Pfarrer Adalbert Mayer, Hans-Uwe Bauer, Antonio Wannek, André Hennicke, Johannes Hitzblech, Stephan Wolf-Schoenburg, Alexander Jefremov, Nikolai Kondrashkin, Wladimir Korpus, Igor Filtschenkov, Irina Narbekowa, Hans-Peter Hallwachs

Filmkritik von Achim Lay

Achim vergibt 3 von 5 Ms So weit die Füße tragen Hardy Martins' auf einer wahren Begebenheit beruhende Geschichte ist ein Remake eines TV-Mehrteilers aus dem Jahre 1959. Die Flucht des deutschen Soldaten Clemens Forell aus russischer Gefangenschaft bietet solide, zumeist spannende Unterhaltung vor der grandiosen Kulisse der sibirischen Winterlandschaft. Visuell durchaus mit den Werken eines Joseph Vilsmaier, wie "Stalingrad" oder "Rama Dama" vergleichbar, weist Martins' Film leider einige Schwächen in der Dramaturgie auf. Der größte Schwachpunkt des Films ist die reißerische Dramatisierung einer Handlung, die doch aufgrund ihrer Ausgangssituation genug Zündstoff beinhaltet und diese Art der Ausschlachtung gar nicht nötig hätte. Glaubwürdigkeit und Detailrealismus leiden unter der Effekthascherei. Martins hätte auf die überzeugenden Darsteller, allen voran Bernhard Bettermann, dem man die Strapazen im Gesicht ablesen kann, und die beeindruckenden Bilder von Kameramann Pavel Lebeshev vertrauen sollen. Einer Handlung, die mitreißt und große Gefühle hervorruft, raubt er stattdessen mit klischeehaften Actionszenen à la Hollywood ein wenig die Seele. Nicht ganz gelungen ist auch die musikalische Untermalung, die häufig allzu sentimental daherkommt.
Dennoch vermag der Film emotional zu ergreifen und führt uns vor Augen, wozu ein willensstarker Mann in einer Extremsituation fähig ist. Die vielen Einzelschicksale, denen Forell auf seiner jahrelangen Flucht begegnet, sind bewegend und dem verzweifelt um Erlösung kämpfenden Hauptdarsteller möchte man am liebsten die Hand reichen, um ihm die Flucht zu ermöglichen!



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