Die Hochstapler

Mein anderes Leben - der Hochstaplerfilm

Filmplakat Die Hochstapler
Regie Alexander Adolph  Drehbuch Alexander Adolph  Produzent Nicole Leykauf 
Genre Dokumentation  FSK Filmlänge 87 min
Land Deutschland  Kinostart 26.04.2007  DVD-Start 20.06.2008  Verleih Kinowelt Home Entertainment

Story

"Ich habe ihr eigenes Geld genommen und sie doppelt betrogen. Ich kam mir vor wie der Größte." (Peter G.)
Peter G. finanziert seine Geldanlage bei einer Bank mit dem Geld, das diese ihm einige Tage vorher, nach einem zweistündigen Kundengespräch in Anzug und Krawatte, bar in die Hand gedrückt hat.

"Da sagte ich einfach, dass Joschka Fischer mein Freund ist. Ich kannte den Mann nur aus dem Fernsehen." (Torsten S.)
Nach dieser Aussage bekommt Torsten S. eine Luxuswohnung, die ihm mit den hochwertigsten aller Möbel ausgestattet wird. Von einem Kaufvertrag will vorerst keiner etwas wissen.

"Das Wichtigste, wenn Sie betrügen wollen: Sie müssen ihre Geschichte einfach und logisch erzählen. Oder total unlogisch..." (Mark Z.)
Mark Z. mietet Ferienhäuser an, stellt vor die Türe ein Schild mit der Aufschrift „Zu Verkaufen“ und findet einige Tage später freudige Immobilienkäufer.

"Die Frage, die mir immer wieder gestellt wurde, war: Wann machen sie mich reich?" (Jürgen H.)
Jügen H. erzählt seinen Freunden und Kunden von einer großen Geldanlage in einem anderen Land – bis zu 300% Rendite. Die Leute geben ihm sofort Geld, das er ebenfalls dort anlegen soll. So ergaunerte er sich über Jahre hinweg ca. 600.000.000 DM.

Schauspieler

Die Hochstapler Torsten S., Mark Z., Jürgen H., Peter G.

Filmkritik von Kathrin Lang

Kathrin vergibt 5 von 5 Ms Die Hochstapler Hochstapler, eiskalte Betrüger und gerissene Lügner sind Menschen, die eine ungeheure Faszination auf uns ausüben können. Es gibt tatsächliche Leute da draußen, die sich eine Welt zusammen spinnen, die nicht existiert und die sich eine Identität geben, die sie nicht einmal ansatzweise besitzen. Sie lügen glaubhaft und ergaunern sich damit ein Vermögen, an das unsereiner nicht einmal zu denken vermag. Schlichtweg wahnsinnig! Dass sich dieses Thema auch auf der Leinwand gut vermarkten lässt, haben wir bereits 2003 erfahren, als uns Steven Spielberg den unglaublichen Spielfilm „Catch me if you can“ in die Kinos brachte. 2006 filmte der deutsche Regisseur Alexander Adolph dann die Dokumentation „Die Hochstapler“, in der waschechte Betrüger ihre persönliche Geschichte erzählen. Völlig offen berichten sie von ihren Vorgehensweisen, ihrem früheren Leben, aber auch von ihrer Kindheit und von den ersten Schritten hin zum Hochstaplerdasein. Als Zuschauer blickt man in die Gesichter der Interviewten und fragt sich dabei nicht nur ein Mal, wie ein Mensch ernsthaft dazu fähig sein kann, sein halbes Leben in einer Welt der Lügen zu verbringen. „Die Hochstapler“ liefert darauf jedoch teilweise Antworten und eröffnet dem Zuschauer damit einen überaus interessanten und spannenden Blick hinter die Kulissen. Gleichzeitig ist diese Dokumentation jedoch auch eine eindringliche Warnung an Jedermann: Man sollte sich vor übermäßigem Vertrauen hüten, sich vor jedem Handeln besser zwei Mal absichern und sich von einem schicken Anzug, einem großen Auto und guten Umgangsformen nicht all zu schnell blenden lassen.

„Die Hochstapler“ – ein eindringlicher Film, der durch seine reine Interviewsituation mit den Betrügern eine sehr intime und zum Nachdenken anregende Atmosphäre erschafft.



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