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Rückkehr ans Meer
Le Refuge
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Regie
François Ozon
Drehbuch
Mathieu Hippeau, François Ozon
Produzenten
Chris Bolzli, Claudie Ossard
Genre Drama FSK 12 Filmlänge 90 min Land Frankreich Kinostart 09.09.2010 DVD-Start 11.03.2011 Verleih Arsenal Filmverleih |
Story
Mousse und Louis lieben sich aller familiärer Widerstände zum Trotz innig. Sie haben das Geld und die Zeit sich ganz ihrer Heroinsucht hinzugeben und die Tage zu verträumen. Doch dann stirbt Louis nach einer Überdosis und Mousse erfährt in Krankenhaus, knapp dem Tod entronnen, dass sie schwanger ist. Sie entschließt sich das Kind zu bekommen, kann jedoch nicht wirklich eine Beziehung zu dem kleinen Wesen in sich aufbauen. Sie flieht aus Paris aufs Land und ans Meer. Hier in der Abgeschiedenheit hofft sie Ruhe zu finden und Trost. Doch nach einigen Monaten steht plötzlich Louis Bruder Paul unverhofft vor der Tür…
Schauspieler
Isabelle Carré, Louis-Ronan Choisy, Pierre Louis-Calixte, Melvil Poupaud, Claire Vernet, Pierre Louis-Calixte
Filmkritik von Melanie Frommholz
Regisseur François Ozon, den wir von so unterschiedlichen französischen Kinohits wie „8 Frauen“ oder „Swimming Pool“ kennen, ergründet in „Rückkehr ans Meer“ den schwierigen Weg einer Schwangerschaft, der auch ein Weg zurück zu sich selbst ist. Wie in seinem etwas merkwürdigen Mysterie-Drama „Ricky“ (2009) steht auch hier ein Baby im Mittelpunkt. Zwar kann es diesmal nicht fliegen, dennoch beleuchtet Ozon erneut die Auswirkungen der Mutterschaft auf eine Frau in einer besonderen Situation. Seine Hauptfigur Mousse entrinnt dem Drogensumpf nur knapp mit heiler Haut. Sie verliert ihre große Liebe und gewinnt ein Baby, für das sie noch nicht reif ist. In ruhigen und getragenen Bildern, die durch lange Einstellungen geprägt sind, begleiten wir sie durch ihre Schwangerschaft und finden doch nicht wirklich einen Zugang zu ihrem Schicksal. Ozon versteht es zwar Mousses Wunsch nach Nähe und Liebe herauszuarbeiten, die Schmerzen ihres Verlustes und ihre inneren Kämpfe bleiben jedoch über den ganzen Film hindurch fremd und unerklärt. Erneut wertet und interpretiert François Ozon in „Rückkehr ans Meer“ nicht. Wir erfahren nur sehr rudimentär Fakten zum sozialen Hintergrund seiner Hauptfiguren oder zu ihren sozialen Bindungen. Sie bleiben so isoliert in ihrem Schicksal und man begegnet ihnen emotional neutral.
„Rückkehr ans Meer“ ist angelegt als eine bewegende und auswühlende Geschichte, die letztlich leider nur wenig bewegt und aufwühlt, da Figuren und Dialoge es nicht schaffen die emotionale Seite der Handlung zu transportieren. Der Film bleibt damit ein Drama, das zwar die Augen, aber nicht die Herzen erreicht.
Louis-Ronan Choisy, der Paul spielt, ist hauptberuflich Chansonnier und Songschreiber. „Rückkehr ans Meer“ ist sein Spielfilmdebüt.
