Danach - The Bed Sitting Room

The Bed Sitting Room

Filmplakat Danach - The Bed Sitting Room
Regie Richard Lester  Drehbuch John Antrobus  Produzenten Richard Lester, Oscar Lewenstein 
Genre Science-Fiction  FSK 16  Filmlänge 87 min
Land Großbritannien, 1968  Kinostart 02.01.1970  DVD-Start 14.07.2011  Verleih EuroVideo

Story

Nach einem atomaren Angriff liegt England in Schutt und Asche. In der Hauptstadt leben noch rund 20 Menschen, die sich in der totalen Verwüstung zu organisieren versuchen. Unter ihnen verweilt Penelope, die mittlerweile im 17. Monat schwanger ist und die zu den wenigen gehört, die das trostlose Leben noch mit Freude zu füllen versuchen. Während sie sich der Liebe zum in etwa gleichaltrigen Nachbarn hingibt, versucht der letzte überlebende Polizist zusammen mit seinem Assistenten, die letzten stehenden Häuser zu zerstören, um dem bis dato unbekannten Feind keinen Grund zu einem weiteren Anschlag auf die Stadt zu geben. Das Dasein der letzten Überlebenden gerät immer mehr aus den Fugen, bis Penelope schließlich doch ein kerngesundes Baby zur Welt bringt und plötzlich Hoffnung auf neues Leben entsteht…

Schauspieler

Danach - The Bed Sitting Room Rita Tushingham, Sir Ralph Richardson, Peter Cook, Dudley Moore, Spike Milligan, Sir Michael Hordern, Roy Kinnear, Richard Warwick, Arthur Lowe, Mona Washbourne, Ronald Fraser, Dandy Nichols, Frank Thornton, Henry Woolf, Marty Feldman

Filmkritik von Kathrin Lang

Kathrin vergibt 3 von 5 Ms Danach - The Bed Sitting Room Mit „Danach – The Bed Sitting Room“ vollendete Regisseur und Produzent Richard Lester 1968 seine satirische Endzeit-Trilogie, innerhalb der er aus verschiedenen Blickwinkeln kritisch auf die Gesellschaft, insbesondere die Britische blickt. Nach der Antikriegssatire „Wie ich den Krieg gewann“ und dem Generationenportrait „Petulia“, erzählt „Danach – The Bed Sitting Room“ die Geschichte von einer Handvoll Briten, die einen 2,5-minütigen Atomkrieg überlebt haben und nun in Verwahrlosung und Verwüstung ein bizarres Leben auf der britischen Insel fristen.

Es ist offensichtlich, warum „Danach – The Bed Sitting Room“ zu seiner Zeit keinen sonderlich großen Erfolg feierte. Richard Lester, der heute vorrangig für die „Superman“-Verfilmungen bekannt ist, entwirft ein gnadenloses Gesellschaftsporträt, das in seiner Übersteigerung kaum ein gutes Haar an den Briten lässt. Worüber man als Einheimischer damals wohl kaum lachen konnte, ist mit etwas zeitlichem Abstand und von einem anderen Land aus betrachtet allerdings schon deutlich komischer. Mit grotesken Einfällen ausgestattet, erzählt „Danach – The Bed Sitting Room“ eine wahnwitzige Geschichte über irrsinnige Gesellschaftsstrukturen. Obwohl nur noch rund 20 Menschen auf der britischen Insel leben, wird dennoch an altbewährten Wertvorstellungen festgehalten. Gänzlich ad absurdum geführt, vollzieht der letzte Polizist gewissenhaft seine Streifzüge, der letzte BBC Sprecher verkündet noch immer Nachrichten und der Wahlkampf um die Position des Premierministers ist, wenn auch konkurrenzlos, in vollen Gängen. Die Ausstattung, das Szenenbild und die schauspielerischen Darbietungen sind dem kontinuierlichen Irrsinn hervorragend angepasst.

Obwohl der Witz durchaus offensichtlich wird und auch immer wieder seine Früchte trägt, so erscheint Lesters „Danach – The Bed Sitting Room“ im letzten Zug aber dennoch zu skrupellos und in seiner Betrachtungsweise der gesellschaftlichen Zustände zu eindimensional. Etwas weniger Schärfe, dafür mehr Subtilität hätte dem Abschluss seiner Endzeit-Trilogie sicherlich gut gestanden. Immer wieder vermisst man die leisen Zwischentöne, da einem die persönlichen Erkenntnisse der Filmschaffenden mit der moralischen Keule im Minutentakt entgegen geschleudert werden.

Wissenswertes

Danach - The Bed Sitting Room “Danach - The Bed Sitting Room“ ist der letzte Teil einer satirischen Trilogie, die Richard Lester mit der Antikriegssatire „Wie ich den Krieg gewann“ 1967 begann und mit dem Generationenportrait „Petulia“ 1968 fortführte.



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