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Vertraute Fremde
Quartier Lointain
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Regie
Sam Garbarski
Drehbuch
Jérôme Tonnerre, Sam Garbarski, Philippe Blasband
Produzenten
Diana Elbaum, Jani Thiltges, Thanassis Karathanos und Karl Baumgartner
Genre Drama FSK 0 Filmlänge 100 min Land Belgien, Luxemburg, Frankreich, Deutschland Kinostart 20.05.2010 DVD-Start 26.11.2010 Verleih X -Verleih |
Story
Als der Comic-Zeichner und Familienvater Thomas von einer Geschäftsreise wieder nach Hause zurückfahren will, nimmt er aus Versehen den falschen Zug. Zufällig landet er schließlich in dem Dorf, in dem er seine Kindheit und Jugend verbracht hat. Schnell kommen Erinnerungen an die alten Zeiten in ihm hoch. Erinnerungen an den Tag, an dem sein Vater die Familie für immer verlassen hat. Erinnerungen an den Tag, der Thomas´ Leben und das seiner Mutter für immer verändert hat. Bis heute sind Thomas die Beweggründe seines Vaters verborgen geblieben. An dem Grab seiner Mutter begibt Thomas sich daher auf eine traumartige Reise zurück in seine Kindheitstage. Er durchlebt die letzten Tage, bevor sein Vater für immer verschwand, erneut und versucht Antworten auf eine Frage zu finden, die ihn bis heute beschäftigt: Warum ist sein Vater gegangen?
Schauspieler
Léo Legrand, Pascal Gréggory, Jonathan Zaccaï, Alexandra Maria Lara, Laura Moisson, Pierre-Louis Bellet, Laura Martin
Filmkritik von Kathrin Lang
Mit „Vertraute Fremde“ erzählt uns Regisseur und Drehbuchautor Sam Garbarski eine sehr berührende Geschichte über einen Mann auf den Spuren seiner Vergangenheit. Dabei besticht das Drama vor allem durch die sachte Eindringlichkeit seiner Erzählung. „Vertraute Fremde“ verzichtet gänzlich auf stark emotionale Szenen und schafft es dennoch zu berühren. Letztlich überzeugt die europäische Co-Produktion vor allem durch die leisen Töne. Ohne je kitschig oder gar überemotional zu werden, wird mit „Vertraute Fremde“ eine Familiengeschichte erzählt, die wahrlich ans Herz geht und nachdenklich stimmt. Untermalt von einem fantastischen Soundtrack, der die Grundstimmung des Filmes toll einfängt, wird dieser Eindruck weiter bestärkt. Auch das intensive Spiel der Darsteller trägt zu diesem rundum tollen Gesamteindruck des Filmes bei. In der Hauptrolle ist der noch sehr junge und unerfahrene Franzose Léo Legrand zu sehen, der es wunderbar versteht seine Rolle gefühlvoll, sanft und doch sehr stark vor der Kamera umzusetzen. Er beherrscht sein Handwerk und überzeugt vor allem in jenen Momenten, in denen es vorrangig darum geht mittels Mimik und Gestik eine Geschichte zu erzählen. Ihm zur Seite steht eine wundervoll agierende Alexandra Maria Lara, die es ebenfalls hervorragend schafft, die sanften Töne der Geschichte in ihrem Schauspiel einzufangen.
Durch das eindrucksvolle Spiel der Darsteller und der sachte Eindringlichkeit der Geschichte wird „Vertraute Fremde“ zu einem vollauf überzeugenden Film seines Genres. Trotz stark berührender Geschichte verzichten die Macher auf die großen Taschentuchszenen und setzten stattdessen auf unaufdringlichere Inszenierungsmittel. Ab und an sogar etwas lustig, wird „Vertraute Fremde“ somit zu einem kleinen Meisterwerk, das vor allem Freunde des europäischen Kinos begeistern wird.
Das Drehbuch basiert auf dem Manga „Quartier
Lointain“ von Jiro Taniguchi. 