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Tatort - Wunschdenken (TV)
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Regie
Markus Imboden
Drehbuch
Nils Morten Osburg
Produzenten
Susann Henggeler, Karin Renz, Hans Syz, Stefan Gubser
Genre Krimi Filmlänge 90 min Land Schweiz, 2011 Verleih SWR |
Story
Eigentlich sollte es erst in vier Wochen für den neuen Kommissar Reto Flückiger bei der Luzerner Kripo losgehen. Doch eine Wasserleiche und ein entführter Lokalpolitiker stören den anstehenden Urlaub des Beamten nachhaltig. Er gibt sich irgendwann geschlagen, schon allein der Tatsache wegen, dass das halbe Dezernat wegen einer Grippewelle nicht im Stande ist, seinen Dienst anzutreten. Gemeinsam mit der amerikanischen Austauschbeamtin Abby Lanning ermittelt Flückiger in diesem kniffligen Fall. Und es zählt jede Minute. Stirbt der Politiker, dürfte das sowohl kein erfolgreicher Einstand, als auch keine sonderlich gute PR für die Polizei sein...
Schauspieler
Stefan Gubser, Sofia Milos, Stephanie Japp, Jean Pierre Cornu, Andrea Zogg, Sabine Schneebeli, Christof Gaugler, Ursina Lardi, Peter Wyssbrod, Mona Petri, Rebecca Burkhardt, Andreas Matti, Martin Klaus, Martin Hug, Anna Schinz, Ronnie Paul, Marcello Montecchi
Filmkritik von Thomas Ays
Nach zehn Jahren Auszeit kehrt der Schweizer "Tatort" auf unsere Bildschirme zurück - und hätte einen würdigeren Auftritt sicherlich verdient gehabt. Die wunderschöne Kulisse der eindrucksvollen Stadt Luzern reicht nicht aus, um über die vielen Mängel hinwegzutäuschen, die "Wunschdenken" krampfhaft zu retuschieren versucht. Da wären zum einen die technischen Mängel: Die Synchronisation, wohl, weil man schweizerdeutsch nicht überall in Deutschland versteht, wirkt überhaupt nicht und ist zudem mit dem Schweizer Akzent vollkommen unausgereift, was dazu führt, dass man die Figuren dieses "Tatorts" überhaupt nicht ernst nehmen kann. Alternativen wären: Untertitel oder, wie in Österreich, gleich in Deutsch mit Schweizer Akzent zu drehen. Woran liegt es, dass das nicht möglich ist? Schließlich haben die Österreicher es eindrucksvoll bewiesen, dass es funktionieren kann.
Neben diesen schwerwiegenden Entscheidungen ist auch die Geschichte zum Davonlaufen. Drehbuchautor Nils Morten Osburg schustert sich eine Handlung zusammen, die unlogisch und hanebüchen noch dazu ist. Zudem verhinderte Regisseur Markus Imboden dies nicht und ließ seinen Kommissar auch noch auf dem Fußboden des Dezernats übernachten. Kurz zuvor breitet er, ganz Gentleman, seine Jacke über seiner schlafenden Kollegin aus, die auf einem Feldbett, das im Dezernat steht (!), aus, weil natürlich keine Bettdecke vorhanden ist. Hinzu kommt eine dilettantisch inszenierte Geldübergabeszene am Bahnhof, bei der selbst der dümmste Verbrecher die vielen, vielen auffälligen Polizisten bemerken würde, die auf den Bahnsteigen so tun, als würden sie nicht dazugehören.
Mit dem "CSI"-Star Sofia Milos hoffte man auf internationale Unterstützung und selbst das misslingt. Zum einen passt Milos überhaupt nicht in diesen Fall und mit ihren zur Schau gestellten Brüsten auch nicht in diese Kulisse, zum anderen ließ man sich auch die Chance nicht entgehen, den neuen (und dementsprechend sehr kompetenten) Kommissar mit ihr ins Hotelbettchen zu schicken. Das sind alles Dinge, die eine solide Grundlage eines „Tatort“ schamlos zerstören.
Der Rest ist nicht besser. Marke: Was nicht passt (und das ist Einiges!) wird passend gemacht. So kann heutige "Tatort"-Unterhaltung nicht aussehen und sorgt nur dafür, dass wir weitere zehn Jahre auf eine Schweizer Folge warten müssen. Sehr bedauerlich.
Wissenswertes
"Wunschdenken" ist der erste "Tatort" aus der Schweiz seit zehn Jahren. Erstausstrahlung in der ARD: 14. August 2011.
Alle Fälle von Reto Flückiger:
2011: Wunschdenken
2012: Skalpell
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