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Die Kinder der Seidenstrasse
The Children of Huang Shi
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Regie
Roger Spottiswoode
Drehbuch
James McManus, Jane Hawksley
Produzenten
Arthur Cohn, Wieland Schulz-Keil
Genre Abenteuer FSK 12 Filmlänge 114 min Land Australien, China, Deutschland Kinostart 08.10.2009 DVD-Start 26.03.2010 Verleih Koch Media |
Story
1937 kommt der junge und unerfahrene Kriegsberichterstatter George Hogg in das von den Japanern besetzte Nanjing. Er will von den Gräueln und Kriegsverbrechen gegen das chinesische Volk berichten und wird schnell Opfer der Besatzer. Die Japaner nehmen Hogg gefangen und wollen ihn exekutieren. Keine Informationen sollen von ihren Verbrechen an die Weltöffentlichkeit gelangen. Im letzten Moment wird George von dem Untergrundkämpfer Jack Chen gerettet und in ein entlegenes Kloster geschickt. Hier soll er seine Verletzungen auskurieren und die dort untergebrachten Kinder unterrichten. Vor Ort angekommen stellt sich das Kloster als Waisenhaus ohne erwachsene Führung heraus, in dem über 60 Jungen verlaust und hungernd ein bitteres Dasein fristen. Lediglich die Krankenschwester Lee Pearson besorgt Nahrung für die traumatisieren Kinder. Entgegen seinem ersten Impuls bleibt Hogg bei den Jungen und gewinnt Stück für Stück ihr Vertrauen. Doch der Krieg macht vor der ländlichen Gegend nicht halt und als die chinesischen Truppen vor der Tür stehen, bleibt George Hogg nur die Flucht. Er wagt mit den Jungen die gefährliche Reise zur Seidenstraße…
Schauspieler
Jonathan Rhys-Meyers, Radha Mitchell, Chow Yun-Fat, Michelle Yeoh, Matt Walker, Guang Li, Anastasia Kolpakova, Ping Su, Shinichi Takashima, Yuelong Fang, Shimin Sun
Filmkritik von Melanie Frommholz
„Die Kinder der Seidenstrasse“ basiert auf dem Leben des wahren George Hogg und mit die berührendsten Momente des Films sind die Augenzeugenberichte der heute noch lebenden „Jungen“, die mit Hogg die gefahrvolle Reise über die Seidenstraße unternahmen und die vor dem Abspann zu Wort kommen. George Hoggs selbstloses Handeln ist ein weiteres Zeugnis von Nächstenliebe und Zivilcourage im Zweiten Weltkrieg. Der Engländer reiht sich damit in eine Liste ein, auf der bereits Namen wie John Rabe oder Oskar Schindler stehen. Männer, die nicht mit dem Ziel angetreten sind Heldentaten zu vollbringen, die sich im entscheidenden Moment aber dafür entschieden haben das Richtige zu tun.
Regisseur Roger Spottiswoode hat mit seinen Drehbuchautoren James McManus und Jane Hawksley aus der Geschichte von George Hogg einen Mix aus Abenteuerstreifen und Drama gemacht, der mit beeindruckenden Landschaftsaufnahmen Chinas insbesondere optisch überzeugt. Auch Hauptdarsteller Jonathan Rhys-Meyers erweist sich in der Rolle des George Hogg als passende Besetzung. Er ist nicht der selbstdarstellerische Held, sondern vermittelt mit kleinen Gesten und Blicken gekonnt die Mischung aus englischen Gentlemen und von der Situation überforderten Journalisten. Die Handlung an sich entwickelt sich solide, krankt aber an dem Versuch dem gesamten Umfang der Ereignisse in knappe Filmminuten zu zwängen. Etwas mehr Zeit hätte der erzählerischen Tiefe und der Entwicklung der Charaktere sicherlich gut getan. So ist aus „Die Kinder der Seidenstrasse“ ein guter Film über einen beeindruckenden Mann geworden, der das Zeug zum sehr guten Film gehabt hätte.
