Der Rote Baron - Manfred von Richthofen

Von Richthofen and Brown

Filmplakat Der Rote Baron - Manfred von Richthofen
Regie Roger Corman  Drehbuch John William Corrington, Joyce Hooper Corrington  Produzent Gene Corman 
Genre Kriegs-Drama  FSK 12  Filmlänge 79 min
Land USA, 1970  DVD-Start 02.12.2011  Blu-ray-Start 02.12.2011  Verleih Koch Media

Story

Deutschland zur Zeit des Ersten Weltkrieges. Der ungestüme Flieger Manfred von Richthofen fällt seinen Vorgesetzten aufgrund seines ungeheuren Flugtalents ins Auge. Noch ist der junge Pilot unvorsichtig und unüberlegt. Mit dem richtigen Schliff wird aus von Richthofen jedoch bald der Hoffnungsträger seiner Staffel. Selbst seine Feinde achten ihn. Nachdem der kommandierende Offizier tödlich verwundet wird, macht ihn das Oberkommando zum neuen Anführer. Von Richthofen steht für die alten militärischen Werte wie Fairness, Ehre und Ritterlichkeit. Werte, die ihn für das Militär und den Kaiser zum idealen Aushängeschild machen, zu dem der Pilot Stück für Stück aufgebaut wird. Doch schon bald stehen diese Werte nicht mehr so hoch im Kurs. Der Erfolg ist alles was zählt und als auf Seiten der Briten aufgrund der zunehmenden Verluste bald ein Umdenken einsetzt, fragen sich die Deutschen bald, ob sie sich Ritterlichkeit noch leisten können, wenn sie den Krieg gewinnen wollen.

Schauspieler

Der Rote Baron - Manfred von Richthofen John Phillip Law, Don Stroud, Barry Primus, Corin Redgrave, Karen Ericson, Hurd Hatfield, Stephen McHattie, Brian Foley, Robert La Tourneaux, Peter Masterson, Clint Kimbrough, Tom Adams, Ferdy Mayne, David Weston

Filmkritik von Melanie Frommholz

Melli vergibt 2 von 5 Ms Der Rote Baron - Manfred von Richthofen Der Pilot Manfred Freiherr von Richthofen ging aufgrund der höchsten Zahl von Luftsiegen, die im Ersten Weltkrieg von einem einzelnen Piloten erreicht wurden, in die Geschichte ein. Aufgrund seiner Erfolge machte er schnell Karriere und wurde zum militärischen Aushängeschild und Helden. Selbst seine Feinde sollen ihn geachtet haben. Kurz: von Richthofen ist eine Paradefigur für einen Film. Auch seine Zeit ist es. Der Erste Weltkrieg war nicht nur aufgrund seiner Ausmaße negativer Meilenstein der Zeitgeschichte, auch in punkto Kampftechnik war es eine Zeit des Umbruches. Bislang galten die Regeln von Gentlemen wie Ritterlichkeit und Ehre. Doch nun ging es Auge um Auge unter dem Credo: Der Zweck heiligt die Mittel auch gegen Zivilsten und Verwundete. Der Krieg zeigte sein dreckiges Gesicht. Es kommen hier also zwei Dinge zusammen, die genug Stoff für einen packenden Film bieten. Bis auf phänomenale Luftbilder und herausragende Flugszenen kann „Der rote Baron – Manfred von Richthofen“ diese Erwartungen jedoch nur in Ansätzen erfüllen. Drehbuch und Dramaturgie versagen hier über weite Strecken. Es mag zum Teil den fehlenden 20 Minuten, die bei dieser Version geschnitten wurden, geschuldet sein, dass die Geschichte streckenweise eine zusammenhangslose Aneinanderreihung von Sequenzen ist, nur durch raumgreifende Luftschlachtszenen und den losen Faden der Biographie von Richthofens zusammengehalten. Bei der Story dazwischen ergibt sich nur selten ein rundes Bild. Die Einordnung der Figur von Richthofens findet zu Beginn zwar rudimentär statt, doch in der Folge beschäftigt sich das Autorenteam John William und Joyce Hooper Corrington wenig kritisch mit dem Charakter von Richthofens und lässt es bei einigen Andeutungen bewenden. Zwar kann sich die Geschichte im Verlauf steigern, und gerade die letzte halbe Stunde versucht die negativen Entwicklungen der veränderten Kriegsführung und die innermilitärische Auseinandersetzung damit aufzuzeigen, doch der Film bleibt dabei immer an der Oberfläche und nimmt sich einfach nicht die Zeit für eine glaubwürdige Aufarbeitung.

Regisseur und Produzent Roger Corman war offensichtlich zu sehr von seinen technischen Möglichkeiten die Flugsequenzen und Luftschlachten in Szene zu setzen begeistert und hatte zudem nur ein dünnes Drehbuch. So wurde aus „Der rote Baron – Manfred von Richthofen“ weder eine kritische Heldenbetrachtung noch eine überzeugende Aufarbeitung der Zeitgeschichte. Lediglich Flugbegeisterte werden hier auf ihre Kosten kommen.

Wissenswertes

Der Rote Baron - Manfred von Richthofen Auch der Film "Der rote Baron" von Regisseur Nikolai Müllerschön aus dem Jahr 2008 beschäftigt sich mit der Figur des Manfred von Richthofen.

Die Originalfassung des Films hat 97 Minuten Lauflänge.

Den Beinamen „Der rote Baron“ erhielt Manfred von Richthofen erst nach dem Krieg - wahrscheinlich aufgrund der roten Bemalung seines Flugzeuges.



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