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39,90
99 francs
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Regie
Jan Kounen
Drehbuch
Nicolas & Bruno, Jan Kounen
Produzent
Alain Goldman
Genre Komödie FSK 16 Filmlänge 104 min Land Frankreich Kinostart 31.07.2008 DVD-Start 19.03.2009 Blu-ray-Start 10.03.2011 Verleih Alamode Film |
Story
Octave Parango ist erfolgreich in der Werbebranche tätig. Lockerflockig entwirft er einen Werbetrailer nach dem anderen und hat zu jedem Produkt den passenden Werbeslogan sofort parat. Sein Leben ist, neben seiner Arbeit, geprägt von wilden Partys, kurzfristigen Frauenbekanntschaften und Drogenkonsum. Als er sich eines Tages jedoch in seine Kollegin Sophie verliebt und sie kurz darauf wieder verliert, gerät seine makellose Welt kräftig ins Wanken. Er hinterfragt aufs Schärfste den Sinn seines Lebens und schlussendlich den Sinn seines Jobs. Plötzlich durchschaut er die billig konstruierte Konsumwelt, zu der er tagtäglich seinen Beitrag leistet. Als er aus seinem gewohnten Muster ausbricht, versetzt er der Werbebranche zum Abschluss einen ordentlichen Denkzettel.
Schauspieler
Jean Dujardin, Jocelyn Quivrin, Patrick Mille, Vahina Giocante, Elisa Tovati, Nicolas Marié, Dominique Bettenfeld, Antoine Basler, Fosco Perinti, Cendrine Orcier
Filmkritik von Kathrin Lang
Wir kennen sie alle, die Flut an Werbung die uns tagtäglich überrollt. Egal ob im Fernsehen, in der Post oder im Radio – Werbung und Produktvermarktung scheinen die Zauberworte der modernen Welt geworden zu sein. Mit den enormen Geldsummen, die jährlich in Werbung investiert werden, könnte man mühelos für ein besseres Leben in der dritten Welt sorgen. Stattdessen investiert man jedoch in ein Produkt, das einem Geld in die eigenen Taschen schaufelt, mit dem man wiederum seinen eigenen Luxus finanziert. Mit dieser Absurdität und Sinnlosigkeit beschäftigt sich Jan Kounen neuer Streifen „39,90“ aus unserem französischen Nachbarland.
Was sich im Jahr 2001 als Roman schon rekordverdächtig verkauft hat, funktioniert auch auf der Leinwand. Durch einen einfallsreichen und gewagten Inszenierungsstil macht sich in „39,90“ eine Welt auf, die uns die ganze Sinnlosigkeit, die hinter der Werbebranche steckt, offenbart. Drogenabhängige Überflieger die heute darüber entscheiden, was die Welt morgen kaufen wird. Die manipulative Kraft sowie der Wahnsinn unserer modernen Konsumgesellschaft werden, eingebettet in einem satireartigen Gewebe, genau dem vor Augen geführt, der tagtäglich seinen Teil dazu beiträgt, dass dieses System überhaupt funktioniert: Dem Bürger, der lockerlustig vor der Kinoleinwand sitzt und heimlich mal wieder nur ‚die anderen‘ für alles Unheil verantwortlich macht. Diesem Denken will Jan Kounen nun jedoch einen Riegel vorschieben und macht ungeschönt auf den schmalen Grat zwischen Sein und Schein aufmerksam. Jedem, dem das bewusst geworden ist, wird das XL-Werbeplakat in der Innenstadt nach dem Film aus einem etwas anderen Blickwinkel betrachten. Alle anderen verlassen den Kinosaal zwar nicht unbedingt klüger, dafür aber bestimmt inspirierter: Die Flut an Eindrücken und Bildern, die „39,90“ auf den Zuschauer abfeuert, hat stellenweise psychedelischen Charakter und katapultiert den Zuschauer in eine abgedrehte und gereifte Welt der Spezialeffekte. Wieder einmal ist es der französischen Filmszene gelungen, zu zeigen was sie können. Wie sagt man vor Ort noch mal so schön? „Chapeau!“
Der französische Autor Frédéric Beigbeder veröffentlichte 2001 den Roman „99 francs“, der als Vorlage zu diesem Film diente. 
