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Der Junge mit dem Fahrrad
Le gamin au vélo
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Regie
Jean-Pierre Dardenne, Luc Dardenne
Drehbuch
Jean-Pierre Dardenne, Luc Dardenne
Produzenten
Jean-Pierre Dardenne, Luc Dardenne, Denis Freyd
Genre Drama FSK 12 Filmlänge 87 min Land Belgien, Frankreich, Italien, 2011 Kinostart 09.02.2012 DVD-Start 31.08.2012 Blu-ray-Start 31.08.2012 Verleih Alamode Film |
Story
Der zwölfjährige Cyrill will nicht glauben, was alle Welt längst weiß. Sei Vater hat ihn im Stich gelassen. Verzweifelt klammert er sich an jedes Fitzelchen Information, das er über den Verbleibt seines Vater in Erfahrung bringen kann. Es ist sein größter Wunsch endlich wieder bei ihm zu leben. Immer wieder türmt er aus dem Kinderheim, in das dieser ihn gebracht hat und sucht ihn. Bei einem dieser verzweifelten Ausreißversuche begegnet er Samantha. Die Besitzerin eines kleinen Friseursalons erklärt sich bereit Cyrill als Gastmutter zu betreuen und ihn an den Wochenenden aufzunehmen. Zunächst erkennt der Jungen nicht, welches Glück er mit Samantha hat, die alles versucht, um mit ihrer Liebe und Zuneigung zu dem verstörten Kind durchzudringen. Er nutzt ihre Gutmütigkeit aus und setzt damit den einzigen Funken Hoffnung aufs Spiel, den das Schicksal ihm bietet…
Schauspieler
Thomas Doret, Cécile De France, Jérémie Renier, Fabrizio Rongione, Egon Di Mateo, Olivier Gourmet, Batiste Sornin, Samuel De Rijk, Carl Jadot, Claudy Delfosse, Jean-Michel Balthazar, Frédéric Dussenne, Myriem Akeddiou, Sandra Raco, Hicham Slaoui
Filmkritik von Melanie Frommholz
Selbst in einem Industrievorort aufgewachsen, haben sich die belgischen Regisseur-Brüder Jean-Pierre Dardenne und Luc Dardenne mit Filmen genau aus diesem Arbeitermilieu einen Namen gemacht. Ihre gesellschaftlichen Sozialdramen „Rosetta“ und „Das Kind“ gewannen bei den Filmfestspielen von Cannes die Goldene Palme und auch ihr neustes Werk „Der Junge mit dem Fahrrad“ war wieder für die Goldene Palme nominiert und erhielt den Großen Preis der Jury. Nicht von ungefähr war die Jury so von diesem Film begeistert. Das Sozialdrama um den jungen Cyrill ist nicht nur gut beobachtet und authentisch skizziert, sondern strahlt auch eine ungeheure Herzenswärme aus. Jean-Pierre und Luc Dardenne, die als Autorenfilmer nicht nur viele ihrer Projekte gemeinsam verwirklichen sondern auch die Drehbücher schreiben, erzählen hier eine überaus rührende Geschichte, die den Spagat zwischen Realismus und Hoffnung schafft ohne dabei an Glaubwürdigkeit einzubüßen. Cyrills Geschichte passiert Tag für Tag. Einzig die Tatsache, dass Samanthas Beweggründe für ihr Engagement weitgehend unbeleuchtet bleiben, stört. Die belgische Schauspielerin Cécile De France versteht es dennoch der Figur Kontur und Ausstrahlung zu geben. De France, die international zuletzt in Clint Eastwoods „Hereafter - Das Leben danach“ zu sehen war, harmoniert dabei wunderbar mit dem Schauspieldebütanten Thomas Doret, der den Cyrill schlicht großartig spielt. Man fragt sich, woher der Junge diese Intensität nimmt, mit der er in der schwierigen Rolle brilliert.
„Der Junge mit dem Fahrrad“ beginnt vordergründig als Suche nach einem Vater und ist doch die universelle Suche nach Geborgenheit, Liebe und einem Menschen, zu dem man gehören will. Eine Suche, die uns in ihren vielen Gesichtern immer wieder begegnet und von der Jean-Pierre und Luc Dardenne hier mit viel Empfindsamkeit erzählen.
Bei den Filmfestspielen von Cannes gewann der Film 2011 den großen Preis der Jury und war für die Goldene Palme nominiert.
