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Selbstgespräche
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Regie
André Erkau
Drehbuch
André Erkau
Produzent
Hans W. Geissendörfer
Genre Tragik-Komödie FSK 0 Filmlänge 97 min Land Deutschland Kinostart 31.07.2008 DVD-Start 12.02.2009 Verleih Filmlichter |
Story
Eigentlich ist es Saschas Traum seine eigene Fernsehshow zu moderieren. Da sich dieser Traum bislang nicht in die Realität umsetzen ließ, bleibt ihm nichts anderes übrig, als seine Brötchen nun übergangsweise als Call-Center-Agent in einer Verkaufsagentur zu verdienen. Dort lernt der großspurige Luftikus unter anderem Adrian kennen. Adrian erzielt am Telefon zwar die besten Verkaufsergebnisse, bringt es in seinem Leben allerdings zu sonst nicht viel. Als er sich am Telefon in eine Kundin verliebt, steht ihm Sascha mit Liebes- und Beziehungstipps tatkräftig zur Seite. Dass seine eigene Beziehung währenddessen kurz vor dem Aus steht, merkt er selbst jedoch erst viel zu spät…
Schauspieler
Maximilian Brückner, Johannes Allmayer, August Zirner, Daniel Drewes, Antje Widdra, Heinz-Werner Kraehkamp, Robert Meller, Dagmar Sachse, Mina Tander, Melanie Vollmer, Georg Uecker, Maja Elsenhans, Rainer Furch, Kirsten Block,
Filmkritik von Kathrin Lang
Call-Center sind ein Mikrokosmos für sich. Spezielle Regeln bestimmen einen speziellen Tages- und Arbeitsablauf. Regisseur und Drehbuchautor André Erkau fängt den ganz normalen Call-Center-Alltag mit seinem Langfilmdebüt „Selbstgespräche“ satirisch ein und ermöglicht uns damit einen amüsanten Einblick in das Treiben an einem Ort, an dem immer nur vier Mitarbeiter gleichzeitig Pippipause machen dürfen und an dem streng nach dem Motto „Was du in vier Minuten nicht verkauft kannst, verkaufst du auch nicht in 20“ gewaltet wird. Leider schweift Erkau immer wieder von dieser interessanten Thematik ab und stellt stattdessen häufig diverse Beziehungskriseleien in den Mittelpunkt seiner Tragik-Komödie. Das Thema ‚Kommunikationsschwierigkeiten‘ wird somit nicht nur innerhalb der vier Wände des Call-Centers behandelt, sondern erfährt immer wieder auch eine Übertragung auf die Kluft zwischen den Geschlechtern. Folglich ist „Selbstgespräche“ keine bissige Satire über den ganz normalen Call-Center-Wahnsinn, sondern viel mehr eine tragisch-komische Abhandlung über Beziehungsprobleme und der Angst davor Verantwortung zu übernehmen. Dieser sehr bedauernswerte Fehler des Drehbuches kann leider auch durch einen namhaften Hauptdarsteller nicht wettgemacht werden. Maximilian Brückner, der als jüngster Kriminalhauptkommissar beim „Tatort“ berühmt wurde, spielt übertrieben theatralisch und mindert sein eigentliches Talent durch eine unpräzise und überflüssig flapsige Umsetzung seiner Rolle ab.
„Selbstgespräche“ hätte das Zeug zu einer tollen deutschen Komödie gehabt, die sich ausgiebig einem Thema hätte widmen können, das bislang nur selten über unsere Leinwände flimmerte. Stattdessen entschied sich André Erkau jedoch für eine sichere Light-Version und richtete seinen Fokus auf altbewährte Handlungselemente und -muster. Schade!
André Erkau erhielt 2008 für "Selbstgespräche" beim Max Ophüls Festival den Filmpreis für den Besten Film.
