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Berlin Calling
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Regie
Hannes Stöhr
Drehbuch
Hannes Stöhr
Produzenten
Hannes Stöhr, Karsten Aurich
Genre Musikfilm FSK 12 Filmlänge 109 min Land Deutschland Kinostart 02.10.2008 DVD-Start 07.09.2009 Verleih Movienet |
Story
Elektro-DJ Ickarus feiert mit seiner Musik große Erfolge. Ständig tourt er rund um den Globus, um das Partyvolk mit seinem Sound zu beglücken. Nun drängt das Studio jedoch zum neuen Album und ausgerechnet jetzt gerät Ickarus in eine Schaffenskrise. Als der Druck immer größer wird, fällt er immer häufiger und exzessiver den Drogen zum Opfer. Sein immenser Pillenkonsum treibt ihn letztlich in eine Psychiatrie, in der er ganz neuartig lernen muss im seinem Leben umzugehen. In dieser schwierigen Zeit steht ihm Dr. Petra Paul zur Seite, die ihm mal mehr, mal weniger hilfreich den richtigen Weg weist…
Schauspieler
Paul Kalkbrenner, Rita Lengyel, Corinna Harfouch, Araba Walton, Megan Gay, Henriette Müller, Dirk Borchardt, Udo Kroschwald, Mehdi Nebbou, Peter Schneider, Erdal Yildiz, Max Mauff
Filmkritik von Kathrin Lang
„Berlin Calling“ – ein außergewöhnlicher Film seines Genres. Stellen andere Musikfilme zumeist einen längst an einem tragischen Tod verstorbenen Musiker in ihr Zentrum, geht „Berlin Calling“ ganz anders an die Aufgabe heran. Getreu nach dem Motto „Warum sich mit der Vergangenheit beschäftigen, wenn die Gegenwart doch spannend genug ist?“ inszeniert Autorenfilmer Hannes Stöhr die Geschichte rund um Paul Kalkbrenner; einen Berliner DJ in der Blütezeit seines Lebens, dessen Namen bis dato kaum über die Elektroszene hinausragte. Zudem macht es sich Stöhr nicht zur Aufgabe ein Biopic über den Künstler zu drehen, sondern wirft einen ganz individuellen Blick auf das wilde Leben eines DJs, das sich fast ganz natürlich zwischen Musik, Ekstase, Freundschaften, Liebe und Lebenslust bewegt.
Dennoch nimmt die Musik natürlich eine zentrale Stellung ein und ist gleichzeitig das Herzstück des gesamten Films. Nicht grundlos avancierte Paul Kalkbrenner durch „Berlin Calling“ zu einem der derzeit erfolgreichsten DJs Deutschlands. Seine selbst komponierten elektronischen Beats gehen sofort in Mark und Bein über. Der Kinosessel bebt, der Körper vibriert. Wer den Sound Kalkbrenners einmal gehört hat, kommt in den kommenden Wochen, wenn nicht gar Monaten, nur noch schwer davon los. „Berlin Calling“ versteht es mit der Spitzenqualität seiner Musik umzugehen und sie in die Geschichte einzubinden. Hand in Hand gehen die Beats mit der Story einher und hinterlassen einen nachhaltigen Eindruck von dem Talent Kalkbrenners. Die Story ist zwar nicht durchgehend überzeugend und Paul Kalkbrenner mit Sicherheit nicht ein geborener Schauspieler, doch können Musik und Inszenierung über diese Schwächen zumeist hinwegtrösten.
„Berlin Calling“: Wer elektronische Musik liebt, wird auch diesen Film lieben. Alle anderen Zuschauer dürften sich hier zu Fans der Musik machen lassen.
Wissenswertes
Der Soundtrack wurde, mit Ausnahme von Sascha Funkes "Mango", komplett von Paul Kalkbrenner produziert.
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Kommentare
Julien schreibt am 03.10.08, 18:27
Berlin Calling ist einer der besten deutschen Filme seit langem. Dank des authentischen RealDJ's Paul Kalkbrenner, den man hier als Schauspieler sieht, einer großartigen Corinna Harfouch, einem hypnotisierendem Soundtrack, einer irren Kameraarbeit, die besonders die Disco-Szenen wahnsinnig toll einfängt und dank des realistisch-komischen Gespür des Regisseurs Hannes Stöhr, gelingt es in Berlin Calling reale Tragik und gekonnte Komik miteinander zu verbinden. Dieser Film wird jeden begeistern, der etwas von Techno-Musik hält und alle die nichts davon halten sowieso. Fazit: Diese fiktive Geschichte ist glaubwürdiger als manches historisches Drama wie zum Beispiel Der Baader-Meinhof Komplex. Also: Angucken!
