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Der Liebeswunsch
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Regie
Torsten C. Fischer
Drehbuch
Torsten C. Fischer
Produzent
Heike Richter-Karst
Genre Drama FSK 12 Filmlänge 115 min Land Deutschland Kinostart 19.04.2007 DVD-Start 19.06.2008 Verleih NFP |
Story
Als die bildhübsche Studentin Anja für ein paar Tage das Haus eines ihr unbekannten Pärchens hüten soll, lernt sie den Jurist Leonhard kennen. Leonhard ist mit Jan und seiner Gattin Marlene befreundet und zudem der Exfreund von Marlene. Nur schwer gelang es dem Trio die gemeinsame Freundschaft aufrechtzuerhalten, nachdem Jan seinem langjährigen Freund Leonhard die Freundin ausgespannt hat. Die Lage vereinfacht sich nicht gerade, als Anja und Leonhard kurze Zeit später heiraten und einen Sohn bekommen. Die Ehe kann von Anfang an nur begrenzt als glücklich bezeichnet werden: Während Anja einen verträumten Blick auf die Welt hat, setzt Leonhard sich, und schon bald auch seiner Frau, viele Grenzen. So ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich Anja für Jan zu interessieren beginnt…
Schauspieler
Jessica Schwarz, Ulrich Thomsen, Tobias Moretti, Barbara Auer, Hildegard Kuhlenberg, Floriane Daniel, Axel Stiefer, Matthias Oelrich, Gilla Cremer, Dirk Vogeley
Filmkritik von Kathrin Lang
Eine bildhübsche Frau, tanzend zu einem melancholischen aber wundervollen Song aus den 70er Jahren. Dieses Bild will dem Zuschauer bis zum Schluss nicht mehr aus dem Kopf gehen. Stets hat er diese eine Szene vor Augen, als Sinnbild für eine sorgen, ja gar schwerelose Welt. Diese Welt wird in Torsten C. Fischers „Der Liebeswunsch“ jedoch kräftig zerrüttet. Zunehmend tragischer entwickelt sich die Geschichte zu einer tieftraurigen ménage-à-quatre, die den Zuschauer nicht nur einmal stocken lässt. Spannend sollte „Der Liebeswunsch“ jedoch nicht werden. Gleich zu Beginn wird dem Zuschauer das Ende offenbart, so dass sich dieser auf die tiefenpsychologische Genauigkeit der eigentlichen Geschichte konzentrieren kann. Es geht um den immerwährenden Wunsch nach Liebe, das Bedürfnis jemanden zu besitzen und die Angst vor dem Alleinsein. Die Hauptakteure befinden sich dabei schwankend zwischen den Welten des Verlassenwerdens, Verlassenseins und Verlassenwollens. In diesem Zwiespalt bewegt sich der ganze Film und raubt damit dem Zuschauer die Luft zum Atmen. Gebannt, fasziniert und unglaublich betroffen atmet er nach 110 Filmminuten wieder auf und braucht gewiss einige Minuten, um wieder klar denken zu können. Die großen Dialoge, allumfassende Erklärungen oder gar weitläufige Diskussionen bleiben aus. „Der Liebeswunsch“ ist dank seiner Atmosphäre und seiner brillierenden Schauspieler selbstredend. Selten ist ein Film so eindringlich in seiner Inszenierung wie dieser. Wunderschöne Bildkompositionen, gepaart mit wahrhaft authentischen Schauspielern. Fertig ist „Der Liebeswunsch“ – ein Film aus deutschem Haus, der sein Publikum sicherlich finden wird. Am Schluss bleibt nur eine Frage offen: Wie weit darf man gehen, um wahrhaftig geliebt zu werden?
"Der Liebeswunsch" basiert auf dem gleichnamigen Roman von Dieter Wellershoff aus dem Jahre 2000. 