Ich, die Sklavin

I am Slave

Filmplakat Ich, die Sklavin
Regie Gabriel Range  Drehbuch Jeremy Brock  Produzent Andrea Calderwood 
Genre Drama  FSK 12  Filmlänge 77 min
Land Großbritannien, 2010  DVD-Start 07.07.2011  Verleih EuroVideo

Story

Prinzessin Malia wächst wohlbehütet in den Nuba-Bergen in ihrem Stamm heran. Ihr Lebensglück wird jedoch jäh beendet, als arabische Rebellen in ihr Dorf einfallen – Hütten niederbrennen, Männer töten, Frauen vergewaltigen und Kinder verschleppen. Malia überlebt den Überfall zwar, wird von den Rebellen jedoch als Sklavin an eine reiche sudanesische Familie verkauft. Unter der grausamen Herrschaft ihrer Halterin, wächst Malia in den kommenden Jahren menschenunwürdig und identitätslos zu einer Teenagerin heran. Erst als Malia nach London weiterverkauft wird, beginnt sie für ihre Freiheit zu kämpfen…

Schauspieler

Ich, die Sklavin Wunmi Mosaku, Isaach De Bankolé, Yigal Naor, Lubna Azabal, Hiam Abbass, Nonso Anozie, Nyokabi Gethaiga, Nasser Memarzia, Selva Rasalingam

Filmkritik von Kathrin Lang

Kathrin vergibt 2 von 5 Ms Ich, die Sklavin Es ist eine eigentlich berührende und mehr als brisante Geschichte, die das Drama „Ich, die Sklavin“ erzählt. Geradezu erschreckend ist die Erkenntnis, dass wir noch immer in einer Zeit leben, in der Sklavenhandel betrieben wird. Inmitten des zivilisierten Europas des 21. Jahrhunderts gibt es noch immer Menschen, die aus ihrer Heimat vertrieben und in der Ferne um ihre Freiheit kämpfen müssen. Obwohl die von tatsächlichen Ereignissen inspirierte Geschichte „Ich, die Sklavin“ viel dazu beiträgt, die Gesellschaft mehr für diese Thematik zu sensibilisieren, ist der Weg, den Regisseur Gabriel Range und Drehbuchautor Jeremy Brock gehen, nur minder überzeugend. Innerhalb von gerade 77 Spielminuten soll dem Zuschauer die gesamte Lebensgeschichte von Malia und ihrer Familie nahegebracht werden. Angefangen in Malias Kindesjahren, in denen sie wohlbehütet und glücklich als Prinzessin ihres Stammes aufwächst, über den Verlust ihrer Heimat sowie Familie, bis hin zu ihrem tragischen Dasein als „Abda“, Sklavin, in der sudanesischen Hauptstadt sowie schließlich in London. Parallel zu Malias Leben als Sklavin entspinnt sich zudem ein zweiter Erzählstrang, innerhalb dem die verbissene Suche von Malias Vater nach seiner Tochter nachempfunden wird.
Immer wieder wirkt „Ich, die Sklavin“ überfrachtet und mit all seinen Erzählsträngen und -zeiten überfordert. Der ständige Perspektivenwechsel und die vielen Sprünge in der Zeit, die vom gegenwärtigen London immer wieder in die Vergangenheit zurückführen, verhindern letztlich auch die Empathie des Zuschauers für das schwere Schicksal von Malia und ihrer Familie. Wo eigentlich eine brisante und Mitgefühl erweckende Geschichte hätte erzählt werden können, steht somit letztlich nur ein fragmentarisches Bild, das unstrukturiert und nur wenig einnehmen wirkt.

Wissenswertes

Ich, die Sklavin "Ich, die Sklavin" ist inspiriert durch die Lebensgeschichte von Mende Nazer.



Besucherbewertung
3.5 / 5  (34 votes)

Kommentare

Berlino schreibt am 20.10.11, 19:38
Diese "Kritik" ist mehr als deplatziert, da sie voraussetzt, dass dem Zuschauer nicht mehr als dem Niveau einer Folge "Simpsons" zugemutet werden könne. Meiner Meinung nach sind es gerade die vielen Zeitsprünge, die Malia und ihre Geschichte verständlichen machen. Eben ein Puzzle.
Dieser Film ist ergreifend und absolut auf den Punkt gebracht. Die Filmemacher haben somit ihre Aufgabe erfüllt, indem sie einen bestimmt Nerv anvisierten und diesen auch trafen. Jedenfalls bei mir.
Schaut man sich das Kinoprogramm heutzutage an, so ist es doch ein kleiner Lichtblick, dass es immer noch, wenn auch wenige, Filme gibt, die tiefgründig genug sind, um auch ohne Special Effects und überteuerten, meist schlechten Hollywood-Sternchen auskommen zu können.
bea schreibt am 19.07.11, 23:09
Es ist ein großartiger Film! Auch wenn die Geschichte dahinter sehr traurig ist und uns allen leider sehr bewusst sein musst das es die realität darstellt!
Daher spielt es auch keine Rolle ob der Film 70min oder 120 minuten lang ist.
ich fand mich trotz des gegenwart und vergangenheitswechsels sehr gut in die Geschicht rein weil es mich schon in den ersten Minuten ergriffen hat! Tränen waren nicht zu vermeiden weil es einfach so schlimm und herzzerisend ist denn man denkt gradzu beim Film schauen das es nicht nur ein Film ist.
Und man vergisst manchmal leider schnell wie gut es einem geht! Danke für diesen Film!!!
ivonne schreibt am 17.07.11, 17:16
ich fande den film sehr ergreifend und mein Mitgefühl war groß.die Kritik zudem Film emfand ich sehr fehlplatziert.man kann auch wirklich alles schlecht machen sogar eine so tiefgreifende geschichte.der mensch der bei dem film keine empathie empfindet sollte sein sozial verhalten einmal überdenken.
Benzino Napoloni schreibt am 17.07.11, 03:21
@ Kleingeld Prinz

Ein Text, der wie der von Kathrin Lang mit Namen gekennzeichnet ist, bringt die persönliche Meinung der Autorin zum Ausdruck - so ist es seit jeher journalistischer Brauch.

Kathrin Lang formuliert ihre Kritik fair und mit klarer Argumentation.

Sie hingegen nehmen das zum Anlass, die Autorin unter dem Deckmantel der Anonymität auf unangenehm primitive Weise persönlich anzugehen. Ist eine von Ihrem offensichtlich unfehlbaren Ratschluss abweichende Meinung dafür Grund genug? Nach den Maßstäben des normalen Anstands jedenfalls nicht.

Die Aufforderung "sperrt die Praktikantin für längere Zeit in nen Raum" ist gerade im Zusammenhang mit diesem Film so peinlich, dass es schon wieder lustig ist.
Andreas schreibt am 16.09.11, 01:00
Nach Lesen dieser Kritik frage ich mich ob Frau Lang evtl. einen anderen Film gesehen hat.
Ich fand den Film grossartig .
Die Besetzung,die Locations und die herzergreifende Story haben mich voll überzeugt.Mich haben die Flashbacks im Gegensatz zur Frau Lang keinesfalls überfordert. Von mir gibt es 4 Sterne.
Kleingeld Prinz schreibt am 11.07.11, 05:56
Also ich weiß ja nicht welche Praktikantin diese Kritik geschrieben hat - fest steht jedoch das die Story nicht richtig verstanden und die ach so komplizierte Story, für halbwegs intelligente Menschen gar nicht so emphatisch und fragmentiert rüber kommt. Im Gegenteil, das Zusammenspiel zwischen Rückblende und Gegenwart ist gerade der Punkt der ihre Lage verdeutlichen soll. Sie war glücklich und behütet - später ist sie einsam und doch voller Hoffnung. Soweit das Offensichtliche -"schwieriger" wird es da schon wenn man sich die Entwicklung die sie durchlebt genauer anschaut. Die Rückblenden die in dieser Kritik als sinnlos und eher störend betrachtet werden, sind gezielt gesetzt. Sie sollen Stück für Stück ihrer Entwicklung und ihres Seelenlebens preisgeben. Die Suche des Vaters ist ebenfalls nicht nur eine weitere Tonne Story die da abgeladen wurde wo noch Platz war. Viel mehr steht sie in Verbindung zu dem tiefen Glauben auf Rettung und Freiheit den die Protagonistin bis zum Ende in sich trägt (hier kann man die Katze als Beispiel nehmen, welche den Namen des Vaters trägt und sie mehr oder weniger erzieht und aufbaut - quasi dessen Rolle mit dem Namen übernimmt) Ich würde vorschlagen ihr lasst mal richtige Journalisten die Kritiken schreiben und sperrt die Praktikantin für längere Zeit in nen Raum wo sie sich mal ihre Verzapfungen eine Weile selber durchlesen sollte. Prognose ihr wird wahrscheinlich übel davon - mir wurde es beim lesen, da man einen Film den man nicht verstanden hat.. besser mal nicht so runtermacht!
Patrick schreibt am 06.09.11, 04:57
Meiner Meinung nach gehören alle sklavenhändler / Sklaventreiber verbrannt,vergast,gefoltert, usw.
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