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Ludwig II
Ludwig
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Regie
Luchino Visconti
Drehbuch
Luchino Visconti, Enrico Medioli, Suso Cecchi d´Amico
Produzent
Ugo Santalucia und Dieter Geissler
Genre Biopic FSK 12 Filmlänge 235 min Land Deutschland, Frankreich, Italien Kinostart 29.12.1972 DVD-Start 31.03.1994 Verleih Gloria |
Story
Der Bayernkönig Ludwig II. regiert von 1845 bis 1856. Politik interessiert den bildschönen König nicht, die überlässt er lieber anderen. Er sieht sich als Förderer der schönen Künste und ist ein großer Verehrer des umstrittenen Komponisten Richard Wagner. Der aber benutzt Ludwig nur und nimmt ihn schamlos aus, was die bayerische Staatskasse ruiniert. Der junge König sieht sich selber als romantischen Helden, er erbaut utopische Märchenschlösser und gibt sich ganz der aussichtslosen Verliebtheit zu seiner Kusine, Kaiserin Elisabeth von Österreich hin. Die aber spielt mit den Gefühlen des jüngeren Cousins, was Ludwig schließlich dazu bewegt, seine versteckte Homosexualität immer offener auszuleben. War zunächst noch die Rede davon, dass er Elisabeths Schwester Sophie heiraten soll, löst der König von Bayern doch bald darauf die Verlobung wieder auf. Immer mehr zieht Ludwig sich von der Welt zurück. Völlig verzweifelt darüber, dass sein geliebter Bruder Otto nach dem Krieg dem Wahnsinn verfällt, ist ihm nicht klar, dass auch bei ihm schleichende Anzeichen einer Geisteskrankheit zu erkennen sind. Auf Schloss Neuschwanstein sucht er der Realität zu entfliehen, hält sich junge hübsche Schauspieler aus und vereinsamt immer mehr.
Schauspieler
Helmut Berger, Romy Schneider, Trevor Howard, Silvana Mangano, Helmut Griem, Nora Ricci, Gert Fröbe, Sonja Petrowa, Umberto Orsini, John Moulder-Brown, Folker Bohnet, Heinz Moog, Adraiana Asti
Filmkritik von Stefanie Rufle
Die kurze Regierungszeit des Bayernkönigs Ludwig II. wird hier von Regisseur Luchino Visconti in zwei Akten präsentiert. Entstanden ist ein sehr subjektiver Film, der vor allem durch ein herausragendes Ensemble und poetische Bilder besticht. „Ludwig“ ist nach „Die Verdammten“ und „Tod in Venedig“ der letzte Teil von Viscontis „Deutscher Trilogie“ und beleuchtet auf brillante Weise die letzten Lebensjahre von Ludwig II. Hierbei stehen vor allem die Ängste und die vom Wahn zerfressenen Wahrnehmungen des Bayernkönigs im Vordergrund. Wo im ersten Akt vor allem Ludwigs fast schon krankhaftes Verhältnis zu Richard Wagner beleuchtet wird, steht im zweiten Akt die schwärmerische Verliebtheit zu Elisabeth von Österreich im Mittelpunkt. Helmut Berger kann als Ludwig restlos und fast schon beängstigend realistisch überzeugen. Er geht völlig in seiner Rolle auf und spiegelt den schleichenden Wahnsinn des Regenten perfekt wieder. Vor allem im letzten Teil zieht Berger sein Publikum restlos in seinen Bann. Romy Schneider gab hier für Visconti noch einmal die „Sissi“, die Rolle, die sie damals berühmt machte. Doch hier gibt die Mimin der Kaiserin von Österreich ein völlig anderes, zynisches und grausames Gesicht, das nichts mehr mit der zuckersüßen „Sissi“ der Fünfzigerjahre zu tun hat. Man merkt ihr an, welchen Genuss es ihr bereitet, mit der Figur, die wie ein Fluch auf ihrer Karriere lag, abzurechnen.
Auch wenn der Film über einige Längen verfügt und die Sequenzen, in denen die Schneider minutenlang zu Musik von Schuhmann und Wagner durch Ludwigs Prachtbauten flaniert, doch manchmal etwas ermüdend wirken, ist „Ludwig“ doch ein bestechend opulentes Meisterwerk geworden. Visconti liefert hier das Psychogramm einer bis heute rätselhaften Figur, dessen prachtvolle Bilder und eindrückliche Musik man so schnell nicht wieder vergessen wird.
