Der Solist

The Soloist

Filmplakat Der Solist
Regie Joe Wright  Drehbuch Susannah Grant  Produzenten Gary Foster, Russ Krasnoff 
Genre Drama  FSK 12  Filmlänge 117 min
Land Großbritannien, USA  Kinostart 10.12.2009  Verleih Universal Pictures

Story

Auf der Suche nach einer neuen Geschichte, begegnet Zeitungskolumnist Steve Lopez zufällig dem Obdachlosen Musiker Nathaniel Anthony Ayers. Von Anfang an ist Lopez klar, dass Nathaniel ein begabter Musiker ist, der mit seiner klassischen Musik zahlreiche Leute faszinieren könnte. Schon bald stellt sich auch heraus, dass Nathaniel vor vielen, vielen Jahren tatsächlich einmal auf der renommierten Julliard School studiert hat. Eine sehr ausgeprägte Schizophrenie stand seiner Karriere jedoch im Weg und hat ihn letztlich in die Obdachlosigkeit getrieben.

Lopez beginnt damit regelmäßig Kolumnen über das gescheiterte Leben des begabten, aber vom Schicksal gezeichneten Musikers zu veröffentlichen. Damit pusht er seine Karriere ordentlich, schafft es aber auch Nathaniel Anthony Ayers auf seinem schweren Lebensweg beizustehen. Mit der Zeit entwickelt sich zwischen den beiden sogar eine Freundschaft, die das Leben beider Männer verändert…

Schauspieler

Der Solist Robert Downey Jr., Catherine Keener, Jamie Foxx, Tom Hollander, Rachael Harris, Charlie Weirauch, Stephen Root, Lisa Gay Hamilton, David Jean Thomas

Filmkritik von Kathrin Lang

Kathrin vergibt 2 von 5 Ms Der Solist Es hätte eine berührende Geschichte werden können, die wahren Eindruck hätte hinterlassen und auf dieser Welt wirklich etwas hätte bewegen können. Doch von dieser Annahme, die zumindest der Trailer im Voraus geschürt hat, bleibt schon nach wenigen Szenen nicht mehr viel übrig. „Der Solist“, im Grunde ein Sozialdrama über Obdachlosigkeit und gescheiterte Existenzen, kratzt in seinem sentimentalen Erzählstil nur oberflächlich an der eigentlichen Tiefe seiner Thematik. Während tragische Bilder von Obdachlosen eingeblendet werden, schafft es die Geschichte nicht einmal ansatzweise eine reflektierte Abhandlung der Problematik zu liefern. Die zahlreichen bedeutungsschwangeren Bilder erzielen angesichts des fehlenden kritischen Blicks nicht die gewünschte Wirkung und hinterlassen einen seltsam unberührten Zuschauer. Merkwürdig ist dies vor allem im Hinblick auf die sonst immer gut funktionierende Einbindung von musikalischen Einlagen in Filmen. Während Symphonien von Beethoven gespielt werden und die Figuren auf der Leinwand in tiefer Besinnung in der Musik versinken, erreichen die Töne den Zuschauer nicht im Geringsten. Seltsam unberührt bleibt einem nichts anderes übrig, als lediglich zu erahnen welche Wirkung die Musik wohl gerade auf die Charaktere des Filmes haben könnte. Erinnern wir uns unter anderem an „Der Klang des Herzens“ (2007) zurück, dann wissen wir, dass es durchaus auch anders geht.

Ebenfalls sehr dürftig fällt der kritische Blick auf den Journalismus aus. Steve Lopez (Robert Downey Jr.), Zeitungskolumnist der LA Times, nutzt die tragische Lebensgeschichte des Musikers Nathaniel Anthony Ayers (Jamie Foxx) weitgehend aus, um seine Karriere voranzutreiben. Dass er für seine Kolumnen über den ehemaligen Musikstudenten, der nun auf der Straße versauert, mit dem Medienpreis ausgezeichnet wird, setzt dem Ganzen dabei nur die Krone auf. Unfassbarer erscheint es, dass kritische Worte hinsichtlich dieses journalistischen Vorgehens weitgehend ausbleiben. Auch an dieser Stelle vermag es „Der Solist“ nicht mit einer reflektierten Herangehensweise zu überzeugen. Alles bleibt oberflächlich unterkühlt, auch die schauspielerischen Leistungen von Robert Downey Jr., der seiner Figur kaum Tiefe verleiht. Etwas mehr holt da schon Jamie Foxx aus seiner Rolle heraus. Vor allem in den Momenten, in denen sein Schizophrenie sichtbar wird, vermag er zu überzeugen. Der Musiker, der durch seine Krankheit in seiner eigenen Welt lebt und nur durch die Musik nach Außen kommunizieren kann, steht ihm ausgesprochen gut. Schade, dass die reale (Film)Welt um ihn herum nahezu durchgehend damit beschäftigt ist, eine Romantik zu versprühen, die an einem Spielort wie der hoffnungslosen ‚Straße‘ unglaublich deplaziert wirkt.

Letztlich scheitert „Der Solist“ an seiner großen Aufgabe. Das Drama hätte die Möglichkeit gehabt einen differenzierten Blick auf Obdachlosigkeit in Amerika zu werfen und mit dem Journalismus kritisch ins Gericht zu gehen. Dass es dem Film letztlich nicht gelingt, seinen Zuschauer in den besinnlichen und ruhigen Minuten zu erreichen, spricht Bände.

Wissenswertes

Der Solist "Der Solist" basiert auf wahren Ereignissen.



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